Erstmals eine Frau an der Spitze?

Bürgermeisterwahl: Sandra Perzul tritt für die Dießener Bürger an

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Glückwünsche für die frisch gekürte Bürgermeister-Kandidatin Sandra Perzul (rechts) kamen von Antoinette Bagusat, Franz Kubat und dem noch amtierenden Gemeindeoberhaupt Herbert Kirsch (von links).

Dießen – Selbstbewusst mit einem Zitat von Friedrich Schiller stellte sich Sandra Perzul als Kandidatin für das Dießener Bürgermeisteramt vor: „Es steht und fällt ein Volk mit seinen Frauen.“ Sie wäre in der Tat die erste weibliche Chefin in der langen Geschichte der Marktgemeinde. Beste Chancen auf einen Wahlsieg räumt ihr jedenfalls die Gruppierung „Dießener Bürger“ ein, die sie im Unterbräu mit 27 Ja-Stimmen und einer Enthaltung nominierte. Als erster gratulierte Bürgermeister Herbert Kirsch seiner Wunschkandidatin.

„Offenheit, Transparenz und Zusammenarbeit mit allen Fraktionen im Marktgemeinderat“ versprach Sandra Perzul in ihrer Antrittsrede. Das zeigte sie bereits zu Beginn der Veranstaltung, als sie Abordnungen der Freien Wähler und der CSU herzlich begrüßte. Darunter Florian Zarbo und die parteilose Gemeinderätin Gabriele Scheidl. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich Zarbo für die Freien Wähler um das Bürgermeisteramt bewerben wird und bei Scheidl munkelt man, sie gehe für die CSU ins Rennen.

Die gerade 39 gewordene Sandra Perzul ist ein echtes „Dießener Gewächs“. Vater Manfred war bei der Wasserschutzpolizei in Dießen und Mutter Claudia Sekretärin in der Mädchenrealschule. Sandra besuchte die Carl-Orff-Schule und machte ihr Abitur am Rhabanus-Maurus-Gymnasium in St. Ottilien. Ihr Studium an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Mannheim schloss sie als Diplom Verwaltungswirtin (FH) für Beamte des gehobenen nichttechnischen Dienstes ab.

Seit 2002 arbeitet sie im Agenturbereich Weilheim der Agentur für Arbeit und ist aktuell als Leiterin der Pressestelle für die Landkreise Landsberg, Weilheim-Schongau, Fürstenfeldbruck, Starnberg und Garmisch-Partenkirchen tätig. Auch privates gab Sandra Perzul preis. Sie ist verheiratet mit Martin Perzul, den man als beliebten Fußballtrainer des MTV Dießen und als Schülerlotse für die Carl-Orff-Schule kennt. Ihr Sohn Lukas (8) spielt beim MTV Fußball in der U 8 und U 9.

Engagement und Ehrenamt seien für sie sehr wichtig und eine Selbstverständlichkeit, betonte die Kandidatin. So ist sie seit zehn Jahren Mitglied im Katholischen Frauenbund Dießen und wurde schon zum zweiten mal als Sprecherin in den Vorstand gewählt. Berühmt sei der von ihr organisierte Frauenbundfasching, wie sie nicht ohne Stolz erwähnte. Daneben engagiert sich Perzul seit acht Jahren ehrenamtlich beim Dießener Kleidermarkt.

Was für sie eine gute Bürgermeisterin ausmache, erklärte Perzul in wenigen Worten: Ehrlichkeit, Bürgernähe, Offenheit und Transparenz, Engagement und Einsatz für Gemeinde und Bürger. An einem Wahlprogramm arbeite sie noch, brachte aber bereits einige ihr wichtige Themen zur Sprache. Wie mehr Jugendarbeit, wobei sie bei „Jugendsprechstunden“ die Interessen der kommenden Generation besser kennenlernen will. Oder engen Kontakt zu Dießens Senioren, um deren Sorgen und Nöte zu verstehen. Die Gemeindestraßen wolle sie hinsichtlich Barrierefreiheit genau prüfen. Mit dem einheimischen Gewerbe werde sie sich kontinuierlich austauschen und sich um Schaffung und Erhalt von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen vor Ort kümmern. Intensiven Kontakt will sie zu den örtlichen Vereinen pflegen und für eine stärkere Vernetzung eintreten, wie zum Beispiel mit einem regelmäßigen Vereinsstammtisch. Bei der Infrastruktur sei für sie wichtig, die Verkehrsanbindung von Dießen nach Herrsching voranzutreiben.

„Ich möchte als ihre Bürgermeisterin aktiv und engagiert dazu beitragen, dass unsere Marktgemeinde auch für die künftigen Generationen lebens- und liebenswert bleibt. Sie als Bürger und unsere Kinder sollen sich hier ebenso heimisch fühlen, wie ich es tue.“ Mit diesem Schlusswort warb sie um ihre Nominierung, die sie ohne Gegenstimme bekam. Neben Bürgermeister Kirsch gratulierten als erste Antoinette Bagusat, die Vorsitzende der Dießener Bürger, und Gemeinderat Franz Kubat, der vor genau 30 Jahren die Gruppierung Dießener Bürger ins Leben gerufen hat. Übrigens an gleicher Stelle im Gasthof Unterbräu. Was man als gutes Omen für Sandra Perzul sehen kann. Schließlich begann auch hier die lange Bürgermeister-Karriere von Herbert Kirsch, der nicht mehr antritt und Sandra Perzul für die Kommunalwahlen am 15. März 2020 die Daumen drückt.

Dieter Roettig

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