Schlappe für die Gemeinde

Josef Probst war am Freitagabend wohl der zufriedenste Mensch in ganz Egling. Der Landwirt darf nun, wie geplant, seinen Solarpark am „Schmiechener Feld“ bauen, auch wenn er keinen anderen Eglinger mit 40 Prozent beteiligt. Das hat der Gemeinderat mit seiner Feststellung zur Änderung des Flächennutzungsplans be­schlossen.

Entscheidend war aber nicht die Sitzung des Gremiums, sondern zwei Gesprächsrunden zuvor. „Am Mittwoch war ich zunächst beim Gemeindeanwalt, anschließend im Landratsamt wegen der Dienstaufsichtsbeschwerde“, erzählt Vize-Bürgermeister Ferdinand Holzer. Das Gespräch mit dem Leiter der Kommunalaufsicht, Andreas Graf, dürfte ihm aber weniger gefallen haben. „Da ist uns schon klar gemacht worden, dass die erneute Auslegung sehr wohl die vorgeworfene Verzögerung für Probst bedeutet“. Kritisch wurde auch die Ausweisung von Sondergebieten gesehen. Vom Baurecht her habe es wohl einige Schwierigkeiten gegeben, erklärt der stellvertretende Rathauschef. Obwohl die Fakten klar auf dem Tisch lagen, reiste er mit Bürgermeister Leonhard Wörl tags drauf nach München. Im Büro des Gemeindeanwaltes traf man sich mit Josef Probst und dessen Anwalt Ewald Zachmann. „Es wurde heftig diskutiert“, bestätigte der Jurist nach dem Treffen. Guter Kompromiss Herausgekommen ist dabei aber immerhin ein Kompromiss, mit dem die beiden Bürgermeister eigentlich in die Gemeinderatssitzung gehen wollten. „Ich habe angeboten, dass sich die beiden Bewerber (Thomas Högenauer und Maresa Mayer, Anm.d.Red.) je zu 12 Prozent an der KG beteiligen können“, erklärt Josef Probst. Allerdings platzte der Kompromiss recht schnell, denn Högenauer lehnte das Angebot postwendend ab. Er will nun nach Informationen KREISBO­TEN klagen, damit er flächenmäßig beteiligt wird. Ein Unterfangen, das von Experten als „wenig aussichtsreich“ beschrieben wird. Der Gemeinderat fasste den Beschluss, den Weg für Probst frei zu machen, egal ob sich nun weitere Eglinger an dem Projekt beteiligen oder nicht. Allerdings waren nicht alle mit dem Beschluss einverstanden. Gemeinderat Martin Wolzmüller bestand etwa darauf, dass nach wie vor „die Gemeinde die Bauleitplanung inne hat und das auch bis zum Satzungsbeschluss so sein sollte.“ Trotzdem ist mit der Ent­schei­dung nun die Dienstaufsichtsbeschwerde so gut wie vom Tisch auch Andreas Graf betont, dass zum Beispiel „die persönlichen Vorwürfe noch geprüft werden müssten“. In der Gemeinde hofft man, dass recht bald Graf über die Sache wächst. „Im Nachhinein hätten wir uns für den Prozess etwas mehr Zeit lassen sollen“, räumt Vize Holzer nach der Sitzung ein. Josef Probst will sich nun schnell an die Arbeit machen. Schon im Februar will er den Zaun für die Freiflächen-Photovoltaikanlage aufstellen. Wolfsgrube bleibt Nichts mehr wird sich dagegen beim Solarpark an der so genannten „Wolfsgrube“ tun. „Wir haben ja überlegt die Fläche zu vergrößern, lassen da aber nun die Finger davon“, erläutert Holzer. Hintergrund ist, dass man einem Bauwerber vor Jahren abgesagt hat, ein Solarfeld auf der jetzigen Erweiterungsfläche zu bauen. „Hätten wir jetzt das Gebiet an der Wolfsgrube erweitert, hätten wir uns wirklich der Gefälligkeitsplanung schuldig gemacht.“

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