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Feilen am Wortlaut

Neue Satzung für Seeanlagen in Schondorf dauert noch 

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Witterungsbedingt werden im Winter in den Schondorfer Seeanlagen wohl keine Outdoor-Feiern mit Alkohol und lauter Musik stattfinden. Aber bis zum Beginn der neuen Saison will die Gemeinde die neue Satzung zur Benutzung der Seeanlagen fertig haben. Dann besteht die Möglichkeit eines Alkoholverbotes, wenn in der „Seepost“ (links) Schülerpartys stattfinden.

Schondorf – Es waren Schlagzeilen und Anliegerbeschwerden, die Bürgermeister Alexander Herrmann und den Gemeinderäten nicht gefielen: Alkohol-Exzesse bis zu Notarzt- und Polizei-Einsätzen, Ruhestörung wegen zu lauter Musik, Vandalismus und sogar ungehemmter Sex in den Seeanlagen und angrenzenden Grundstücken. Alles ausgehend von Schülerpartys in der Gaststätte ‚Seepost‘ oder vom Sammersee-Festival auf dem Gelände des nahen Strandbades Forster.

Freilich können weder die Seepost-Wirtin noch die Sammersee-Macher etwas für die zu wild feiernden Heranwachsenden. Denn die waren entweder gar nicht auf den Partys beziehungsweise auf dem Festival oder sie hatten die Veranstaltungen bereits verlassen, um ‚outdoor‘ unkontrolliert weiter zu feiern.

Bürgermeister Alexander Herrmann sprach sich daraufhin für die Einführung eines zeitweisen Alkoholverbots sowie eines Verbots von elektronisch verstärkter Musik an den Abenden und Nächten aus, an denen in unmittelbarer Nähe der Seeanlagen Veranstaltungen für die Jugend stattfinden. Damit habe die Polizei eine Handhabe, angetrunkenen und pöbelnden Jugendlichen einen Platzverweis zu erteilen. Voraussetzung dafür sei eine Neufassung der Seeanlagen-Satzung, die seit 1996 nicht geändert wurde. Bis dato waren die Schwerpunkte der Anleinzwang von Hunden und die Beseitigung von Tierfäkalien sowie das Verbot, die Seeanlagen als Liegewiese zu benutzen.

Neue Inhalte

Bei der Neufassung der Satzung hatte Bürgermeister Herrmann gleich noch ein paar weitere Punkte eingebaut, die bei der jüngsten Gemeinderatssitzung ausgiebig diskutiert wurden. Die Möglichkeit eines zeitweisen Alkoholverbots war unbestritten. Aber bereits beim Verbot von Feuerwerkskörpern schieden sich die Geister. Muss das Silvester-Feuerwerk und das Neujahrs-Böllerschießen jetzt jedes Mal neu genehmigt werden? Laut Bürgermeister Herrmann eindeutig ja.

Dürfen Fahrräder nur noch geschoben werden, um die Spaziergänger nicht zu gefährden? Können die Seeanlagen als Liegewiese benutzt werden? Gegen eine Decke hatten die Gemeinderäte nichts, aber die Wiesen sollten nicht für den Badebetrieb herhalten. Grillen und Zelten sind natürlich verboten, aber gelten ‚Strandmuscheln‘ zum Schattenspenden als Zelte?

Satzung verschoben

Da wegen Umfang der neuen Satzung und den genauen Formulierungen Uneinigkeit im Gremium bestand, wurde der Tagesordnungspunkt abgebrochen und auf eine der nächsten Sitzungen verschoben.

Dann wird auch zu klären sein, wie man die neue Satzung den Seeanlagen-Nutzern nahebringt. Ein Aushang in den beiden Schaukästen im Uferbereich ist klar, aber auch Schilder mit leicht verständlichen Piktogrammen wie in Utting wären sicher begrüßenswert. Wie aber macht man dem Party-Volk klar, dass genau am Tag X Alkoholverbot besteht? Hier muss sich die Gemeinde noch etwas einfallen lassen.

Dieter Roettig

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