Dießen investiert 180.000 Euro

Neuer Damm für den Schacky-Teich

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Im kommenden Jahr soll der Teich unterhalb des Monopteros im Dießener Schacky-Park wieder seinen historischen Wasserstand haben. Unser Fotos stammt vom Sommer 2016.

Dießen – Stolze 180.000 Euro ist es der Marktgemeinde wert, eines der prägenden Gestaltungselemente im Schacky-Park zu erhalten: den Teich unterhalb des gerade renovierten Monopteros. Der Bau- und Umweltausschuss gab jüngst grünes Licht für eine umfangreiche Sanierung des Damms, um wieder den historischen Wasserspiegel zu erreichen. Damit bleiben Form und Größe des Teichs erhalten, das Bootshaus steht nicht mehr auf dem Trockenen und die sechs Meter hohe Fontäne kann wieder installiert werden.

Als Pächterin des Schacky-Areals ist die Gemeinde Dießen unterhaltspflichtig und muss die Kosten übernehmen. Zuschüsse gibt es hier leider nicht, wie Vize-Bürgermeister Peter Fastl und Bauamtsleiterin Johanna Schäffert bedauerten. Wohl aber für die Wasserfontäne, an der sich die Stiftung Denkmalschutz und Leader beteiligen wollen. Sie soll ab 2019 wieder plätschern. 

Wie im KREISBOTEN berichtet, drohte im Sommer 2016 der Damm wegen des Hochwassers zu brechen. Das Wehr wurde überspült und man musste die Notbremse ziehen, indem man den Wasserspiegel drastisch absenkte. Das zuständige Wasserwirtschaftsamt Weilheim bestand darauf, für die Zukunft und ein „500-jähriges Hochwasser“ Vorsorge zu treffen. Ein Puffer von 62 Zentimetern wurde gefordert. Damit ergaben sich für die Planer zwei Varianten: Eine Dammsanierung mit der Absenkung des Wasserspiegels um 62 Zentimeter oder die wesentlich teurere Sanierung für den Erhalt des ursprünglichen Wasserspiegels. 

Dipl.-Ing. Stephan Geier vom Landsberger Ingenieurbüro Wittke stellte den Ausschussmitgliedern nochmals die beiden Möglichkeiten vor. Wobei – auch auf Intervention der Förderkreis-Vorsitzenden Christine Reichert – die zweite teurere Variante einstimmig bevorzugt wurde. Damit wird voraussichtlich schon ab Herbst der Damm erhöht, verbreitert und begehbar gemacht. Die wunderschöne alte Hängebuche bleibt dabei verschont, ebenso das Wehr und die Kaskade aus Stampfbeton. 

Ehrenamtlich 

Bei der Übernahme des Schacky-Parks durch den Förderkreis war das Wasser des Teichs infolge eines Dammbruchs 2001 bereits vollständig ausgelaufen. Teich und Wehr waren durch die erodierenden Gräben völlig verschlammt und die historische Bootshütte zusammengefallen. 2008 wurde der Teichgrund von den Mitgliedern des Förderkreises ausgebaggert, mit Lehm abgedichtet, der Damm wieder aufgebaut und durch umfangreiche Erdarbeiten die Ufergestaltung modelliert. Auch die Wehranlage musste saniert und eine Überlaufstelle im südlichen Dammbereich gebaut werden. Schließlich wurde das Bootshaus neu gezimmert, bevor der Teich im August 2008 geflutet werden konnte. Die sich im Wasser spiegelnden Hängebuchen und das Monopteros mit Weitblick bis in die Berge waren für die Parkbesucher stets ein Highlight. 

Der Teich mit einer sechs Meter hohen Fontäne in der Mitte wurde zu Zeiten von Ludwig Freiherr von Schacky auf Schönfeld vielfältig genutzt: Zum Baden, Boot fahren, Schlittschuhlaufen, Eisstockschießen, als Fischteich und als Wasserreservoir. Es ist 115 Jahre her, als der Baron, königliche Kämmerer und Oberstleutnant a. D. mit seiner Frau Julia das 18 Hektar große Grundstück in Dießen erwarb und hier seinen Sommersitz in einem Landschaftspark im Englischen Stil baute. Neben Skulpturen, Brunnen, Monopteros und Teehaus gehörte ein künstlich angelegter Teich hier quasi zur Grundausstattung. Leider konnte die Familie Schacky nur zehn Jahre ihren Sommersitz genießen. Dann begann für den Park eine wechselvolle Geschichte. Die harten Zeiten des letzten Jahrhunderts diktierten den Eigentümern eine landwirtschaftliche Nutzung, so dass die kunstvolle Ausstattung des Parks langsam verrottete. 

Der Schacky-Park gehört seit 1933 der Kongregation der Barm­herzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul, die ihn 2004 aufteilten. Den westlichen Part pachtete der Reit- und Fahrverein Dießen, den östlichen Teil mit wertvollem Baumbestand und denkmalwerten Objekten und Elementen übernahm die Marktgemeinde Dießen als langfristige Pächterin. Diese übergab ihn 2005 an den neu gegründeten Förderverein zur Restaurierung, Pflege und Nutzung. Dass die ehrenamtliche Tätigkeit des Förderkreises kein Ende nimmt, zeigt die Problematik der Teichdammsanierung. 

Dieter Roettig

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