Saubere Luft am Hauptplatz

Das Beige des Musterpflasters auf dem Hauptplatz hat sich wegen der Schmutzanfälligkeit aus nicht optimal erwiesen – grauer Granit soll es nun werden. Foto: Schwaiger

Wenn sich der Ver­kehr mit dem Umbau des Hauptplatzes nicht spürbar reduzieren lässt, dann sollte man wenigstens aus der Not eine Tugend machen. Dieser Ansicht ist BAL-Stadtrat Reinhard Skobrinsky. Er schlägt zumindest für die Fußgängerbereiche ein sogenanntes Air Clean Pflaster zur „deutlichen Verbesserung der Aufenthaltsqualität“ vor. Skobrinsky sieht die Chance für ein „einzigartiges Pilotprojekt in einer verkehrsreichen Innenstadt“. Damit könne sich die Stadt möglicherweise weitere Zuschüsse sichern.

Geradezu euphorisch spricht der BAL-Stadtrat von dem neuartigen Pflaster. In Erfurt, Fulda und Bad Salzungen sei es bereits erfolgreich „im Einsatz“, München und Stuttgart zeigten großes Interesse daran. Und jüngst sei die Technik der Basaltwerke FCN aus Fulda im Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet worden. Das Air Clean Pflaster sei in nahezu allen Abmessungen, Formen und Farben erhältlich und habe die „hervorragende Eigenschaft“, die Stickoxidbelastung in der Luft um etwa 25 Prozent zu senken. Dies erfolge in Photokata­lyse, bei der giftiges Stickoxid direkt auf dem Pflaster in wasserlösliches Nitrat umgewandelt werde. Der nächste Regen wasche es dann ab. „So landen Stickoxide nicht in der Lunge, sondern in der Kläranlage“, beschreibt Skobrinsky. "Geringe Mehrkosten" Bei geringen Mehrkosten von „maximal vier bis sechs Euro pro Quadratmeter“ sieht der BAL-Stadtrat die Chance für eine deutliche Verbesserung der Aufenthalts- und Lebensqualität auf dem Hauptplatz. Schließlich sei auch danach mit „mehr als 17000 Fahrzeugen“ pro Tag zu rechnen, die mit CO2, Stickoxiden und Feinstaub belasten. Skobrinsky bittet OB Ingo Lehmann (SPD), seinen Vorschlag an die Stadtratsfraktionen sowie an alle am Hauptplatzumbau be­teiligten Arbeitsgruppen weiterzuleiten. Auf Wunsch der Stadt würde FCN-Betriebsingenieur und -Projektleiter Dr. Werner Tischer gerne nach Landsberg kommen, um das umwelt­- freundliche Pflaster und dessen Wirkungsweise persönlich vorzustellen. Auch für den ebenfalls stark verkehrsbelasteten Hinteranger wartet Reinhard Skobrinsky mit einem Vorschlag auf: einen Anti­smog-Asphalt, den eine italienische Firma entwickelt habe. Damit ließen sich Stickoxyde und Feinstaub um rund 50 Prozent reduzieren. „Die Katharinenstraße wäre mit einem derartigen Belag ausgerüstet für die An­wohner ebenfalls wesentlich gesünder zu ertragen.“ Da die Entscheidung über das Pflaster der Stadtrat treffe, sei es jeder Gruppierung unbenommen, dazu gesonderte Positionen zu entwickeln, kommentiert OB Ingo Lehmann Sko­- brinskys Vorstoß. „Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass wir eine Grundsatzentscheidung aufgrund des Bürgervotings bereits getroffen haben, von der wir nicht abgehen sollten.“ Nach dem heutigen Stand halte er, Lehmann, an jenem Pflaster fest, das bereits als Musterfläche auf dem Hauptplatz verlegt ist – allerdings wegen der Schmutzanfälligkeit nicht in beige, sondern in einem grauen Granit. Details im Juni Details für den Hauptplatzumbau, an denen das Architekturbüro Lohrer-Hochrein derzeit arbeitet, sollen Anfang Juni den Bürgergruppen und dem Stadtrat präsentiert werden.

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