Schlechte Wahl? – Widerstand gegen Edeka an der B17alt

Die mögliche Ansiedlung des Edeka-Logistik- zentrums an der B17alt südlich von Kaufering löst in der Landsberger Stadtspitze keine Jubelgesänge aus. „Eher skeptisch“ steht man dort den Plänen von Bürgermeister Dr. Klaus Bühler (UBV) gegenüber. OB Ingo Lehmann (SPD) verweist aber darauf, dass die Meinungsbildung im Stadtrat noch anstehe. Widerstand auf breiter Front indes hat Grünen-Fraktionssprecher Ludwig Hartmann bereits angekündigt: „Wir erteilen dem Vorhaben eine klare Absage.“

In der Debatte um die mögliche Ansiedlung des Logistikzentrums auf der grünen Wiese zwischen den beiden Kommunen darf die Lechstadt ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Schließlich liegt etwa ein Drittel der auserkorenen Fläche auf Landsberger Flur und damit die Planungshoheit bei der Stadt. Kommt also kein „Ja“ aus der Großen Kreisstadt, dann kann Dr. Bühler, wie er selbst sagt, „das Projekt gleich wieder stoppen.“ Kein Wunder also, dass er in den vergangenen Tagen sehr viel Zeit in Landsberg verbracht hat. Ob die Überzeugungsarbeit des Kauferinger Bürgermeisters entsprechend ankam, wird sich heute Abend im nichtöffentlichen Teil der Finanzausschusssitzung zeigen. Dann nämlich steht die erste „Meinungsbildung“ an. Und die wird gewiss auch davon geprägt sein, dass die Stadt ihrerseits ein Areal für das Edeka-Logistikzentrum anzubieten hat: im Frauenwald. Vor eineinhalb Jahren noch kamen die Verhandlungen dazu zum Erliegen, gleichwohl wurde die Entwicklung des „Gewerbe- und Industrieparks Frauenwald“ weiter vorangetrieben. Grund und Boden in der von Edeka Südbayern geforderten Größenordnung stünde dort mittlerweile zur Verfügung. Ist der Stadtrat demnach in der Zwickmühle? Kein Blatt vor den Mund nimmt SPD-Fraktionsvorsitzender Ludwig Kaiser: „Jeder andere Edeka-Standort im Landkreis ist schlechter als der bereits erschlossene und zum großen Teil gerodete im Frauenwald.“ Auch aus städtebaulicher Sicht sei es „nicht gut“, das Logistikzentrum an der B17alt anzusiedeln. Die Verschmelzung der beiden Kommunen sei nicht erwünscht. Ähnlich sieht es Grünen-Chef Hartmann. „Wenn wir jetzt anfangen, den Grünstreifen für ein Logistikmonster anzutasten, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis dieser komplett unter Beton verschwindet. Der Wunsch von Dr. Bühler nach besserer Auslastung des begrüßenswerten Biomasseheizkraftwerkes sei kein Freibrief für einen gigantischen Flächenverbrauch. „Dem sagen wir deutlich den Kampf an.“ Das Argument „neue Arbeitsplätze“ lässt Hartmann auch nicht gelten: „Edeka plant, mit dem Neubau bis zu drei kleinere Logistikcenter zu schließen.“ CSU und UBV im Stadtrat wollten sich zu den jüngsten Edeka-Plänen noch nicht äußern, wollen erst noch aus „erster Quelle“ informiert werden.

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