37 Schilder wider den Stau

Das Schulbuskonzept während der Umbauphase 1: Zwei Busse (gelbe Linie) wenden auf dem Hauptplatz, 18 weitere (grün) fahren durch den Hinteranger. Grafiken: Stadt LL

Mit weiteren Details zum Hauptplatzumbau hat sich der gleichnamige Arbeitskreis des Stadtrates in der vergangenen Woche in nichtöffentlicher Sitzung beschäftigt. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass während der beiden Bauphasen erhebliche Verkehrsprobleme zu bewältigen sein werden – ein organisatorischer Kraftakt. Die Umleitung des motorisierten und des Busverkehrs standen im Mittelpunkt der jüngsten Ratsinformation, bei der Tiefbauchef Hans Huttenloher auch auf das Beleuchtungskonzept für Landsbergs gute Stube einging.

Neben der völligen Umgestaltung der Hauptplatzoberfläche stehen, wie mehrfach berichtet, auch umfangreiche Sanierungen der Kanal- und Trinkwasserleitungen an. Damit einher gehen Komplettsperrungen für den motorisierten Durchgangsverkehr. Voraussichtlich, sofern das Wetter mitspielt, ist das zwischen dem 19. und 26. März für die Bauphase 1 der Fall. Von der Karolinenbrücke bis zur Einfahrt in die Salzgasse geht dann für Monate nichts mehr. Das bringt natürlich entscheidende Auswirkungen auf den inner- und überörtlichen Verkehr mit sich. Rechtzeitig und großflächig wolle man auf die möglichen Umfahrungen – A96 sowie über Kaufering – hinweisen, an insgesamt 37 Standorten rund um das Stadtgebiet seien die großen Umleitungsschilder vorgesehen. Darauf würden nicht alle möglichen Achsen erwähnt, räumt Referatsleiter Huttenloher ein. Weil etwa in dem mit 8200 Fahrzeugen pro Tag ohnehin schon stark belasteten Hinteranger zusätzlicher Verkehr schnell zum Kollaps führen könne, werde es den Hinweis auf die Ost-West-Achse Neue Bergstraße-Schlossergasse-Hinteranger einfach nicht geben. Ähnlich soll’s beim Weg zur Altstadt sein. Huttenloher: „Zur Vermeidung unnötigen Parksuchverkehrs sowie zur Entlastung des Knotenpunktes Von-Kühlmann-/Augs­- burger Straße weisen wir auf die Zufahrtsmöglichkeit über Katharinen- und Neue Bergstraße nicht hin.“ Nur über B17alt, Augsburger Straße und Sandauer Brücke werde der Verkehr in die Altstadt geführt. Das gesamte Beschilderungskonzept sei durch Autobahndirektion, Staatliches Bauamt, Polizei, Landrats- und Ordnungsamt geprüft und freigegeben worden betont Hutten­loher. Mit Blick auf die Parknot verspricht er: „Während der Bauzeit wird die Waitzinger Wiese komplett, also inklusive Festwiese, als Parkplatz geöffnet werden.“ Die Fußwegbeschilderung zur Altstadt solle zeitnah entwickelt werden. Das Schulbusproblem scheint zumindest für die beiden Bauphasen gelöst. Jene Linien, die frühmorgens beide Gymnasien bedienen, halten fortan nicht mehr am Hauptplatz, sondern an der Haltestelle Hinteranger. Dies seien immerhin 20 an der Zahl. Eine Schülersicherung sei dort aus Sicht des Landkreises nicht erforderlich. Die verbleibenden zwei Busse nur fürs Ignaz-Kögler-Gymnasium können weiterhin vor der Marienapotheke halten, wenden dann auf dem Hauptplatz und fahren in Richtung Osten zurück. Vom Umbau nicht betroffen sind die Stadtbuslinien 2 und 5. Linie 1 Landsberg Ost hingegen verkehrt vom Bahnhof über Von-Kühlmann-Straße, Vorder­anger, Ludwigstraße, Hauptplatz und Neue Bergstraße so­wie analog in Gegenrichtung. Zusätzliche Haltestellen werden am Stadttheater und an der evangelischen Kirche eingerichtet. Die Linie 3 Schwaighofsiedlung werde die Altstadt nicht mehr bedienen; wer dorthin wolle, müsse in der Von-Kühlmann-Straße aussteigen. Ausdrücklich sei im Arbeitskreis Hauptplatz darauf hingewiesen worden, dass die Funk­tion von Stadtbus und Schülerbeförderung maßgeblich vom Verhalten der übrigen Verkehrsteilnehmer abhängig sei. Huttenloher kündigt an: „Sollte die Durchfahrt von Ost nach West überwiegend über die Altstadt und nicht über die A96 erfolgen, sind nicht unerhebliche Stauungen im Bereich zwischen der Neuen Bergstraße und der Sandauer Brücke die Folge.“ Dann könne der 30-Minuten-Takt der Stadtbuslinie 1 wohl nicht mehr gehalten werden. Und beim Schülerverkehr könnten die Verzögerungen dazu führen, dass die Schüler insbesondere morgens nicht mehr rechtzeitig zu Schulbeginn im Klassenzimmer einträfen. Neues Licht für den neuen Hauptplatz Nach den Vorgaben der Norm EN 13201 wird die Lichtplanung der neuen Hauptplatzbeleuchtung durchgeführt. Da­nach werden Plätze und Fußgängerzonen, auf denen die Hauptnutzer in Schrittgeschwindigkeit unterwegs sind, anders behandelt als zum Beispiel eine Durchfahrtsstraße – das Beleuchtungsniveau kann geringer sein. Aber: In allen Bereichen der Fahrbahn muss die Beleuchtung so hell sein, dass der querende Fußgänger auch bei Nacht rechtzeitig erkannt wird. Laut Huttenloher sind nach dieser Norm im Moment nur die beiden Zebrastreifen auf dem Hauptplatz ausgeleuchtet. Das neue Konzept sieht eine Beleuchtung der Fahrbahn nur über Wand- und Seilspannleuchten vor. Der große Fassadenabstand im nördlichen Be­reich der Kurve mache zusätzliche Strahler an den Dachtraufen erforderlich. Ein LED-Band vom Schmalzturm bis zur Bushaltestelle Westseite, also etwa Platzmitte, sei als optische Begrenzung des Kurvenaußenrandes vorgesehen, so der Referatsleiter. Als „Lichtfarbe“ habe man, wie bereits für die übrige Beleuchtung, ein „warmes-weißes Licht“ gewählt. Der Marienbrunnen – Figur und Wasserspeier – wird nur noch durch Unterwasserstrahler beleuchtet. Auf eine zusätzliche Effektbeleuchtung von Außen werde verzichtet. Demnächst möchte die Verwaltung betroffene Hauseigentümer bezüglich der Leuchten­montage befragen.

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