Eine Meldung, die es bis nach China schaffte

Fuchstaler Klopapier und das Medienecho

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Das Fuchstaler Klopapier hat weltweit ein Medienecho ausgelöst.

Fuchstal – Das Medienecho war nicht nur bundesweit, sondern fand gedruckt oder online sogar in anderen europäischen Ländern und sogar bis in China einen Nachhall: Die Rede ist von der Berichterstattung darüber, dass im Fuchstal die zentnerschwere Bestellung von einlagigem grauen Klopapier aus dem Jahr 2006 (damals das Versehen eines Mitarbeiters) endlich aufgebraucht ist und nunmehr ein zweilagiges, weiches und helles Toilettenpapier verwendet wird.

Nach der ersten Berichterstattung in den lokalen Medien – so auch im KREISBOTE – wurde das Thema in unzähligen Zeitungen gebracht, online eingestellt oder im Hörfunk gesendet. Fast hätte die weltbewegende Nachricht einen Nachdreh im Fernsehen zur Folge gehabt.

Aber nur fast. Denn Bürgermeister Erwin Karg hatte eine Einladung in die Unterhaltungssendung „Kaum zu glauben“ im Norddeutschen Rundfunk dankend abgelehnt. So schilderte er es auf der letzten Sitzung des Fuchstaler Gemeinderates. Die aufmunternden Worte der NDR-Redakteurin Tanja Becher, zur Aufzeichnung eines Gespräches um Ostern herum mit dem Zug nach Hamburg zu kommen, habe er zwar dankend, aber ablehnend beschieden, gab Karg den Räten und Zuhörern im Rathauskeller zu verstehen.

Eine Abfuhr erhielt auch Nils Mertens von der Bild am Sonntag, der Karg zu der Klopapier-Rolle hätte interviewen wollen. Dabei war Karg Mitte März, als er zu einem Termin im Umweltministerium weilte, eh in Berlin; das Axel-Springer-Hochhaus des Medienkonzerns ist vom Ministerium-Gebäude, wo er Gespräche führte, nur einen Katzensprung entfernt.

Karg antwortete dem Reporter stattdessen in einer Mail, worin er nicht nur Familiäres, sondern beinahe Intimes preisgibt. Privat nehme er zweilagiges Toilettenpapier. Die zwei Männer und vier Frauen in seiner Familie würden da alle zum selben Klopapier greifen. Bei der Bestellung hätten er und sein Sohn sowieso nichts mitzureden.

Karg beendete die Mail an den Redakteur der Bild am Sonntag mit einer Erinnerung an seine Kindheit. Damals habe er – wie manch anderer auch – altes Zeitungspapier genommen, um sich den Hintern zu putzen.

Wer das mit dem gewaltigen Medienecho nicht glaubt, der braucht in Google nur mal die Stichwörter Fuchstal und Klopapier einzugeben. Die Trefferzahl ist unglaublich. Eine der Regionalzeitungen, die bei dem Thema ebenfalls einstieg, war die Passauer Neue Presse. In der hatte ein Pfarrer von dem Vorkommnis aus dem Fuchstal gelesen, sprich von der zentnerweisen Bestellung, die in Leeder so manchen Raum im Rathaus, an der Schule und im Bauhof bis unter die Decke füllte, und vom jahrelangen Aufbrauchen. Der Seelsorger aus Niederbayern schilderte dem Fuchstaler Rathaus-

chef per Mail, dass auch in seiner Pfarrei mal ein ähnliches Missgeschick passiert sei. Dort habe man für den kirchlichen Kindergarten so viel Klopapier gekauft, dass es gleich 15 Jahre reichte. Da schau her! Bei der Gemeinde Fuchstal war die Großbestellung schon nach 13 Jahren aufgebraucht.

Johannes Jais

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