Schule wird zum Rathaus

Sanierung der alten Schule in Hofstetten dauert länger als geplant

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Es kommt zu Verzögerungen bei der Sanierung der alten Schule. Bis März 2020 sollte aber alles geschafft sein.

Hofstetten – Anfang 2017 hat sich der Gemeinderat dazu entschieden, die alte Schule in Hofstetten zu renovieren und sanieren. Der Grund: Die Kommune ist landkreisweit die einzige ohne Rathaus und Sitzungssaal. Mittlerweile sind die Bauarbeiten schon relativ weit fortgeschritten. Aus dem ursprünglichen Plan, bereits zum Jahreswechsel das neue alte Gebäude zu beziehen, wird aber nichts. Durch die viel beschäftigten Handwerker verzögert sich alles ein wenig.

„Sie wissen‘s ja selbst, die Handwerksbetriebe sind voll ausgelastet“, erklärt Bürgermeister Benedikt Berchtold auf Anfrage des KREISBOTEN die Bauverzögerungen. Und wenn dann wichtige Bauvorhaben an Schule oder ähnlichem anstünden, würde die Sanierung des Hofstetter Gebäudes eben warten müssen. „Es ist ja nicht so dringlich bei uns.“ Wobei der Rathauschef, der, wie berichtet, bei den Kommunalwahlen im März nicht mehr antreten wird, schon gehofft hatte ein oder zwei Sitzungen im neuen Saal abhalten zu dürfen, wie er lachend erklärt. „Aber falls das nicht klappt, geht davon nicht die Welt unter.“ Schließlich warte man jetzt schon Jahrzehnte auf einen Sitzungssaal, da komme es auf ein paar Monate hin oder her auch nicht mehr an.

Tatsächlich könnte es mit der Wunscherfüllung knapp werden. Berchtold rechnet damit, dass die Bauarbeiten im Februar oder März abgeschlossen werden können.

Nach aktuellen Berechnungen wird die Gemeinde die Sanierung rund 1,9 Millionen Euro kosten. „Ursprünglich ist man von 1,5 Millionen Euro ausgegangen. Aber es war allen bewusst, dass man das nicht halten kann“, meint Berchtold. Das läge einerseits daran, dass es sich um einen Altbau handelt. Auf der anderen Seite treibe eben auch die aktuelle Baukonjunktur die Preise in die Höhe.

Allerdings hat die Gemeinde kürzlich von der Regierung von Oberbayern 600.000 Euro aus der Städtebauförderung bewilligt bekommen. Die Mittel stammen aus dem Bund-Länder Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“.

Für die insgesamt 1,9 Millionen wird einiges gemacht. Die Räume wurden entkernt, einige Decken wurden herausgenommen und durch Betondecken ersetzt. Die Ertüchtigung des Dachstuhls und die Erstellung von Dachgauben stehen ebenfalls auf dem Programm. Nicht zuletzt gibt es eine komplett neue Raumaufteilung, wie Berchtold berichtet. Ein Aufzug soll für die Barrierefreiheit sorgen. Aber nicht nur der. „Im Erdgeschoss wird es ein Behinderten-WC geben, das tagsüber für alle frei zugänglich ist.“ Also unter anderem auch für die Friedhofsbesucher.

Zudem bekommt die Kirche Räumlichkeiten im Erdgeschoss: einen Proberaum für den Kirchenchor, ein Büro für den Kirchenpfleger und auch die Ministranten sollen im Gebäude ihr Platzerl finden. Hinzu kommt dann noch ein Mehrzweckraum mit Seniorentreff.

Im Obergeschoss zieht dann der Bürgermeister mit Vorzimmerdame ein. Der Sitzungssaal, eine Teeküche und ein Archiv werden dort ebenfalls untergebracht. Zu guter Letzt wird unterm Dach ein gemeindliches Archiv eingerichtet.

„Die Gewerke sind schon fast alle vergeben.“ Nur für die Teeküche müsse man sich noch jemanden suchen. Na dann, hoffen wir mal, dass Berchtold zumindest für ein paar Wochen noch etwas von dem neuen Büro und Sitzungssaal hat.
Stephanie Novy

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