Aktionstag

Landsberg macht mobil

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Über eine erweiterte Fußgängerzone bis zum Sandauer Tor spalteten sich die Gemüter in der Bürgerbefragung. Im Rahmen eines Aktionstags am Samstag können Interessierte darüber mit Professor Herman Knoflacher diskutieren.

Landsberg – Wünscht sich der Lechstädter eine erweiterte Fußgängerzone, mehr Sitzgelegenheiten oder eine Fahr­- radsatzung? Ihre Antworten zum Thema Verkehr und Mobilität haben 355 Landsberger bei der zweiten Bürgerbe­fragung abgegeben. Am Samstag gibt es dazu einen Aktionstag.

„Es gab einige Punkte, die uns erstaunt haben“, sagt Stadtbaumeisterin Annegret Mich­ler. Daher findet am Samstag, 20. April, von 14 bis 18 Uhr der Aktionstag „Landsberg macht mobil“ unter anderem im Historischen Rathaus statt, bei dem die wichtigsten Punkte noch einmal aufgegriffen werden.

„Die Ergebnisse aus dem zweiten Bürgerpanel sind Grundlage für den Aktionstag“, erklärt Caroline Fischer aus dem Stadtbauamt. Eine repräsentative Auswahl von 750 Personen hat die Stadt angeschrieben, zudem konnte der Fragebogen auch online ausgefüllt werden und lag im Bürgerbüro, Bauamt und Tourist-Info aus. „Die Rücklaufquote ist beeindruckend“, findet OB Mathias Neuner. 355 Personen schickten den ausgefüllten Bogen zurück – das sind 47,3 Prozent. Beim ersten Bürgerpanel 2011 fanden nur 29,6 Prozent der Fragebögen den Weg zurück in die Verwaltung.

„Es gab einige Punkte, die uns erstaunt haben – wir wollen da trotzdem weitermachen“, erklärt Annegret Michler. Etwa bewerteten mehr als die Hälfte der Befragten die Beschilderung bislang namenloser Fuß- und Radwege als eher bis völlig unwichtig. Obwohl die Maßnahme auf Ablehnung stieß, bietet Stadtheimatpfleger Dr. Werner Fees-Buchecker am Aktionstag einen Spaziergang mit historischer Spurensuche nach Landsberger Wegenamen an.

Eindeutig befürwortet haben die Befragten allerdings das Aufstellen von Sitzbänken an attraktiven Punkten in der Stadt. 27 Prozent fanden das „sehr wichtig“ und 41 Prozent „wichtig“. Am Aktionstag bietet Michler daher einen Spaziergang unter dem Motto „Die Sitzbank als Ziel, Grund oder Verschnaufpause“ an. „Wir zeigen eine Kartierung des Ist-Zustandes“, erklärt die Stadtbaumeisterin. Die Maßnahme sei leicht umzusetzen, etwa könnte man Patenschaften für einzelne Bänke anbieten.

Mehr Fußgängerzone

Sehr kontrovers waren die Antworten zu der von Professor Herman Knoflacher vorgeschlagenen Erweiterung der Fußgängerzone: Während 29 Pro­- zent der Bürger das Thema als „sehr wichtig“ einstuften, bewerteten 25 Prozent es als „völlig unwichtig“. Prof. Knoflacher nimmt am Aktionstag teil und moderiert zur Fußgängerzone ab 16 Uhr eine offene Diskussion. „Es gibt keine Planungen“, stellt Michler klar; „aber das soll ein Angebot an die Bürger sein, über das Thema zu reden.“ Übrigens: Tempo 30 auf allen Nebenstraßen – das fand ebenfalls rund die Hälfte der Bürger nicht so wichtig. „Das überrascht uns, in anderen Kommunen ist das eines der Hauptthemen“, so Michler.

„Völlig unwichtig“ finden 29 Prozent die Förderung von E-Bikes in der Stadt, 21 Prozent finden das Thema noch unwich­tig, unentschieden waren 22 Prozent. Obwohl das Thema nicht wirklich auf Zustimmung stieß, sieht Michler „das Potenzial, das Image der E-Bikes zu verbessern“. Bernd Peter, Vorsitzender des ADFC Landsberg, bietet daher am Aktionstag eine kostenlose E-Bike-Tour durch die Stadt an.

Am Ende des Tages fassen die Aktionsleiter und -teilnehmer mit Oberbürgermeister Neuner die Ergebnisse von „Landsberg macht mobil“ zusammen. Die Erkenntnisse gehen laut Michler schließlich in den Stadtrat, wo das Konzept weiterentwickelt wird. Besonderer Leckerbissen, nicht nur für die Teilnehmer des Aktionstages: Am kommenden Samstag ist die Fahrt mit dem Stadtbus kostenlos. Da kann man den neuen Fahrplan (der KREISBOTE berichtete) ausprobieren und einfach mal einsteigen.“

Janina Bauch

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