Rund um die Uhr im Einsatz

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Georg Kobschätzky (rechts) leitet die BRK-Sanitätsbereitschaft im Landkreis, die am Samstag im Stadttheater ihr 125-jähriges Jubiläum beging. Zu den Gratulanten zählte auch Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk.

Landsberg – Ob Ruethenfest oder Fußball-Weltmeisterschaft 2006, Kaltenberger Ritterturnier oder Flüchtlingsbetreuung – die Sanitätsbereitschaft des BRK-Kreisverbands Landsberg ist überall aktiv. Gut 200 ehrenamtliche Helfer gehören ihr an, und sie hatten am Samstag Grund zu feiern. Mit einer Präsentation auf dem Hellmair-Platz und einem Festakt im Stadttheater beging die Sanitätsbereitschaft ihr 125-jähriges Bestehen.

Eigentlich liegen die ersten Aktivitäten des BRK in der Lechstadt sogar noch länger zurück, wie Kreisbereitschaftsleiter Georg Kobschätzky in seiner Festansprache berichtete. 1866 wurde zum ersten Mal ein Landsberger „Zweigverein“ des wenige Jahres zuvor gegründeten Roten Kreuzes in den Annalen erwähnt. Doch die Gruppierung löste sich schon bald wieder auf. 

Erst am 22. Juni 1889 fiel der eigentliche Startschuss, als der Korpsarzt der Freiwilligen Feuerwehr die Sanitätskolonne Landsberg gründete. Auf der Stelle schlossen sich rund 50 Freiwillige an. Sie trugen zunächst Feuerwehruniformen und gehörten noch bis 1906 als Zweigstelle zum Münchner Roten Kreuz. Bereits 1912 übernahmen die Sanitäter die Aufgabe, Kranke aus dem gesamten Landkreis ins Krankenhaus der Lechstadt zu bringen, so Kobschätzky. „Man ging zu Fuß und benutzte einen Handwagen.“ Die Kosten von 18 Mark pro Transport hatte der Patient selbst zu berappen. 1927 wurde das erste Sanitätsauto angeschafft.

6000 Einsatzstunden 

Von Katastrophenschutz über die Absicherung von Großveranstaltungen bis hin zu Krisenintervention und Flüchtlings- betreuung reicht heute das Aufgabenspektrum der Ehrenamtlichen. Eine Herausforderung sei alle vier Jahre das zeitliche Zusammentreffen von Ruethenfest und Kaltenberger Ritterturnier, so Kobschätzky, da man bei beiden Ereignissen präsent sei. Die Betreuung von ehemaligen DDR-Bürgern nach der Maueröffnung, das August-Hochwasser 2002, die Fußball-WM im eigenen Land – überall leistete die Landsberger Sanitätsbereitschaft ihren Beitrag. Die Aktiven bringen es laut Kobschätzky auf 6000 Einsatzstunden im Jahr. 

So viel ehrenamtliches Engagement kann sich des Lobes der Politik sicher sein. Ausgesprochen wurde es in diesem Fall von Landrat Thomas Eichinger, OB Mathias Neuner und dem Landtagsabgeordneten Alex Dorow, der gleichzeitig BRK-Kreisvorsitzender ist. Er sprach den Aktiven „herzlichen Dank und größten Respekt“ aus und forderte gleichzeitig vom Staat, weiterhin dafür zu sorgen, „dass die Rahmenbedingungen für die Helfer stimmen“. 

Gute Partner 

Der Landkreis wolle dem BRK weiterhin ein guter Partner bleiben, versicherte Eichinger. „Wir bauen jeden Tag auf Ihre Unterstützung. Das Rote Kreuz ist für uns alle ein Segen.“ OB Neuer lobte den Einsatz „für die Würde aller Menschen“. Stellvertretend für den BRK-Präsidenten Theo Zellner war Lan- desgeschäftsführer Leonhard Stärk erschienen. Er würdigte die Angehörigen des Bereitschaftsdienstes als „Herz, Hand, Kopf und Seele des Roten Kreuzes vor Ort“. 

Für acht der Ehrenamtlichen endete der Festabend abrupt: Sie mussten kurz vor Mitternacht zu einem schweren Unfall auf der A96 ausrücken.

Ulrike Osman

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