Ein Schloss wird aus dem Schlaf erweckt

Die geplanten und von der Gemeinde bereits genehmigten Baumaßnahmen auf dem Gelände des Schlosses Unterdießen führen im Dorf zu Spekulationen. Der neue Eigentümer, Robert Schmid, will sich einen Kindheitstraum erfüllen und Biolandwirtschaft nach Demeter betreiben.

Frische Rodungen am Hang unterhalb des Schlosses, geben endlich den Blick frei auf das imposante Gebäude. Sinnvoll erscheint ein hoher Zaun rund um das Kastell erst, wenn man auf den Hügel fährt. Nicht der Schlossherr schützt sich vor ungebetenen Gästen, sondern gefleckte Schweine werden daran gehindert, die Gegend unsicher zu machen. Freudig grunzend begrüßt die Herde den Besucher. Mit in Reihen frisch gepflanzten Bäumen und Sträuchern, wirkt die gepflegte Anlage wie eine gelungene Mischung aus Barockgarten und englischem Park. Der Hühnerhof, freilaufende Hennen samt Gockel, und weiße, haarige Rinder im Unterstand, lassen glauben, jemand habe die Zeit zurückgedreht. Man möchte gerne den Schlossherrn, der dieses bewerkstelligt hat, kennen lernen. Ein älterer, freundlicher, aber dennoch überzeugender Hund weiß dies Ansinnen zu verhindern. Um die landwirtschaftliche Fläche gemäß der Demeterrichtlinien bewirtschaften zu können, möchte sie die Schmid Junior GmbH, deren Inhaber Schlossherr Robert Schmid ist, mit einigen Nutzgebäuden, einem Wirtschaftshof, zwei Werkstätten für die Holz- beziehungsweise Metallverarbeitung sowie einem Fuhrparkgebäude und einem Getreidelager bereichern. Anfang März befürwortete die Gemeinde Unterdießen wohlwollend die geplanten Bauvorhaben, vorbehaltlich einer Prüfung durch das zuständige Amt für Landwirtschaft. Wie Bürgermeister Dietmar Loose ausführte, sei gegen diese Form der Landwirtschaft grundsätzlich nichts einzuwenden, verspricht es doch Gewerbesteuereinnahmen für die Gemeinde und voraussichtlich Arbeitsplätze. Das Projekt sei langfristig ausgelegt, von mindestens 50 Jahren ist die Rede gewesen. Das Gemeindeoberhaupt beschreibt Robert Schmid als „sym- pathischen, allerdings der Öffentlichkeit gegenüber reservierten“ Mann, der sich mit diesem Projekt einen Kindheitstraum erfüllen möchte. Schmids eigentliche Profession indes lässt nicht gerade auf einen landwirtschaftlichen Hintergrund schließen. Ursprünglich aus der Gegend um Erding stammend, hat sich die Fa. Schmid in den 80er und 90er Jahren mit Schuh-Einzelhandel zu einem mittelständischen Unternehmen mit mehreren Filialen und rund 160 Angestellten im südbayerischen Raum entwickelt. Robert Schmid war für ein KREISBOTEN-Gespräch zu seinem Unterdießen-Projekt bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.

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