Entspannung pur

Die Saunalandschaft in Kaufering ist wieder geöffnet

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Mit dem Durchschneiden des roten Bandes eröffneten (v.l.) Anja Trommer, Projektleiterin beim Landratsamt, Architekt Dr. Klaus Pilz, Landrat Thomas Eichinger und Badleiter Thomas Zeck die neue Erlebnissauna.

Kaufering - Es darf wieder sauniert werden. Nach achtmonatiger Bauzeit übergab Landrat Thomas Eichinger vorige Woche die landkreiseigene Sauna vor geladenen Gästen wieder seiner Bestimmung. Neben der Erweiterung der Umkleide- und Sanitäranlagen sticht vor allem die neue Erlebnissauna im Schatten der wunderschönen Silberpappel auf dem Freigelände ins Auge. Sie bietet Platz für 70 Personen.

Etwas über 2,5 Millionen Euro investierte der Landkreis in die Saunaanlage im Lechtalbad in Kaufering. Damit lagen die Baukosten über dem ursprünglichen Ansatz von 2,35 Millionen Euro. Dass es darüber hinaus zu Bauverzögerungen kam, lag an „technisch sinnvollen Verbesserungen“. So wurde entgegen der ursprünglichen Planung die Heizungsart der Sauna von Strom auf das wirtschaftlichere Gas umgestellt. Außerdem wurde eine Wärmerückgewinnung aus der Abluft der Sauna und ein zusätzliches Lüftungsgerät installiert. Für die zuständige Projektleiterin beim Landratsamt, Anja Trommer, war klar, dass man die nachträglichen Verbesserungen im Rahmen der Erweiterungsarbeiten gleich in einem Zug mitmacht. „Wenn wir schon dabei sind, richten wir das auch mit her“, hatte Anja Trommer schon bei einem Informationsbesuch des Kreisausschusses betont.

„Die Sauna wurde schmerzlich vermisst“, sagte Landrat Thomas Eichinger bei der kleinen Eröffnungsfeier. Das Landratsamt habe viele Anfragen gehabt, wann es endlich wieder los ginge. Der Landrat sprach von einer treuen Kundschaft der Kauferinger Sauna. Ein derartiges Angebot mit Schwimmbad und Sauna erhöhe die Attraktivität des gesamten Landkreises. „Sowas gehört einfach mit dazu“, sagte Eichinger.

Eher ungewöhnlich ist es, dass der Landkreis eine eigene Saunaanlage betreibt. Meist sind es private Investoren, die dieses Geschäftsfeld mit Erlebnisbädern und Thermen mit abdecken. 2017 besuchten mehr als 60000 Menschen den Saunabereich, Tendenz steigend. Es wurde zunehmend enger in den Saunen, den Umkleide- und Sanitäranlagen. Es gab sogar Fälle, dass die Sauna wegen Überfüllung geschlossen werden musste. Für den Landkreis war das auch der Grund, den Saunabereich zu erweitern. Zuletzt war die Saunaanlage im Jahr 2010 saniert worden. Mit dem erweiterten Angebot, so Landrat Thomas Eichinger, erwarte man auch die Generierung neuer Gästegruppen.

Die Gründe für die Beliebtheit der Kauferinger Sauna liegen nach Ansicht des Landratsamts nicht zuletzt an der guten Verkehrsanbindung und den steigenden Einwohnerzahlen im Landkreis. Die Kombination von Lechtalbad und Sauna sei ideal, heißt es aus dem Landratsamt. Darüber hinaus ist es Bäderleiter Thomas Zeck und seinem Team gelungen, ein attraktives und publikumsgerechtes Angebot zu entwickeln, das auch berufstätigen Menschen die Möglichkeit gibt, die Sauna zu besuchen. Die Anlage ist beispielsweise an sieben Tagen in der Woche von 08.00 Uhr bis 23.00 Uhr geöffnet. Jeden ersten Samstag im Monat gibt es darüber hinaus eine „lange Saunanacht“ von 22.00 bis 02.00 Uhr morgens.

Mit der Planung und Bauleitung hatte das Landratsamt das Architekturbüro Pilz aus Issing beauftragt. Die Bauleitung vor Ort wurde von Katarina Obert gewährleistete.

Für die Sauna- und Schwimmbadbesucher zwar nicht direkt sichtbar gibt es ein technisches Highlight, das bundesweit ein Novum ist und als Pilotprojekt Schule machen könnte. Es ist ein mobiler Wärmespeicher. ssp.

Impressionen der neuen Saunalandschaft in Kaufering

Der Blick auf den Kamin hilft dem Stress des Alltags zu entfliehen.  © oH
Die neue Erlebnissauna im Freigelände ist für 70 Personen ausgelegt. An Wochenende werden jede Stunde Aufgüsse „zelebriert“. Musik und Lichteffekte sorgen für zusätzliche Entspannung.  © ssp
Sauna
In der Bambus-Biosauna herrscht eine vergleichsweise milde Temperatur und eine erhöhte Luftfeuchtigkeit.  © oH
Sauna
Durch das Abtauchen im kalten Wasser wird der Kreislauf wieder angeregt und gleichzeitig das Immunsystem gestärkt.  © oH
Der Außenbereich der Sauna lädt zum gemütlichen Beisammensein ein.  © ssp
Entspannung nach dem Saunagang können die Besucher im Ruheraum finden.  © oH
Mit dem Durchschneiden des roten Bandes eröffneten (v.l.) Anja Trommer, Projektleiterin beim Landratsamt, Architekt Dr. Klaus Pilz, Landrat Thomas Eichinger und Badleiter Thomas Zeck die neue Erlebnissauna.  © ssp

Neu: Die Erlebnissauna mit Musik und Lichteffekten 

Die neue Erlebnissauna bietet viel Platz zum Schwitzen. Die für 70 Personen angelegte Sauna wird mit einer Temperatur von 90 Grad betrieben. Mit ihren Licht- und Musikeffekten wird hier jeder Aufguss im wahrsten Sinne des Worts zelebriert, an Wochenenden sogar stündlich. Dazu gehört auch das Reichen von Getränken – entweder Tee, verschiedene Säfte oder Eiswürfel. Die große Fensterfront bietet einen schönen Blick auf den Saunagarten. Im Frühjahr wird dann auch der Rasen im satten Grün erstrahlen.

Bambus- und Biosauna

Die Sauna verdankt ihren Namen der Verkleidung aus Bambusholz. Entscheidend sind aber die niedrigere Temperatur mit rund 60 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 50 %. Automatische Aufgüsse mit weichen Aromen zeichnen die Sauna aus, dazu gibt es entspannende Klänge von Bachgeplätscher und Vogelstimmen. Die Sauna bietet Platz für rund 35 Personen.

Kaminsauna

In den Wintermonaten und an kühlen Tagen bietet die Kaminsauna eine besondere Atmosphäre. Es sind das leise Knistern des Holzfeuers und das flackernde Licht, das eine maximale Entspannung garantiert. Von jedem Platz aus hat man einen Blick auf den knisternden Kamin. Mit einer Kapazität von rund 45 Personen können die Saunagäste die Wärme von rund 80 Grad bei geringer Luftfeuchtigkeit genießen.

Entspannungssauna 

Hier kann man ausgiebig bei rund 85 Grad Celsius die Wärme genießen. Sie wirkt wohltuend und entschlackend auf den Geist und den Körper. Mit den heißen Aufgüssen der Saunameisterin wird der Stoffwechsel angeregt und so Giftstoffe aus dem Körper ausgeschwemmt. Die Luftfeuchtigkeit ist relativ hoch. Rund 45 Personen finden in der Entspannungssauna Platz. Durch die Stufenbänke kann man hier seine bevorzugte Lufttemperatur selbst wählen.

Dampfbad 

Das klassische Dampfbad regt nicht nur die Durchblutung an sondern entschlackt auch den Körper von Giftstoffen. Es eignet sich besonders für Menschen mit Atemwegserkrankungen. Stündlich gibt es Salzpeeling-Anwendungen, die die Haut porentief reinigt. Die Temperatur im Dampfbad liegt bei rund 46 Grad Celsius, allerdings liegt hier die Luftfeuchtigkeit bei 100 Prozent. Im Dampfbad finden 10 Personen Platz.

Infrarotkabinen 

Die beiden Infrarotkabinen im ersten Stock sind eine gute Ergänzung zur Wärme der Saunen und des Dampfbades. Hier trifft die Energie der Infrarotstrahlen direkt auf den Körper. Dadurch dringt die Wärme innerhalb kürzester Zeit in den Körper ein und lindert gezielt Verspannungen oder Gelenkschmerzen. Die Kabinen sind übrigens kostenfrei mit zu benutzen. Die Tiefenwärme liegt bei rund 30 Grad Celsius.

Massagestuhl 

Gegen ein geringes Entgelt von zwei Euro für 10 Minuten können Besucher ihren Rücken und Nackenbereich im Massagestuhl bei angenehmer Musik massieren lassen. Der Massagestuhl ist ebenfalls im ersten Stock des Saunabereiches.

Wellnessbereich 

Die Kauferinger Sauna bietet eine ganze Reihe von Wellness-Angeboten an, die allerdings kostenpflichtig sind. Dazu gehören Vital-, Body & Soul-Massage, Aroma- Ayurvedama- und Kräuterstempelmassage. Wirbelsäulenmassage und Wirbelsäulenanwendungen gehören ebenso zur Wellness wie die kosmetische Lymphdrainage. Wellnessangebote sollten an der Kasse vorangemeldet werden.

Saunaschule 

In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule wird eine Saunaschulung angeboten. Dies ist besonders für Saunaneulinge interessant. In kleinen Gruppen wird das richtige saunieren erläutert.

Gastronomie, Ruhe- und Entspannungsbereiche 

Sowohl im Gebäude als auch in den Außenbereichen gibt es Liegen zum Ruhen und zum Entspannen. Die Gastronomie kann von den Saunagästen mitgenutzt werden.

Preise

Ein Besuch der Kauferinger Sauna kostet:

Erwachsene

Ermäßigter Preis

1 Stunde

12,00 €

10,00 €

2 Stunden

14,00 €

12,00 €

3 Stunden

16,00 €

14,00 €

4 Stunden

18,00 €

16,00 €

Tageskarte

20,00 €

18,00 €

Die Nutzung des Schwimmbades ist jeweils inklusive. Kinder bis 5 Jahre und Geburtstagskinder jeden Alters haben freien Eintritt. Familie erhalten einen Rabatt von 20 % auf alle Einzeltarife.

Darüber hinaus bietet das Lechtalbad für die Schwimmbad- und Saunanutzung Wertchips an. Die Chips garantieren bis zu 20 % Rabatt auf alle Einzeleintrittspreise für das Schwimmbad und den Saunabereich. Die Chips gibt es in „Bronze“ für 50 €. Das bedeutet einen Rabatt von 5 %. Der silberne Wertchip kostet 125 € und bedeutet 13 % Rabatt. Der goldene Wertchip kostet 175 € und bedeutet 20 % Rabatt.

Wärme aus dem Container 

Es ist ein Pilotprojekt, das der Landkreis zusammen mit der Landsberger Energieagentur „LENA“ entwickelt hat. Jeden Tag wird aus der Biogasanlage vom benachbarten Weil ein 20-Fußcontainer zum Lechtalbad transportiert. Sein einziger Inhalt: „Wärme“. Genauer gesagt, der Container ist mit rund 100 Grad heißem Natriumacetat gefüllt, ein Abfallprodukt der dortigen Biogasanlage. Die Temperatur des Natriumacetat fällt ab auf 58 Grad und bleibt dann lange auf dieser Temperatur, die dann genutzt werden kann. Das bezeichnet man als „Latentwärme“, erläuterte Christian Kusch, zuständig unter anderem für das Gebäudemanagement beim Landratsamt.

Wärme aus dem Container Es ist ein Pilotprojekt, das der Landkreis zusammen mit der Landsberger Energieagentur „LENA“ entwickelt hat. Jeden Tag wird aus der Biogasanlage vom benachbarten Weil ein 20-Fußcontainer zum Lechtalbad transportiert. Sein einziger Inhalt: „Wärme“. Genauer gesagt, der Container ist mit rund 100 Grad heißem Natriumacetat gefüllt, ein Abfallprodukt der dortigen Biogasanlage. Die Temperatur des Natriumacetat fällt ab auf 58 Grad und bleibt dann lange auf dieser Temperatur, die dann genutzt werden kann. Das bezeichnet man als „Latentwärme“, erläuterte Christian Kusch, zuständig unter anderem für das Gebäudemanagement beim Landratsamt.

Im Landratsamt ist man stolz auf dieses Pilotprojekt, das aus Bundesmitteln gefördert wird. Langfristiges Ziel, so Christian Kusch, ist es, das Lechtalbad sogar zweimal am Tag mit der Wärme aus dem Container zu beliefern. Auch für die Biogasanlage in Weil ist der Abtransport der Wärme ein sinnvoller Effekt. Besonders im Sommer ist der Bedarf an der Wärme eher gering. Mit dem Lechtalbad wurde eine sinnvolle Nutzungsmöglichkeit gefunden. ssp.

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