Gründermesse "Existenz" im Landratsamt Landsberg

Viel Programm für Gründer

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Hartmut Drexel und Alexandra Ledermann von der Handwerkskammer für München und Oberbayern, IHK-Vertreter Reinhard Häckl (Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Landsberg) und Harald Hof (betriebswirtschaftlicher Berater) sowie Bernhard Lachner und Rainer Mahl von der Wirtschaftsförderung im Landratsamt (von links) hoffen auf viele Besucher bei der Gründermesse Existenz 2018.

Landsberg – Information und Beratung für alle, die den Weg in die berufliche Selbstständigkeit einschlagen wollen, bietet die Gründermesse „Existenz 2018“. Am kommenden Samstag, 10. März, findet sie zum achten Mal im Landratsamt statt. Neben Vorträgen und Informationsständen rund um das Thema Unternehmensgründung haben sich die Veranstalter dieses Mal einige Neuerungen einfallen lassen. Ziel ist es, die Besucher noch stärker ins Programm einzubinden.

Unter anderem kann man im Rahmen eines sogenannten Open-Pitch-Contest seine Geschäftsidee einer Fachjury aus Vertretern von IHK, regionalen Banken und der Handwerkskammer vorstellen. So erhält man eine erste Einschätzung von den Fachleuten, mit denen man im Rahmen einer Unter­nehmensgründung ohnehin zu tun bekäme. In der Gestaltung ihrer maixmal fünfminütigen Präsentation sind die Teilnehmer völlig frei – ob Vortrag, Film oder Produktvorführung, alles ist erlaubt. Die drei Ideen, die bei der Jury am besten ankommen, werden später mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet. 

Darüber hinaus soll es im Ausstellungsbereich Meet-Up-Groups geben, in denen sich Besucher untereinander austauschen können. An den insgesamt 18 Informationsständen sind persönliche Einzelbera­tungen möglich. Bei den Ausstellern handelt es sich um Gründungsexperten aus Verbänden, Organisationen, Behörden und Banken. Parallel läuft den ganzen Tag über ein Vortragsprogramm, das sich mit Gründungsformalitäten, rechtlichen und steuerlichen Aspekten, Businessplanung, Marketing, Kundengewinnung und Suchmaschinenoptimierung beschäftigt. 

Zusätzlich haben die Veranstalter zwei erfolgreiche Landsberger Gründer eingeladen, die von ihrem Start in die Selbstständigkeit berichten. „Insgesamt ist es ein schönes rundes Programm“, freut sich IHK-Betriebsberater Harald Hof, der gemeinsam mit der Handwerkskammer für München und Oberbayern sowie der Wirtschaftsförderung im Landrats­amt die Messe organisiert. 

Zur letzten „Existenz“ vor zwei Jahren kamen rund 150 Besucher. Auf „mindestens genauso viele Gäste“ hofft heuer Reinhard Häckl, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Landsberg. Von einem Gründerboom kann allerdings derzeit keine Rede sein. „Der stabile Arbeitsmarkt und der Fachkräftemangel haben das Interesse an Unternehmensgründungen deutlich sinken lassen“, so Häckl. Das ist keine Überraschung. „Wenn die Konjunktur brummt und die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt gut sind, geht die Anzahl der Neugründungen tendenziell zurück.“ 

Den ungeschützten Sprung ins kalte Wasser wagt derzeit nur rund ein Drittel aller angehenden Unternehmer – will heißen, dass nur 35 Prozent der Gründungen im Vollerwerb stattfinden. Der große Rest testet seine Geschäftsidee zunächst im Nebenerwerb. 

Der typische Gründer ist aktuellen Studien zufolge männlich, zwischen 25 und 45 Jahre alt und deutscher Staatsbürger. Aus Sicht der Wirtschaft ist in anderen Personengruppen noch viel Potenzial zu erschließen. „Ich denke da an Frauen, an Mitbürger ohne deutschen Pass und an Gründungswillige über 50“, so Häckl. Hartmut Drexel von der Handwerkskammer betont, dass man niemanden zur Gründung „überreden“ wolle. Aber diejenigen, die es wirklich in die Selbstständigkeit zieht, „wollen wir bestmöglich beraten“. 

Neben der klassischen Existenzgründung gibt es noch eine weitere Variante, die zunehmend an Bedeutung gewinnt: die Übernahme eines vorhandenen Betriebs. „Inzwischen ist jeder vierte Betriebsinhaber im Landkreis über 55 Jahre alt“, berichtet Alexandra Ledermann, die als Beraterin der Handwerkskammer Selbstständigen im Landkreis Landsberg zur Seite steht. Auch für potentielle Betriebsnachfolger sei die Existenzgründermesse „eine tolle Plattform“. 

Ulrike Osman

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