Streitthema Klostereck

Sanierung des Klosterecks soll nicht verschoben werden.

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Licht aus, Vorhang zu: Der ‚projektraum im klostereck‘ ist seit gestern geschlossen.

Landsberg – „An der Situation und deren Einschätzung hat sich nichts geändert: Das Klostereck muss saniert werden.“ Die Stellungnahme von Oberbürgermeister Mathias Neuner ist deutlich. Die Sanierung des Deckenfreskos solle nun doch bereits 2019 stattfinden. Die Reaktion der Mieterin des Klosterecks Catherine Koletzko mit ihrem Kulturprojekt: Der ‚projektraum‘ ist ab sofort geschlossen.

Dem vorausgegangen war ein Beschluss im Finanzausschuss, die Sanierung zugunsten eines Schallschutzes der Ursulinenklosterkirche auf 2020 zu verschieben. Was geteilte Reaktionen hervorrief. Hatte man doch dem ursprünglich dort bestehenden Blumenladens bereits 2017 wegen der angeblich dringend notwendigen Sanierung gekündigt.

Nach der Entscheidung, die Sanierung zu verschieben, „folgte eine turbulente Woche mit heftigen Reaktionen der öffentlichen Medien“, schreibt Koletzko in ihrer Bekanntgabe der Schließung ihres Kulturraums – der laut Vertrag offiziell erst Ende März 2019 ausgelaufen wäre. Der Grund für die Schließung: Neuner habe den Medien gegenüber davor gewarnt, dass „Teile abbrechen können“ – und zwar jederzeit. „Dies bedeutet in der Konsequenz, dass ich ein weiteres ‚Bespielen‘ des Klosterecks nicht verantworten kann, mich damit auch angreifbar machen würde“, schreibt Koletzko. Weshalb der Raum seit Mittwoch, 28. November, geschlossen ist.

„Um es kurz zusammenzufassen: Es wird bis Ende März nichts von der Decke fallen“, heißt es hingegen in der heutigen Stellungnahme Neuners zu dem Vorfall. „Es ist keine Gefahr im Verzug.“ Die Sanierung sei jedoch dringend, da sich „die Substanz kontinuierlich verschlechtert“. Gemäß den restauratorischen und statischen Untersuchungen der Decke im Klostereck sei „eine statische Ertüchtigung der Decke und anschließende Restaurierung der Fresken einschließlich der Instandsetzung der gesamten Raumschale“ notwendig, präzisiert Neuner. Die Sanierungsmaßnahmen seien erheblich. Hier müsse mit „Ruhe und Zeit agiert werden. Wir müssen mit einer Schließzeit von bis zu einem Jahr ausgehen.“ Das Bauamt habe bereits alle Maßnahmen aufgelistet. Werde die Sanierung 2019 im Rahmen des Haushalts genehmigt, könne man die Ausschreibung für die Arbeiten starten.

Auch die Meinung von Stadtheimatpfleger Werner Fees-Buch-

ecker hat sich Neuner eingeholt. Auch Fees-Buchecker betone, dass die Arbeiten nicht nochmals verschoben werden sollten: „Ein weiteres Abwarten würde den Zustand des Deckenfreskos sicher verschlechtern.“

Dass der Vertrag mit Koletzko Ende März im kommenden Jahr auslaufen würde, war bekannt. Unruhe kam in diese Planung erst, als Axel Flörke (Landsberger Mitte) im Finanzausschuss vergangene Woche den Antrag einbrachte, eine Schallschutzmaßnahme für die Klosterkirche mit Kosten in Höhe von 100.00 Euro einzuplanen. Wenn eine gleichzeitige Sanierung des Klosterecks, für die 200.000 Euro eingeplant sind, nicht möglich sei, könne man diese um ein Jahr verschieben. Und das hätte eine Weiternutzung des Klosterecks seitens Koletzko ermöglicht – auch wenn diese erst der Zustimmung des Stadtrats bedurft hätte.

Der Finanzausschuss stimmte dem Antrag Schallschutz Klosterkirche zu. Ebenso entschloss man sich, die Sanierung des Klosterecks um ein Jahr auf 2020 zu verschieben. Letzteres wurde allerdings äußerst kritisch aufgenommen (der KREISBOTE berichtete).

Jetzt ist das Klostereck geschlossen. Alle anstehenden Veranstaltungen wurden seitens Koletzko abgesagt. Ob das auch nach Neuners heutiger Bekanntgabe, es herrsche keine Gefahr, so bleibt, ist abzuwarten. Inwieweit wann genau welche Sanierungsmaßnahmen im Klostereck stattfinden sollen, wird endgültig wohl erst kommende Woche im Finanzausschuss festgelegt werden.

Susanne Greiner

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