Eine brennende Frage

+
Kauferings Feuerwehrkommandant Markus Rietig (vorne) zeigte, dass sich seine Feuerwehrmänner und –frauen nur in der Fahrzeughalle umziehen können. Im Alarmfall sind teilweise die Tore schon auf. Im Winter sei das kein Vergnügen, sagte Rietig.

Kaufering – Die freiwillige Feuerwehr rückte jüngst auf einer Sondersitzung in den Blickpunkt der Marktgemeinderäte. Bereits auf der Klausurtagung nach den Kommunalwahlen waren die Mängel des Gebäudes angesprochen worden. Im Vordergrund stand somit die brennende Frage, ob man das Feuerwehrhaus sanieren oder gleich neu bauen soll. Dazu hatte Bürgermeister Erich Püttner das Angebot eines Ingenieurbüros eingeholt, das die Gemeinde beraten und einen Feuerwehrbedarfsplan aufstellen soll. Dieser Plan soll die Grundlage für die Entscheidung des Marktgemeinerates im Frühjahr nächsten Jahres werden.

Geplant war, dass die Marktgemeinderäte zunächst eine Begehung des Gebäudes machen und anschließend in öffentlicher Sitzung über das Angebot eines Ingenieurbüros für die Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplanes abstimmen sollten. Es war Kauferings Ex-Bürgermeister Dr. Klaus Bühler, der die Tagesordnung auf den Kopf stellte. Er wollte über das Angebot für einen Feuerwehrbedarfsplan vorab in nichtöffentlicher Sitzung reden. Erst dann sollte die Führung stattfinden. 

So kam es, dass Zuhörer, Presse und die eingeladene Spitze der freiwilligen Feuerwehr Kaufering fünf Minuten nach Sitzungsbeginn den Saal verlassen mussten. Die Zuschauer fanden es unverschämt und die Gruppenführer der Feuerwehr wunderten sich, dass die Marktgemeinderäte nichtöffentlich ohne ihre fachliche Kompetenz beraten wollten. So begann die Führung durch das Gebäude eine halbe Stunde später. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der freiwilligen Feuerwehr Kaufering können ihre Arbeit für die Allgemeinheit nicht unter optimalen Bedingungen erfüllen. Das konnte Feuerwehr- kommandant Markus Rietig den Marktgemeinderäten bei der Führung schnell deutlich machen. Die Umkleidesituation ist ein Beispiel dafür. 

Im Alarmfall müssen sich die Männer und Frauen der Feuerwehr in der Fahrzeughalle teilweise bei offenen Hallentoren unter beengten Verhältnissen umziehen, da entsprechende Räume fehlen. Drastisch ist auch die Toiletten- und Duschsituation im Keller des Gebäudes. Es gibt keine separaten Duschräume für die Feuerwehrfrauen. Gelöst hat Markus Rietig das Problem provisorisch mit Schildern an der Tür zum Duschraum. „Besetzt – Mädels und Frauen sind duschen!!! Kein Zutritt für Jungs/Männer“. 

Die Lagerräume im Keller sind das nächste Problem. „Der Lastenaufzug wird vom TÜV jedes Jahr bemängelt“, betonte Markus Rietig. Er wies darauf hin, dass es keine Ersatzteile für den uralten Aufzug mehr gäbe. Deswegen sei der Keller als Lagerraum ungeeignet. Darüber hinaus gäbe es Wasserschäden im Bereich der Decken, bedenklich, weil teilweise die bis zu 24 Tonnen schweren Einsatzfahrzeuge darüber stehen. Im Bereich der Schlauchwaschanlage im Keller steht das Wasser auf dem Fußboden, da die Gullys teilweise höher liegen als der Fußboden. 

Auch die Schlauchprüfanlage entspricht nicht mehr den neuesten Vorschriften, gab Rietig dem Marktgemeinderat mit auf den Weg. Man könnte darüber hinaus viel Wasser sparen, wenn bei der Schlauchwaschung das Wasser wieder verwendet werden könnte. Nicht optimal ist auch die Raumsituation für Schulungen und Versammlungen. Der große Sitzungssaal im Gebäude wird für Marktgemeinderatssitzungen und von der VHS genutzt. Angedeutet wurde, dass sich hier aber eine Lösung abzeichne, wenn die leer stehenden Räume des ehemaligen Drogeriemarktes am Fuggerplatz sowohl für Gemeinderatssitzungen als auch für die VHS genutzt werden können. Der KREISBOTE hatte darüber berichtet. 

Die Gebäudemängel bei der Kauferinger Feuerwehr sind schon länger bekannt. Sie beeinträchtigen nicht die Einsatzbereitschaft, erschweren aber die Arbeitsbedingungen der 80 freiwilligen Helfer, darunter 10 Frauen. In einem Gutachten des GUVV (Bayerischer Gemeinde-Unfallversicherungsverband) aus den Jahren 2010 und 2012 sind die Mängel aufgelistet. Rietig betonte, dass die Mängel teilweise beseitigt wurden, aber auch wieder neue hinzugekommen seien. Bürgermeister Erich Püttner wird auf Bitte von Marktgemeinderat Thomas Salzberger dem Gremium eine aktualisierte Mängelliste zukommen lassen. 

Der Fahrplan für die Entscheidung, ob saniert oder neu gebaut werden soll, kann nach Aussage des Rathauschefs bereits im Frühjahr fallen. Püttner sagte, falls sich der Marktgemeinderat für eine Sanierung entscheide, könne kurzfristig mit der Mängelbeseitigung begonnen werden, beispielsweise bei dem Einbau von getrennten Duschen für die weiblichen Feuerwehrangehörigen. Grundsätzlich zuständig für die Kauferinger Feuerwehr ist nach dem bayerischen Feuerwehrgesetz ist die Marktgemeinde. Informationen über die Kauferinger Feuerwehr gibt es unter www.feuerwehr-kaufering.de.

Siegfried Spörer

Meistgelesen

Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Söder: "Nazi-Vorwürfe sind eine Sauerei"
Söder: "Nazi-Vorwürfe sind eine Sauerei"
"So nicht, Herr Erdogan!"
"So nicht, Herr Erdogan!"
Herzhaft finstere Lebenslieder
Herzhaft finstere Lebenslieder

Kommentare