Scheuer will Halteverbot auf Radler-Schutzstreifen

Halten oder nicht: Was passiert mit den Schutzstreifen in Dießen?

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Kommen die Schutzstreifen für Radfahrer nach den neuen Regeln von Verkehrsminister Scheuer, dann gilt auch für diesen Wagen das absolute Halteverbot. Marktgemeinderätin Petra Sander ist nicht glücklich über den Vorstoß des „Fahrradministers“.

Dießen – Autofahrer freuen sich über den neuen Belag auf der Staatsstraße 2055, der ab der Lachener Straße in Richtung Utting aufgebracht wurde. Radler aber fragen sich, warum man den vom Marktgemeinderat abgesegneten „Schutzstreifen für Radfahrer“ nicht längst aufgemalt hat. Er sollte sich beidseitig von der Einmündung Bahnhofstraße/Neudießener Straße Richtung Ammersee-Gymnasium bis zur Fußgängerampel und den dort beginnenden gemeinsamen Rad- und Gehweg erstrecken.

Gemeinderätin Petra Sander, die den Antrag mit der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im zweiten Anlauf im Dießener Ratsgremium durchgesetzt hatte, schiebt die Verzögerung keinem geringeren als Verkehrsminister Andreas Scheuer in die Schuhe. Um von seinem Maut-Debakel abzulenken, habe er sich jetzt zum „Fahrradminister“ ernannt und wolle mit neuen Regeln den Radverkehr stärken und sicherer machen. Dazu will er auf den „Schutzstreifen für Radfahrer“ ein generelles Halteverbot und höhere Bußgelder bei Verstößen durchsetzen. Bislang gilt auf den Streifen ein Parkverbot, aber zum Be- und Entladen darf man bis zu drei Minuten halten. Das könne laut Scheuer Radler zu Ausweichmanövern zwingen und soll künftig tabu sein.

Bei der Diskussion im Marktgemeinderat ging es schon vor der Abstimmung um das im Raum stehende absolute Halte- und Parkverbot. Man sah Probleme für Anlieger, Lieferdienste, Handwerker und Müllabfuhr. Hier konnte Christian Sedlmayr, Verkehrssachbearbeiter in der Polizeiinspektion Dießen, Entwarnung geben. Eine derartige Beschilderung sei vom Staatlichen Bauamt Weilheim zwar empfohlen, aber nicht zwingend. Wenn man wie in Andechs-Erling auf die Schilder verzichtet, könne man bis zu drei Minuten halten.

Sollte Verkehrsminister Scheuer aber seine neuen Regeln durchsetzen, wird es in der Lachener Straße nur zwei Möglichkeiten geben: Schutzstreifen mit generellem Park- und Halteverbot oder keine Schutzstreifen. Darüber müsste der Marktgemeinderat erneut entscheiden.

Sedlmayr schränkte ein, die Radler dürften sich nicht in „Scheinsicherheit“ wiegen: Die Schutzstreifen seien keine Radwege. Sie gelten als Fahrbahn-Bestandteil und sind nicht ausschließlich den Radfahrern vorbehalten. Die unterbrochenen Linien können im Bedarfsfall von anderen Fahrzeugen überfahren werden. Durch die Radpiktogramme wer den Radfahrern aber Schutz und ein gewisses Vorrecht eingeräumt.

Dieter Roettig

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