RVO-Bus zu Lasten der Fuchstaler Kinder? – Eltern debattieren mit den Bürgermeistern

Seit März dieses Jahres führen der Schulverbandsvorsitzende Erwin Karg und sein Kämmerer Gerald Schmid Verhandlungen mit der Regional Verkehr Oberbayern (RVO) über den zukünftigen Transport der dem Schulverband angehörenden Schüler. Am Mittwoch stellten sie gemeinsam mit den Gemeindeoberhäuptern Denklingens und Unterdießens in der Fuchstalhalle die Ergebnisse den dort eingeladenen Eltern vor. Die Pläne stießen besonders bei den Eltern des Gemeindeverbundes Denklingen auf Empörung und Ablehnung.

Wegen der globalen Finanzkrise brechen in allen Gemeinden des Schulverbandes in den kommenden Jahren die Steuereinnahmen erheblich weg. Die Gürtel müssen nicht nur enger geschnallt werden, man muss sogar hoffen, dass noch Substanz bleibt, um die sie sich überhaupt noch schnallen lassen. Gerald Schmid führte aus, man spare nach den bisherigen Berechnungen bis zu 50000 Euro Transportkosten, befördere man zukünftig die Schüler über die RVO. Wertvolles Geld, das sinnvoller in das „Super Bildungsumfeld“ (Bürgermeister Dietmar Loose) gesteckt werden kann. Es sei angesichts der Klimakatastrophe außerdem ein Unding, Busse, die frühmorgens Schüler in weiterführende Schulen im Landkreis chauffieren, auf dem Rückweg leer zurück zu ihren Standorten zu fahren. Bis 23 Uhr debattiert Will man nun im Schulverband auf Kosten der Kinder Einsparungen vornehmen? Über die Konsequenzen dieses Schrittes diskutierte man in der Fuchstalhalle von 19 Uhr bis tief in die Dunkelheit hinein. Letzte Diskutanten verließen die Halle erst gegen 23 Uhr. Der Knackpunkt scheint zu sein, dass sich die gewohnten Unterrichtszeiten um exakt 20 Minuten nach hinten verschieben – der KREISBOTE berichtete. Die Mehrzahl der Eltern argumentierte den Sicherheitsaspekt der Entscheidung. Unbeaufsichtigte Wartezeiten an den Haltestellen, eine fehlende Sitzplatzgarantie in den RVO-Bussen – vor allem für die Kleinen ein Risiko. Fahrer, die von der Haltestelle einfach losführen, ohne zu prüfen ob alle eingestiegen seien oder säßen oder sich rangelten. Personen, die keine Schüler seien, nutzten die Linienbusse, selbst Straftäter könnten darunter sein, spekulierte ein besorgter Vater. Kinder kämen völlig erschöpft erst spät nach Hause, nach Essen, Hausaufgaben und sportliche Aktivitäten bliebe keine Zeit mehr für Freizeit. Nachvollziehbar führten Berufstätige ihre straffen Arbeitszeiten ins Feld, ihre Kinder müssten alleine zur Bushaltestelle gehen. Dass die Kinder deshalb in Zukunft bereits ab 7.30 Uhr in die Schule gebracht werden könnten, hielt Grundschullehrerin Ratkowicz aus pädagogischen Gründen für verfehlt. Die Kinder seien dann zu Unterrichtsbeginn bereits ausgepowert. Die drei Gemeindeoberhäupter, Viktoria Horber, Dietmar Loose und Erwin Karg, sowie Kämmerer Gerald Schmid mühten sich geduldig, die Besorgnisse der aufgebrachten Eltern zu entkräften. So sicherte Horber eine zuverlässige Betreuung der Kinder während der Wartezeiten zu, die noch zu organisieren sei. Engagiert bat Loose die Eltern, den Kostenaspekt nicht aus den Augen zu verlieren. Schließlich han-dele es sich hier um das Geld aller Bürger, auch das der Anwesenden. Die Lage werde nun mal in den nächsten Jahren schlechter und gerade die Bildung solle darunter nicht leiden. Der Kämmerer wiederum vermisste die Würdigung der positiven Seite. Obwohl der Schulverband dazu gesetzlich nicht verpflichtet sei, sorgten künftig Extrafahrten durch Privatunternehmen dafür, dass die Grundschüler nach der 4. bzw. 5. Stunde wie gewohnt und sogar zügiger nach Hause kämen. Selbst Busunternehmer Mayer griff in die Debatte ein und nahm ausdrücklich die Kollegen der RVO in Schutz. Nachdem auch die Elternbeiratsvorsitzenden der betroffenen Schulen Bedenken und Unmut geäußert hatten, schlug ein reichlich genervter Bürgermeister Karg den betroffenen Eltern vor, in der vom Elternbeirat initiierten Umfrage, die Beför- derung ihrer Kinder mit der RVO doch einfach abzulehnen. Gleichzeitig warb er für eine Testphase im kommenden Schuljahr. Der Ausbau der Bildungsangebote ist dem Schulverband ein besonderes Anliegen, wie man an den jüngsten Entscheidungen leicht ablesen kann. Die Nutzung der Ganztagesangebote ist für die Eltern kostenfrei, wird aber von Staat und Gemeinden mit den Steuergeldern der Allgemeinheit finanziert. Die Schülerbeförderung steht auf der Tagesordnung der nächsten Schulverbandsversammlung. Sie findet am Montag, 27. Juli, im Rathauskeller statt.

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