Jugend musiziert-Preisträgerkonzerte in Landsberg

Beeindruckende musikalische Bandbreite

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Konnten sich am Ende von einem begeisterten Publikum beklatschen lassen: Die Teilnehmer des Jugend musiziert-Preisträgerkonzerts 2018 im Landsberger Rathaus.
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Alicia Victoria Solice und Charlotte Henckel
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Alicia Victoria Solice, Lilly Henning und Johanna Reuthner
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Anna-Yumi Rattel und Maria Stadnik
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Bettina Loth
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Christian Berger
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Emily Pfeiffer
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Finja Lutz

Landsberg – Voller Erfolg: Die Teilnehmer des Regionalwettbewerbs von Jugend musiziert 2018 in Landsberg haben abgesahnt. Insgesamt erteilten die strengen Juroren 92 erste Preise an die Musiker aus den Landkreisen Landsberg und Weilheim-Schongau. Knapp 40 der Gewinner werden weitergeleitet und sind somit beim Landeswettbewerb in Regensburg mit dabei. Am Samstag zeigten über 30 der glücklichen Gewinner beim Preisträgerkonzert im Rathaus Kostproben ihres Könnens – so viele, das reichte gleich für zwei Konzerte.

„Jugend musiziert ist in Deutschland der renommierteste Wettbewerb für junge Leute“, begrüßt Musikschulleiter Lothar Kirsch die Zuhörer beim mittäglichen Preisträgerkonzert. Immerhin halb voll ist der historische Festsaal des Rathauses. Und wer nicht da ist, verpasst etwas: Die jungen Musiker im Alter von neun bis 18 Jahren bieten einen spannenden Rundumblick über die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Von Werken Debussys bin hin zu Annette Ziegenmeiers „Vent Celtique“ von 2004, das mit Delay arbeitet, gibt es diverse Instrumentenkombinationen zu bestaunen. 

So begeistern gleich zu Beginn die jüngsten Teilnehmer Letizia Kopp (9, Ummendorf) und Noah Sitzberger (10, Vilgertshofen) an Violine und Klavier mit „Swietas Garten“ von Paul Hertel, ein Stück, in dem beide Musiker ein Solo haben, das sie bravourös meistern. Spaß macht es ganz offensichtlich auch, denn Hertel hat in sein Stück Klatschen und Fußstampfen als Begleitung eingeschrieben. Ebenso resolut steht Isabel Maier aus Dießen mit ihrer Trompete auf der Bühne – inklusive familiärer Unterstützung, denn Thomas Maier begleitet sie am Flügel. Einige dieser Geschwisterpaarungen sind zu finden: Lucia und Emily Hoefkens (Weil) mit einem Cello-Klavier-Duo oder Theresa und Ellinor Karius (Hofstetten), die Astor Piazolla vierhändig und temperamentvoll darbieten.

Spannend im wahrsten Sinne des Wortes ist Lilian Reiters Blockflötenbeitrag: Die Landsbergerin spielt Agnes Dorwarths „Krimi“. Ihr Begleiter am Klavier Gerhard Abe-Graf hat dabei zu tun: Die Saiten des Flügels zupfen, mit einem Besen anstreichen oder gar Tischtennisbälle mit Schmackes auf die Saiten werfen. Lilian gestaltet das Stück mit verschiedenen Flöten, auch mit Rufen und Klopfen. Zum Ende steigert sich das Klavier à la „Der weiße Hai“ in sich wiederholenden Tönen, Lilian trillert – und fällt dem „Peng!“ am Ende selbst zum Opfer. „Auf die vielen Gewinner unter den Blockflöten bin ich besonders stolz“, betont Kirsch. Sie kämen aus der Musikschule Landsberg, „und ohne guten Lehrer geht das nicht“ – weshalb Kirsch der Blockflötenlehrerin Susanna Ricchio ausdrücklich für ihr Engagement dankt. 

Brahms mitreißender „Ungarischer Tanz Nr. 5“ beendet das Mittagskonzert und leitet, als zeitlicher Ausreißer zu den eher modernen Darbietungen, zum Abendkonzert über. Darin herrscht das 19. Jahrhundert vor. So überzeugen die Landsberger Matthias Sturm am Klavier und Thomas Brüsselbach mit der Geige durch perfektes Zusammenspiel mit einer Sonate Edvard Griegs. Und die beeindruckende Pianistin Alicia Victoria Solice (Eberfing) präsentiert gemeinsam mit Charlotte Henckel (Uffing) ein wunderbares Rondo von Antonín Dvoràk. Auch am Abend gibt es lautmalende Musik. So Daniel Türks „Tonstücke für vier Hände“, aus denen Miriam und Jaqueline Quint (Iffeldorf) vierhändig am Flügel „Es toben Sturm und Ungewitter“ samt Donnergrollen spielen. Ein beeindruckendes Klavierduo, das zurecht den von Steinway & Sons gestifteten Preis erhält. 

„Insgesamt haben in den 55 Jahren von Jugend musiziert über eine Millionen Kinder und Jugendliche daran teilgenommen“, fasst Musikschulleiter Kirsch zusammen. Zu den 160 Regionalwettbewerben starteten dabei pro Jahr 20 000 Musiker. Die Finanzierung auf regionaler Ebene übernehmen dabei Sponsoren – in Landsberg die Sparkassen-Stiftung, die auch 2018 mit 4000 Euro aushilft. Gut ein Drittel der Teilnehmer des Regionalwettbewerbs kommen zum Landeswettbewerb. „Und letztendlich nehmen noch 2500 am abschließenden Bundeswettbewerb teil“, rechnet Kirsch vor. In Landsberg waren es heuer 140 Teilnehmer plus Begleiter. „Eine organisatorische Herausforderung. Ich war froh, als der Tag vorbei war“, lacht Kirsch. Auch die Musikbegleiter hatten zu tun. So Gerhard Abe-Graf, der am 10. Februar oft eilend zwischen den einzelnen Spielstätten zu sehen, letztendlich aber immer rechtzeitig zur Stelle war. Insgesamt lief die Organisation des dritten Musikwettbewerbs in Landsberg ohne große Probleme. Kurzum: Landsberg kann Jugend musiziert.

Susanne Greiner

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