In den Seeanlagen:

Augsburger Segler ausgebootet?

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Die ausgedehnte Freiflächennutzung der Augsburger Seglergemeinschaft ist der Gemeinde Dießen ein Dorn im Auge.

Dießen – Der Bau- und Umweltausschuss hat den Bebauungsplan „Campingplatz St. Alban“, der die Ausweisung des begehrten Seegrundstücks als öffentliche Grünfläche vorsieht, einstimmig als Satzung beschlossen. Ein Dorn im Auge ist der Gemein-de nach wie vor die stetige Ausdehnung der Freiflächennutzung durch die Seglergemeinschaft Augsburg (SGA) als Bootsliege- und Vereinscampingplatz, aber auch die Ausweitung des benachbarten öffentlichen Campingplatzes auf der Südseite des Seerestaurants, wo derzeit viele Urlauber ihre Ferien verbringen.

Die Einwendungen der SGA, wonach eine sachgerechte Abwägung der Interessen ebenso wenig erfolgt sei wie die Ausweisung von Baurecht zugunsten des Vereins, ließ die Ge- meinde nicht gelten. Auch müsse die Festsetzung als öffentliche Grünfläche nicht das „Aus“ für den Verein bedeuten. Zuvor habe es mit der SGA jahrelange Gespräche im Zusammenhang mit der Ansiedlung eines Boothauses für das Ammersee Gymnasium (ASG) gegeben. Eine Einigung hätte allerdings wegen der „kompromisslosen Haltung der SGA“ nicht erreicht werden können.

Da mittlerweile ein Alternativstandort für das Bootshaus nördlich des Campingplatzrestaurants im Gespräch sei, sei es Ziel der Gemeinde, im südlichen Areal einen öffentlichen Seezugang zu schaffen. Es sei sehr bedauerlich, so die Formulierung des Bauamtes, „dass die SGA keinerlei Einsicht“ dahingehend zeige, gerade in diesem „sensiblen Seeuferbereich baurechtliche Vorgaben zu beachten“.

In diesem Zusammenhang habe auch das Landratsamt Landsberg bislang keine rühmliche Rolle gespielt, was aber die Planungshoheit der Marktgemeinde nicht einschränken könne. Mit ihrer Bauleitplanung möchte sie nun „für klare Verhältnisse“ sorgen, „die langfristig umgesetzt werden müssen.“ Nach Gesprächen mit dem SGA, nach „Gedankenspielen und Planungsvarianten“ die aber gescheitert seien, habe man sich deshalb für die umfassende Festsetzung einer öffentlichen Grünfläche entschieden.

Kein Bestandsschutz

Grundsätzlich, so Bauamtsleiterin Johanna Schäffert in ihrem Sachvortrag, sei sich die Gemeinde bewusst dass es sich bei der SGA um einen gemeinnützigen Verein handle, der die Sportausübung und in diesem Zusammenhang auch die Nachwuchsförderung zu seinem Vereinszweck zählt. Doch auch ein Verein sei an baurechtliche Vorgaben gebunden; aus Sicht der Gemeinde spreche vieles dafür, dass die derzeit ausgeübte Nutzung der SGA baurechtlich nicht genehmigt sei. Dies betreffe das Vereinsgebäude und die diversen Umbaumaßnahmen, die dort stattgefunden haben, ebenso wie die umfangreiche Inanspruchnahme der Freiflächen. Selbst jahrelange Duldung bringe nicht automatisch Bestandsschutz mit sich.

Zusammenschluss?

Zwar läuft der Erbbaurechtsvertrag des SGA mit der Stadt Augsburg (Eigentümer) noch bis zum Jahr 2050. Die Gemeinde sieht ihr Planungsziel aber langfristig, sodass auch für den Verein ein ausreichendes Zeitfenster gegeben wäre, um Alternativen zu finden – etwa den Zusammenschluss mit dem nur wenige Meter nördlich liegenden Landsberger Segelclub.

Der Bund Naturschutz geht in seiner Stellungnahme davon aus, dass die Ausweisung einer öffentlichen Grünfläche mit dem Naturschutzziel, eine Quellflur mit den dazugehörigen Arten als Biotop zu erhalten, vereinbar ist. Die Schlösser- und Seenverwaltung würde es allerdings gerne sehen, wenn die Verhandlungen mit der Stadt Augsburg als Grundstückseigentümerin und mit der SGA wieder aufgenommen würden, um „danach zu trachten“ die Ruderbootanlage außerhalb des Schonbereichs unterzubringen – dieser befindet sich nördlich des Seerestaurants.

Ursula Nagl

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