"Schlichtweg erfunden"

Für Inselbad (unten rechts) und Herkomer-Park (unten links) sei der neue Lechsteg keine Ab- sondern eine Aufwertung, sagt OB Lehmann. Die rote Linie zeigt den geplanten Steg und Wegeverlauf zwischen Mutterturm und Turnhalle Lechstraße (oben). Grafik: Stadt LL

Die jüngste Ankündigung der UBV, mit einem Bürgerbegehren den Bau des neuen Lechstegs zwischen Inselbad und Mutterturm verhindern zu wollen, kam überraschend. Und sie erwischte Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) auf dem falschen Fuß. Doch am vergangenen Freitag holte das Stadtoberhaupt zum Gegenschlag aus. In einer eigens einberufenen Pressekonferenz kritisierte Lehmann die Argumente der Brückengegner als „schlichtweg erfunden“.

Das Bild, das die UBV malt, klingt schrecklich und dürfte vor allem alteingesessenen Landsbergern im ersten Moment die Zornesröte ins Gesicht getrieben haben: Durch den neuen Lechsteg würde das Inselbad um einen Teil seiner Liegewiese beraubt, dazu wären die Badegäste durch die erhöhte Lage der Brücke schutzlos den Blicken der Passanten preisgegeben und nicht zuletzt würde das Idyll des historischen Herkomer-Parks beim Mutterturm durch einen neuen 3,5 Meter breiten Weg zerstört. Für Lehmann ist das jedoch vor allem eines: „schlichtweg falsch“. Da wundert es nicht, dass sich der Oberbürgermeister sichtlich bemühen musste, um die Argumente in ruhigem Ton zu entkräften. Wie ernst Lehmann jedoch die Möglichkeit eines weiteren Bürgerbegehrens nimmt, konnte man am Freitag daran ablesen, dass der OB nicht allein zur Pressekonferenz erschienen war, sondern seinen Stellvertreter Norbert Kreuzer (CSU), Stadtbau­- meisterin Annegret Michler, Landschaftsplanerin Pia Becker und Tiefbauchef Hans Huttenloher zur Unterstützung hinzugezogen hatte. Man wolle „Fakten zurechtrücken“, sagte Leh­- mann. Mit Sichtschutz So sei eine Beschneidung des Inselbads, wie sie die UBV darstelle, nie geplant gewesen. Der Zuweg zur Brücke führe entlang des bestehenden Zaunes und ende an der Turnhalle Lechstraße, die Liegewiese bleibe unberührt. Ebenfalls ins Reich der Fabeln verwies Lehmann, dass die Brücke über eine hohe Rampe erschlossen werde, von der man auf die Badenden herabblicken könne. „Der Lechsteg trifft ebenerdig auf. Und der Sichtschutz ist durch die vorhandenen Bäume gegeben.“ Auch den Vorwurf, dass die Idylle des Herkomer-Parks durch das Projekt Schaden nehme, ließ der OB nicht auf sich sitzen. Alle Planungen seien eng mit dem Landesamt für Denkmalschutz sowie dem Stadtheimatpfleger abgestimmt. Der Hauptweg werde zudem nur die gesetzliche Mindestbreite von 2,50 Meter erfüllen und die vorhandene Wegeführung nutzen. Dass dafür die bestehenden Holzbrücken aus den 1970er Jahren einer tragfähigeren Variante weichen müssten, sei zu verschmerzen. Im Gegenteil: „Durch den Rückbau und den Umbau wird der Park nachher wieder näher am historischen Original sein.“ Mit der Diskussion um den Lechstrand, wie von der UBV suggeriert, habe der neue Lechsteg im übrigen nichts zu tun, fügte Lehmann abschließend hinzu. Schon 1996 im Wettbewerb zur Pflugfabrik sei die Fußgänger- und Radfahrerbrücke ins Spiel gebracht worden, um den Westen der Stadt besser an die Altstadt anzubinden. „Und genau das wollen wir auch jetzt erreichen.“ Eine Fußwegverbindung zwischen Steg und Flößerplatz gehöre da erst einmal nicht dazu.

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