"Runtergewirtschaftetes Lechtalbad"

Sorgte mit dem „herun­terge­wirt­schafteten Lechtalbad“ für Unmut im Landratsamt Landsberg: „Plantsch“-Chef Andreas Kosian. Foto: Jais

Das gut nachbarschaftliche Verhältnis zwischen Schongau und dem Landkreis Landsberg ist etwas getrübt. Auslöser: „Plantsch“-Chef Andreas Kosian hat das Lechtalbad in Kaufering in einem Interview im Magazin Der Altlandkreis als „heruntergewirtschaftet“ bezeichnet. Kein Wunder, dass die Protestnote auf so eine „unverschämte Aussage“ nicht lange auf sich warten ließ.

Unter dem Titel „Warum die Badewelt bis Ende Oktober zu war“ führte Journalist Johannes Jais ein ausführliches Interview mit Andreas Kosian. Er ist Vorstand des Kommunalunternehmens Bäderbetrieb unter dem Dach der Stadt Schongau und als solcher Chef im Freizeitbad „Plantsch“. Angesprochen auf die Preisstruktur und die Nachbarbäder sagte Kosian: „Das Lechtalbad in Kaufering ist derart heruntergewirtschaftet, dass dort nur noch über den Preis Gäste angelockt werden können.“ "So geht’s nicht!" Harter Tobak, der im Landsberger Landratsamt nicht nur Bäderchef Thomas Zeck, sondern auch Landrat Walter Eichner und Kreiskämmerer Jürgen Felbinger auf den Plan ruf. „Wir haben uns sehr geärgert“, gesteht Felbinger auf Anfrage des KREISBOTEN. In Absprache mit dem Landrat, der sich vergangene Woche noch im Urlaub befand, habe er sich sogleich mit Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl in Verbindung gesetzt und diesen wissen lassen: „So geht’s nicht!“ Die Reaktion darauf folgte unverzüglich. Andreas Kosian hat sich sogleich via e-Mail offiziell bei den Kreisoberen in Landsberg entschuldigt. Vom Tisch ist der Ärger damit noch nicht. Landrat Eichner informiert gestern Nachmittag die Mitglieder des Kreisausschusses darüber. Lieber ohne Chlor Dass von einem „heruntergewirtschafteten Lechtalbad“ keine Rede sein könne, verdeutlichten allein die Besucherzah­- len. Im Jahr nach dem Rückkauf des Bades aus privater Hand verzeichnete es noch 168000 Gäste in Frei-, Hallenbad und Sauna, im vergangenen Jahr waren es 225000. „Diese Steigerung wäre mit einem ungepflegten Bad nicht möglich“, betont Felbinger, „das geht nur mit einem guten, kompletten Angebot.“ Dazu gehöre auch das von der Marktgemeinde Kaufering betriebene Natur-Freibad. „Es gibt ja auch Leute, die lieber in Wasser ohne Chlor schwimmen“, so der Kreiskämmerer augenzwinkernd. Ein „familienfreundliches Bad mit einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis“ bleibe die Ausrichtung fürs Lechtalbad. Eine deutliche Steigerung des Besucherstromes versprechen sich die Verantwortlichen mit der neuen Saunalandschaft im Außenbereich. Sie schlägt zusammen mit Sanierungen im Innern mit gut 530000 Euro zu Buche. Die Kauferinger Saunawelt wird am 19. November eröffnet.

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