Kulturförderpreisverleihung

Frische Kultur von ausgezeichneten Künstlern

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Landtrat Thomas Eichinger (rechts) ehrt im Stadttheater Landsberg die Kulturförderpreisträger 2018, Leon Dorn, Justin Robinson, Marie Andres und Katharina Buzin (von links).
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Am Samstag wurden im Stadttheater Landsberg die Kulturförderpreis des Landkreises verliehen.
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Am Samstag wurden im Stadttheater Landsberg die Kulturförderpreis des Landkreises verliehen.
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Am Samstag wurden im Stadttheater Landsberg die Kulturförderpreis des Landkreises verliehen.

Landsberg – Schon der Anfang ist begeisternd: Das Streichorchester der Musikschule entführt in die Zauberwelt Harry Potters: mit der Filmmusik zum vierten Teil des Welthits. Die Musiker sind jung. Sehr jung. Und sie stehen nicht nur auf der Bühne, sondern auch im zweiten Rang. Von dort schallen die Bläser zur Unterstützung. Klang, der das ganze Stadttheater beherrscht. Der Kulturförderpreis des Landkreises 2018 ehrt spannende Künstler. Nicht unbedingt Mainstream, sondern jeder ein echtes Unikat.

„Dolby Surround im Stadttheater“, beschreibt Landsbergs Kulturbürgermeister Axel Flörke, der durch den Abend führt, das einführende Potter-Klangerlebnis. Sogar das Foyer erklingt – per Liveübertragung aus dem Theatersaal. Dabei wirken die jungen Musiker in keiner Weise nervös. In hellblau, weiß und rot stehen die Nachwuchstalente, angeleitet von drei Dirigentinnen auf der Bühne. Die vierte Dirigentin gibt den Takt im 2. Rang vor. Ihre Namen: Birgit Abe, Lisa Pokorny, Katharina Kraus und Beate Leupold. Vier Teile, 120 Einzelmusiker – und es klingt perfekt zusammen. Dass es Filmmusik ist, passt. Ein bisschen pompöser, moderner. Musik für Klein und Groß. Ein absolut verdienter Sonderpreis.

Insgesamt zeigen die Preisträger viel Modernes. Auch die 17-jährige Marie Andres steht nicht nur im klassischen Ballettstil auf der Bühne: Eine Interpretation aus „Light“ von Maurice Béjart, zur Musik von Vivaldi, zeigt ihre Wandlungsfähigkeit. Ausdrucksstarke Bewegungen, die Emotionen zeigen und erzeugen. Der Tänzer und Choreograph Béjart holte das klassische Ballett aus seiner Nische und führte es ins breite Publikum. Gearbeitet hat der Künstler in Lausanne, in seiner Ecole de Rudra Béjart – wo Marie Andres gerade ihr Studium aufgenommen hat. „Das Tanzen ist wie Atem für Marie“, erzählt Laudatorin Beatrix Klein.

Justin Robinson habe gerade „die schweizerische Gemütlichkeit gegen die Berliner Schnauze“ getauscht, so Flörke: vom Bachelor-Studium in Basel auf die Filmuniversität Babelsberg. Elektronische Musik ist Justins Metier. Was er eindrucksvoll in einer noch klassisch orientierten Eigenkomposition für Streichquartett und in seinem Werk „Monolith“ beweist. Letzteres ist in einer Aufzeichnung zu sehen. Elektronisch verstärkte und erzeugte Geräusche, die zu Musik werden, langsames Pochen begleitet von einer Violine, das sich zu Lärm verdichtet und in einem Ton ausklingt. Justins Laudator Gerhard Abe-Graf ist sich sicher, dass Justin seinen eigenen Weg gehen wird: hin zum Filmmusiker. „Wir erwarten Herrn Tykwers Anmoderation deines ersten Filmes im Filmforum.“

Sie solle ihre Arbeit präsentieren, habe man ihr gesagt. Nicht einfach für Katharina Buzin, Theaterregisseurin. Kurzerhand bittet sie die zweite Reihe auf die Bühne. Jeder bekommt eine Aufgabe auf dem Weg von der Stückauswahl bis zur Premiere: Intendant, Bühnenbildner, Dramaturg sind nur einige von vielen. Wenn denn abseits der subventionierten Theater Geld da wäre. Für Buzins „Andechser Miniaturen“ stehen schließlich nur noch sie und der Schauspieler auf der Bühne. Für die Geschichte der Andechser Klostermaus, die Buzin mit einem kleinen Bauchladen illustriert. Theater in Minimalform, einfach bezaubernd.

Buzins Laudator Marcus Everding glänzt in bühnenreifer Formulierung, ist er doch selbst Theaterautor, selbst Regisseur. Er mahnt vor den Ansprüchen der Öffentlichkeit: Wenn Buzin den Faust inszeniere, solle er sicher „frisch, neu, belebend sein, den gesesselten Zuschauer zum Gefallen“. Man werde ihr antragen, Mephisto als Irren mit Pump-Gun darzustellen. Was Buzin sicher nicht tun werde: „Ihren Faust sehe ich gern. Sie krakeelen nicht, zerstören keine Stücke.“ Buzin sei im entwachsen, „gottlob nicht entlaufen. Und jetzt kommt ein Outing: Sie sind meine Theatertochter.“ Mehr kann man sich als junge Regisseurin wohl nicht wünschen.

Schlagzeuglehrer Stefan Schmid von der Musikschule ehrt in Laudatio samt Diashow seinen ehemaligen Schüler Leon Dorn: Schlagzeuger mit Präzision und Leidenschaft. Der schon als kleiner Junge Kochtöpfe zu Trommeln machte und in Bands mit obskuren Namen wie „Discoschorle“ oder „Pink Krawatten Power Trio“ spielte und spielt. Sogar eine Videobotschaft von Justins Lehrer in Dinkelsbühl, Claus Heßler mit Bartzopf, hat Schmid im Gepäck. Seine Kreativität zeigt Leon in zwei Eigenkompositionen: „The Fall“, Klaviermusik vom Laptop, zu dem er live spielt. Und ein Drum-Solo: Rhythmen, präzise und überraschend. Hohe Kunst. Wie auch der gesamte Abend. 

Susanne Greiner

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