Ende des Jahres ist Schluss:

Adé Blumenladen Klostereck

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Noch ist er in Betrieb, im neuen Jahr aber Geschichte: Anita Kaiser-Schmid gibt den Blumenladen am Klostereck (Foto) aus persönlichen Gründen auf. Wie es nach der Sanierung der Leonhardikapelle weitergeht, ist noch offen.

Landsberg – Vor fünf Jahren war die von Oberbürgermeister Mathias Neuner forcierte Räumung der Leonhardikapelle im Klostereck noch ein großer Aufreger. Der OB wollte den Blumenladen schließen und stattdessen ein Kulturbüro eröffnen. Das Vorhaben scheiterte an erheblichem Widerstand. Nun ist die Lösung gefunden: Betreiberin Anita Kaiser-Schmid gibt ihr Geschäft zum Jahresende auf. Danach werden das Fresko restauriert und die Balken der Zwischendecke saniert. Über die weitere Nutzung entscheidet der Stadtrat später.

Was war das für eine Aufregung im Herbst 2012, als die Stadt als Eigentümerin des Klosterecks den Pachtvertrag mit dem Traditionsgeschäft abrupt kündigen wollte; da holte sich OB Mathias Neuner eine blutige Nase. Tatsächlich gab es damals noch keine genauen Untersuchungen über die erforderlichen Arbeiten. Und von der Notwendigkeit der Einrichtung eines öffentlichen Kulturbüros an dieser Stelle war kaum jemand überzeugt.

Inzwischen hat sich die Lage grundlegend verändert. Nun ist klar: Problem Nummer 1 entsteht vor allem durch einen zweigeschossigen Überbau, der im Jahr 1765 errichtet wurde. Dort hat sich die Decke um bis zu 21 Zentimeter gesenkt. 1905 hat man zwar versucht, die Decke mit Balken zu entlasten; das ist aber nicht gelungen. Dieses statische Problem hat mit der Erdgeschossnutzung als Blumenladen nichts zu tun – eine Feststellung, auf die Kaiser-Schmid einem Schreiben an die Stadt zufolge Wert legt, weil sie glaubt, dass andere Vermieter die Auffassung vertreten könnten, ein Blumenladen bringe die Statik ihres Hauses in Gefahr. Die Stadtverwaltung bestätigt gern: mitnichten.

Wasserschaden

Problem Nummer 2 ist die Deckenmalerei, die die Stadt vor fünf Jahren noch als „einzig nachweisbares Fresko von Dominikus Zimmermann“ bezeichnet hatte. Inzwischen weiß sie von Kreisheimatpflegerin Heide Weißhaar-Kiem, dass es sich wohl um eine „Werkstatt­arbeit“ seiner Mitarbeiter ohne „durchgängige eigene Tätigkeit von Dominikus Zimmermann“ handelte. Wie auch immer: Dass das Fresko erhalten bleiben soll, ist unumstritten. Zum jetzigen Zustand hat der Blumenladen durch die entstehende Feuch­tig­keit wohl beigetragen. Der Hauptgrund ist aber auch hier ein anderer: Vor Anbau der Musikschule gab es nämlich an der Nordfassade einen großen Wasserschaden, der bis heute nachwirkt.

Insofern trifft sich die nunmehr fundierte Restaurierungsabsicht der Stadt mit der aktuellen Lebensplanung von Anita Kaiser-Schmid. Sie ist inzwischen zweifache Mutter und kann sich nicht mehr intensiv genug um das Blumengeschäft kümmern. Daher bot sie der Stadt eine Auflösung ihres Pachtvertrages zum Jahresende an. Sie selbst wolle erst einmal keinen Laden betreiben, würde aber gerne gefragt, wenn die Stadt nach Abschluss der 250.000 Euro teuren Sanierung erneut an einen Blumenladen denken sollte.

Eine solche Nutzung schloss Oberbürgermeister Neuner allerdings spontan aus: „Es kommt auch eine städtische Nutzung in Betracht“. Das veranlasste Stadtrat (und Einzelhandelsreferent) Hans-Jürgen Schulmeister (Landsberger Mitte), gleich einen Antrag auf „spätere Einzelhandelsnutzung“ zu stellen; die Mehrheit des Ausschusses wollte sich dazu allerdings noch nicht verpflichten.

Werner Lauff

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