"Sauber!" auf den Weg gebracht

„Das ist das Lied von Ayshe, sie ist Immigrant. Und dass das Leben hier nicht leicht wird, hat sie bald erkannt.“ So beginnt eine Strophe von dreien im selbst komponierten und vertonten Kinderlied von Emanuel Wiese. „Das Lied ist ein Teil vom großen Ganzen, das i-Tüpfelchen vielleicht, auf ein besonders Projekt“, sagt die betreuende Lehrkraft und päda- gogische Schulleitung Beate Lahner-Ptach und meint damit den Montessori-Beitrag zum diesjährigen Schulwettbewerb, ausgelobt von Bundespräsidenten Horst Köhler.

Die Arbeit am Projekt „Sauber!“ hat neun Schülern der 9. und 10. Klassen der Montessorischule Kaufering in den letzten Monaten beschäftigt. „Das Ergebnis dieses Prozesses ist, grob zusammengefasst, dass nachhaltige Entwicklung nur ethisch sauber vollzogen werden kann“, so Lahner-Ptach. Und wer das rund 100-seitige Buch durchblättert, das bündelt, was erarbeitet wurde, wird gute Antworten finden auf Köhlers Frage in seinem Grußwort, die da lautet: „ Was können wir alle gemeinsam dafür tun, dass sich unser Zusammenleben in der einen Welt verbessert?“ „Schon kurz nach Schulbeginn haben wir uns entschieden, an diesem Wettbewerb teilzunehmen und begonnen, Ideen zu sammeln“, sagt Nils Lind. Lind und acht Mitstreiter im Alter zwischen 14 und 16 Jahren sind gut organisiert. Zur Frage „Was bedeutet nachhaltige Entwicklung?“ wurden nicht nur Schwerpunkte erarbeitet, sondern auch gleich Aufgaben verteilt, zum Beispiel wer Themen wie „Ökologie, Verkehr, ethische Sauberkeit, Sauberkeit in meiner Umgebung oder erneuerbare Energien“ ausarbeitet. Schnell war auch klar, dass Beiträge aus anderen Ländern das Projekt bereichern würden. Bereits im Dezember nutzten darum die Lisa-Maria Hoffmann und Lena Wiesmann ihre persönlichen Kontakte nach Hongkong und in die USA, um Schüler dazu einzuladen, den Begriff „Sauber!“ zu erklären. Aus dem Kontakt nach Peru, der ebenfalls aus persönlichen Beziehungen akquiriert werden konnte, ist mittlerweile sogar eine Schulpartnerschaft entstanden. Mit dem Ergebnis, dass Schüler aus Arequipa in diesem Jahr die Arbeiten direkt in Kaufering für das Projekt abgeben konnten und ein aktiver Schüleraustausch von beiden Seiten folgen wird“, berichtet Beate Lahner-Ptach. Von der Idee zum Buch „Was wir an Material bekommen haben, mussten wir erst einmal bearbeiten und zum Teil auch übersetzen“, erklärt Maximilian Müller. Justus Höpker: „Klar, sauber bedeutet zunächst einmal frei von Verunreinigungen sein. Aber in der Auslegung der Teilnehmer zeigte sich – wie übrigens auch bei den Beiträgen unserer eigenen Schule – dass der Schwerpunkt auf ethischer Sauberkeit liegt.“ Erstaunlich sei aber gewesen, ergänzt Lahner-Ptach, dass der Schwerpunkt der Beiträge aus allen vier Ländern darauf liegt, dass nur Menschen mit hohen ethischen Idealen fähig sein werden, die Welt nachhaltig zu verändern“. Nach der Sichtung wurde überlegt, wie die Vielzahl an Beiträgen am besten verarbeitet und präsentiert werden kann. „Wir sind schnell auf die Idee gekommen, ein richtiges Buch zu machen“, sagt Christoph Mommensohn. „Darum haben wir vier Kapitel angelegt, jeweils eines für die teilnehmenden Kontinente Süd- bzw. Nordamerika, Asien und Europa und diese Beiträge ergänzt um Gedanken rund um den Überbegriff ,Sauber!‘, zum Beispiel Texte zu erneuerbarer Energien oder Bionik.“ Das quadratische Endpro- dukt, ein Werk mit rund 100 Seiten im doppelseitigen Farbdruck, haben die Montessori-Schüler, zusammen mit Ema- nuels CD „Das ist das Lied von einem Kind“ pünktlich zum Einsendeschluss nach Bonn geschickt. Jetzt heißt es abwarten! Ein Brückenschlag In der Zwischenzeit bietet sich die Frage nach einem Fazit an. Und man erfährt von den Montessori-Schülern, dass es schön war zu erkennen, wie nahe sich Menschen bei den Grundgedanken für die nachhaltige Entwicklung dieser Welt stehen. „Man muss der Fantasie Flügel verleihen, damit der Mensch kreativ wird“, sagt Lahner-Ptach und ergänzt: „Und man muss Vertrauen haben. In das, was unsere Jugendlichen eigenständig erreichen können. Der Beitrag zu diesem Wettbewerb ist das beste Beispiel dafür!"

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