Die Sanierung muss sein – In Uttings Gemeindewohnungen zieht es gewaltig – Erst ein Gutachten?

Eine Mieterbefragung, die vom SPD-Ortsverein bereits im Mai in den drei betagten Wohnanlagen der Gemeinde, in der Schönbach-, Kellersgarten- und Dyckerhoffsiedlung, durchgeführt worden war, lässt auf umfangreichen Sanierungsbedarf schließen. Und das warf jüngst im Gemeinderat zahlreiche Fragen nach dem Wie und Wann auf.

Den Mietern wurden 28 Fragen zu ihrer Wohnung sowie den Gemeinschaftsanlagen und zur allgemeinen Wohnsituation vorgelegt. Von 60 anonymen Fragebogen, so Referent und SPD-Gemeinderat Tobias Gratzl, seien 34 ausgefüllt und zurückgeleitet worden. Damit sei die vorliegende Umfrage „repräsentativ“. Gemäß der Umfrage leben die Mieter gerne in den gemeindeeigenen Wohnungen. Auch im persönlichen Gespräch, das die SPD mit den Bewohnern gesucht habe, sei lediglich konstruktive Kritik geäußert worden. Als dringend erforderlich wurde in allen Wohnanlagen die Sanierung der Fenster und der Heizung eingestuft. Ganz oben auf der Wunschliste der Bewohner steht auch ein neuer Hausanstrich. Ein Problem stellt für viele Mieter die Hellhörigkeit ihrer Wohnungen da. Erst ein Gutachten Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) wies im Anschluss an die Präsentation darauf hin, dass bereits 20000 Euro für eine energetische Untersuchung im Haushalt eingestellt seien. Zu den dringlichsten Aufgaben der Gemeinde ge-höre es außerdem, weiterhin zivile Mietpreise in den Gemeindewohnungen zu gewährleisten. Derzeit liegen sie bei 2,30 bis 4,30 Euro pro Quadratmeter liegen. Lutzenberger schlug vor, in einem ersten Schritt die Energieberaterin der Gemeinde um ein Gutachten für eine energetische Sanierung zu bitten. Allerdings sollte der Gemeinderat noch vor der nächsten Haushaltsberatung wissen, wie hoch die zu erwartenden Sanierungskosten sein könnten, gab Alexander Noll (CSU) zu bedenken. Mit einer umfassenden Sanierung von Fenstern, Fassaden und Heizungen werde man die Hellhörigkeit und die fünf Stufen vor jeder Haustür allerdings nicht in den Griff bekommen, meinte Michael Weber (FW). Deshalb bat er um einen Kostenvergleich zwischen einer Sanierung und dem sukzessiven Neubau der Wohnhäuser bei laufendem Betrieb durch einen Architekten. Bei einem Neubau könne man zielgruppenorientiert planen, so Weber, und zugleich hinterfragen, ob die Gemeinde weiterhin 60 Gemeindewohnungen benötige. Es sei die Aufgabe der Gemeinde, günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, meinte Karl Sauter (CSU). 54 Wohnungen seien derzeit belegt. Ein Neubau werde „über den Daumen gepeilt 5,4 Millionen Euro kosten und danach wären wir pleite“, betonte er. Für eine energetische Sanierung gäbe es dagegen entsprechende Zuschüsse aus den Fördertöpfen des Freistaates. Kleiner Dienstweg Während bei der Außenhaut der Häuser eine Rundumsanierung notwendig sei, sei eine komplette Innensanierung aus Sicht der Mieter nicht notwendig, meinte auch Helmut Schiller (SPD). Hier könne die Gemeinde auf dem „kleinen Dienstweg“ aktiv werden, sobald individueller Sanierungsbedarf angemeldet werde. Petra Herzog (FWG) gab zu bedenken, dass man nicht nur die Kosten sondern auch den gruppenspezifischen Bedarf für alte Leute oder junge Familien betrachten müsse. „Hier liegen der Gemeinde keine konkreten Untersuchungen vor, die in die Zukunft weisen. Aber wenn wir Entscheidungen fällen wollen, brauchen wir Zahlen.“ Zu hinterfragen sei auch die Vergabepolitik, so Patrick Schneider (GAL), „damit die richtigen Leute eine Gemeindewohnung bekommen.“ Peter Noll (Grüne) regte an, von einem Beschluss „aus der hohlen Hand“ abzusehen. Vorab, so sein Vorschlag, der vom Gremium angenommen wurde, sollen sich die Gemeinderatsfraktionen „zielführende Gedanken“ machen, die dann im Bau- und Finanzausschuss besprochen werden sollen.

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