Nicht mehr lange untätig

+
Was genau nun mit dem Schmittenbauer-Hof im Kauferinger Dorf passiert, entscheidet sich erst, wenn feststeht ob der Landsberger Investor sein Bau- und Sanierungshaben verwirklicht.

Kaufering – Im Sommer will die Gemeinde Kaufering den Schmittenbauer-Hof an den Mann gebracht haben – mit oder ohne Abriss. Ob dabei der Investor zum Zug kommt, mit dem man seit Monaten verhandelt, scheint dabei noch längst nicht sicher zu sein.

Zwar hat die Kommune inzwischen zum 1. Juni einen Vorvertrag mit dem Landsberger geschlossen, „wir sind immer noch in Gesprächen“, so Bürgermeister Erich Püttner. Allerdings werden nicht nur die Marktgemeinderäte der CSU, die bereits seit über einem Jahr auf einen Abriss drängen, ungeduldig. „Wir können jetzt nicht mehr untätig bleiben“, so Püttner, „die Zeit drängt jetzt wirklich.“ Bis zum Ende des Jahres möchte er „einen Haken hinter das Thema machen.“

Bis sich entscheidet, ob der Investor tatsächlich sein Bau- und Sanierungsvorhaben auf dem Grundstück verwirklicht, ist auch der Abriss noch zurückgestellt, spätestens am 1. Juni könnte das allerdings anders werden. Der Denkmalschutz erhebt dagegen jedenfalls keine Einwände. „Es liegt ein Schreiben vor, in dem man uns mitteilt, dass das Objekt nicht in die Liste aufgenommen wird“, so der Bürgermeister. „Es wird aber dringend empfohlen, das Haus stehen zu lassen.“ Püttner macht keinen Hehl daraus, dass er „bekanntermaßen ein großer Erhaltungsfreund“ ist. Am liebsten wäre ihm, wenn die Marktgemeinde gleich ein größeres Areal im historischen Dorf gestalten könnte. „Meine Vorstellung wäre, dass man auch die Friedensstraße und den Kaufmannshof gleich parallel angeht.

 Dazu kann sich Püttner eine öffentliche Ausschreibung vorstellen, aber auch ein Interessenbekundungsverfahren, wie es die Stadt Landsberg im Moment für das neue Pflegeheim im Heilig-Geist-Spital angestoßen hat, wäre möglich. Dass diese Ideen darauf hindeuten, dass man nicht mehr so recht an das Vorhaben des Investors glaubt, dementiert der Bürgermeister. „Es geht zwar nicht alles so zügig, wie wir uns das ursprünglich vorstellt haben, aber ich bin immer noch guter Dinge.“ Am bisherigen Entwurf dürfte das Projekt jedenfalls nicht scheitern – die Änderungen, die der Landsberger gegenüber dem Entwurf des Architektenbüros vornehmen will, bewegen sich nach Informationen des KREISBOTEN in überschaubarem Rahmen.

Angebot im Internet

Dass es die Marktgemeinde tatsächlich ernst damit meint, das Thema „Schmittenbauer“ jetzt endgültig zum Abschluss zu bringen, sieht man aber auch an anderer Stelle: Das gesamte Areal mit 2136 Quadratmetern ist bei einer großen Immobilienbörse im Internet zum Verkauf gestellt. Die Erhaltung des Gebäudes hätte demnach eine „hohe Priorität“, eine städtebauliche Planung liefere einen „Orientierungsrahmen“, allerdings könnte auch mit dem Käufer gemeinsam ein Bebauungsplan entwickelt werden, das Objekt eigne sich auch für eine „neu zu bildende Baugruppe“, heißt es in der Anzeige, in der als Kontaktperson gleich der Bürgermeister angegeben ist.

Die wichtigste Zahl für mögliche Interessenten fehlt in dem Angebot im Netz: Der Preis werde „auf Anfrage“ mitgeteilt, heißt es. Doch die Größenordnung ist längst kein Geheimnis mehr. Die Kommune will in etwa erlösen, was sie selbst bezahlt hat. Ein möglicher Käufer müsste deshalb vermutlich knapp eine halbe Million Euro auf den Tisch legen.

Christoph Kruse

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
80 Schafe verenden bei Stallbrand
80 Schafe verenden bei Stallbrand
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
"So nicht, Herr Erdogan!"
"So nicht, Herr Erdogan!"

Kommentare