"Gravierende Schäden"

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Im Wald zwischen Geltendorf und Eresing liegt eine der 175 unrettbar maroden bayerischen Bahnbrücken.

Eresing – Eine Anfrage des Grünen Bundestagsabgeordneten Toni Hofreiter brachte es an den Tag: 175 Eisenbahnbrücken in Bayern sind so marode, dass eine Sanierung wirtschaftlich nicht mehr vertretbar ist. Sie müssen über kurz oder lang abgerissen und neu gebaut werden. Eine der Brücken steht im Wald zwischen Geltendorf und Eresing.

Autofahrer und Passanten bekommen die Brücke an der Bahnstrecke München – Lindau normalerweise nicht zu sehen. Sie überspannt einen land- und forstwirtschaftlichen Weg, der für den allgemeinen Verkehr gesperrt ist. Die Bahn stuft das Brückenbauwerk in die schlechteste von vier Kategorien ein: gravierende Schäden, wirtschaftliche Instandsetzung nicht mehr möglich. „Diese Brücke soll in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren erneuert werden“, teilt die Bahn auf Anfrage mit. Aktuell seien allerdings nur „kleinere Sanierungsarbeiten“ notwendig, die regel- mäßig durchgeführt würden. 

Umso überraschender, dass in der Umgebung der Brücke umfangreiche Baumaterialien gelagert sind. Diese gehören jedoch zu einer Baustelle ganz in der Nähe, der Eisenbahnbrücke nahe des Geltendorfer Bahnhofs, an der Kreisstraße nach Eresing. Das etwa 106 Jahre alte Stahlbetonbauwerk muss aufgrund von Feuchtigkeits- und Korrosionsschäden erneuert werden, gleichzeitig wird die Durchfahrt breiter und höher. Die neue Eisenbahnbrücke wird bis Oktober in seitlich versetzter Lage gebaut und dann über eine Verschubbahn mit Hilfe einer hydraulischen Presse etwa 20 Meter an ihre Endposition geschoben. 

Die beiden betroffenen Bahnstrecken, München – Buchloe und Mering – Weilheim, sollen deshalb in der Zeit vom 26. Oktober bis 3. November voll gesperrt werden. Die Reisenden müssen in dieser Zeit in die Busse des Schienenersatzverkehrs umsteigen.

Ulrike Osman

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