Genuss auf eigene Gefahr

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An der Apfeldorfer Streuobstwiese wird jetzt vor dem Verzehr der Äpfel gewarnt.

Apfeldorf – Ein Schild an der Apfeldorfer Streuobstwiese hat für Verunsicherung gesorgt: Denn plötzlich wird vor dem Verzehr des Obstes gewarnt. Laut Bürgermeister Georg Epple müsse zuerst eine Untersuchung des Bodens durchgeführt werden. Nun erfolgt somit der Verzehr „auf eigene Gefahr“.

Direkt unter dem Schild „Naturschutzgebiet“ hat die Gemeinde vor Kurzem den Hinweis angebracht: „Äpfel der Streuobstwiese sind nicht zum Verzehr geeignet und dürfen nicht in den Umlauf des Lebensmittelverkehrs gelangen.“ Dies hat bei einigen Apfeldorfern den Eindruck erweckt, dass der Boden womöglich verseucht wäre. Dem ist aber nicht so, wie eine Nachfrage bei Bürgermeister Georg Epple ergeben hat. Vielmehr ist der Hang, an dem Äpfel, Birnen und Kirschen wachsen, jetzt der Bürokratie zum Opfer gefallen.

Wie Epple erläutert, habe das Landratsamt nämlich von der Gemeinde verlangt, eine Untersuchung des Bodens durchzuführen, falls das Obst weiterhin für alle Bürger zum Verzehr freigegeben werden sollte. Solch eine Untersuchung wäre jedoch sehr aufwändig und würde Kosten in Höhe von ein paar tausend Euro verursachen. Für die Gemeinde stehe das jedoch in keinem Verhältnis zum Nutzen. Fazit: Ohne Bodenuntersuchung darf die Gemeinde das Obst offiziell nicht freigeben.

„Bestraft wird jedoch niemand, der sich trotzdem die Äpfel holt“, betont der Bürgermeister – „aber er muss dies eben zukünftig auf eigenes Risiko tun.“ Die Gemeinde könne für die Qualität des Obstes keine Garantie übernehmen, stellt Epple klar – auch wenn er persönlich davon ausgeht, dass der Boden wohl wahrscheinlich in Ordnung sein müsste: Denn bei der Verfüllung der Wiese (die Kiesgrube wurde damals renaturiert und aufgeschüttet) sei das Wasserwirtschaftsamt als Fachbehörde dabei gewesen und hätte wegen der Nähe zum Trinkwasserbrunnen entsprechende Untersuchungen durchgeführt. Damals habe es keine Beanstandungen gegeben, versichert der Gemeindechef.

Die Obstbaumwiese wurde ursprünglich angelegt, damit auch Bürger, die keinen eigenen Garten haben, sich dort frisches Obst pflücken können. Die Ernte ist zwar natürlich weiterhin noch möglich – allerdings eben nur noch auf eigene Gefahr.

Manuela Schmid

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