"Saugefährliche" Raserei – Verfahren eingestellt, aber Geldauflage nach waghalsigem A96-Rennen

ie sollen sich auf der Autobahn A96 ein waghalsiges Rennen geliefert haben, kamen aber glimpflich davon: Das Verfahren gegen zwei Angeklagte, die in der vergangenen Woche wegen Nötigung und Verkehrsgefährdung vor dem Amtsgericht standen, wurde gegen Zahlung von Geldauflagen eingestellt.

Der Vorfall ereignete sich im Februar vergangenen Jahres auf der A96 in Höhe der Auffahrt Greifenberg. Die zwei Angeklagten, jeder in einem Jeep, hätten sich bei Geschwindigkeiten von über 120 Stundenkilometern immer wieder gegenseitig überholt – dies teilweise auch rechts und auf dem Standstreifen, so die Anklageschrift. Auch sollen sie sich und andere Fahrer ausgebremst sowie durch dichtes Auffahren und waghalsige Spurwechsel ge­fähr­det haben. Zweifelsfrei rekonstruieren ließ sich der Hergang jedoch nicht. Die beiden Angeklagten schwiegen zu den Vorwürfen. Ob sich die beiden kannten oder das Zusammentreffen an diesem Tag rein zufällig war, blieb offen. Eine Zeugin erinnerte sich zwar an die beiden Fahrzeuge und auch daran, dass sie selbst habe stark bremsen müssen, als einer der Jeeps vor ihr auf die Autobahn auffuhr. Weder die 23-Jährige noch ihr Beifahrer konnten jedoch eines der riskanten Fahrmanöver exakt zuordnen. Zu einem Beinahe-Unfall kam es nicht. Stille Begleitung Die Angeklagten waren an jenem Tag mit Begleitung unterwegs. Da es sich bei den Mitfahrern jedoch um Familien­- angehörige handelte, hätten diese zu den Vorwürfen die Aussage verweigern können. Zu ihrer Befragung kam es schließlich gar nicht mehr. Richterin Beate Kreller und Staatsanwältin Stefanie Mader einigten sich mit den Verteidigern Astrid Labermaier und Stephan Tschaidse auf Einstellung des Verfahrens. Als Geldauflage muss jeder der Angeklagten ein Netto-Monatsgehalt an das Rote Kreuz zahlen. „Saugefährlich und unvernünftig“, nannte die Anklagevertreterin das Verhalten der beiden Fahrer. „Sich gegenseitig ein Rennen zu liefern war albern und kindisch.“ Rechtsanwalt Tschaidse versicherte, die beiden seien „geheilt“ – das Straf­verfahren mit drohendem Führerscheinverlust sei für beide ein Schock gewesen. Beide hatten keine Vorstrafen und kein nennenswertes Ver­kehrs­sün­denregister. Einer der Männer ist Autohändler, der andere braucht seinen Führerschein für die tägliche Fahrt zur Arbeit.

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