Schlossbergschule, wie lange noch?

Die Zukunft der Mittelschule am Schlossberg (Foto) ist nach wie vor ungewiss. Foto: Ruile

Ein Zusammenschluss der beiden Landsberger Mittelschulen am jetzigen Standort der Fritz-Beck- Mittelschule? Über kurz oder lang wird dies wohl beschlossene Sache sein. Folgen die Stadtoberen den Empfehlungen der „Studie zur Bedarfsermittlung Grund- und Mittelschulen 2025“ des Nürn­berger Stadtentwicklungsbüros Planwerk, dann wird es in absehbarer Zeit nur noch einen Mittelschulstandort in Landsberg geben. Die Studie wurden dem Stadtrat in der vergangenen Woche erstmals präsentiert.

Bis aus Nürnberg war Stadtentwickler Gunter Schramm am Montag angereist, um den Ratsmitgliedern die Ergebnisse der Studie zu präsentieren. Die Stadt hatte sie in Auftrag gegeben, um ihre Planungssicherheit für die kommenden zwei Dekaden zu erhöhen. In seiner klar strukturierten Präsentation erläuterte Schramm zunächst Methodik und gutachterliche Vorgehensweise und benannte die für die Studie maßgeblichen Bewertungskriterien. Landsberg, so der Stadtplaner, sei unbestreitbar mittlerweile zur Boomregion aufgestiegen und stehe damit dem allgemeinen Trend zur Bevölkerungsabnahme entgegen. Dennoch sei durch die allgemeine Veränderung der Altersstruktur innerhalb der Gesellschaft auch hier langfristig mit einem Rückgang der Schülerzahlen zu rechnen. Damit kam Schramm zur Sache: „Auch in Landsberg besteht Handlungsbedarf, ganz besonders im Bereich der beiden Mittelschulen.“ Zwar sei in der Schlossbergschule im Lauf der nächsten 15 Jahre mit einem eher moderaten Rückgang der Schülerzahlen zu rechnen, jedoch bestehe hier, insbesondere im Neubau aus den 70er Jahren, ein hoher Modernisierungsbedarf. Anders an der Fritz-Beck-Schule: Dort stellen die Stadtplaner hinsichtlich der Schülerzahlen eine deutlich negativere Prognose. Von einem „fast schon dramatischen“ Rückgang von etwa 25 Prozent war hier die Rede. Positiv wurde dagegen die bauliche Situation des Standorts bewertet: Abgesehen von der „äußerst unbefriedigenden Lage in den Containern“, die nur als Übergangslösung gedacht seien, erkannte man – außer im energetischen Bereich – nur geringen Modernisierungsbedarf. Schramm: „Interessant wird der Standort allerdings durch das hohe Flächenpotential für Erweiterungsbauten und seine insgesamt günstige stadträumliche Lage.“ Wenig überraschend kam deshalb der Vorschlag des Referenten, die beiden Landsberger Mittelschulen auf nur einen Standort, nämlich den der Fritz-Beck-Mittelschule, zu reduzieren. Dort sei von insgesamt etwa 550 Schülern auszugehen. Unbedingt hinzuzuziehen sei bei der Entscheidungsfindung allerdings die Situation der Nachbargemeinden. Diese sei aber nicht Gegenstand der vorgelegten Studie gewesen. „Mit einer Träne im Knopfloch“ folgte Christian Karlstetter, Rektor der Mittelschule am Schlossberg, den Ausführungen des Nürnberger Experten. „Es tut schon weh, wenn man sieht, dass etwas, in das man viel Zeit und Energie investiert hat, scheinbar ein Auslaufmodell ist.“ Er gibt zu bedenken, dass die Planung einer neuen Schule ausreichende räumliche Kapazitäten, insbesondere im Bereich der Funktionsräume, vor­- sehen müsse. Alle besorgten Eltern kann Karlstetter fürs Erste beruhigen: „Im kommenden Schuljahr wird sich hier sicher noch nichts ändern.“ Standorte sind sicher An den Grundschulen ist innerhalb des Ermittlungszeitraumes, also bis 2025, mit einem Rückgang der Schülerzahlen von etwa 20 Prozent zu rechnen. Dennoch gehen die Gutachter davon aus, dass alle Landsberger Schulstandorte, auch Erpfting, erhalten werden können. Generell haben die Schulen heute, etwa aufgrund der Mittags- und Ganztagsbetreuung oder durch ein ausdifferenzierteres pädagogisches Angebot, einen wesentlich höheren Raumbedarf als noch vor wenigen Jahren. Um größeren temporären Schwankungen in den Schülereingangszahlen zu begegnen, sind Sprengelverschiebungen denkbar; auch kann, je nach Bedarf, in einzelnen Schulen die Dreizügigkeit vorübergehend in eine Zwei- bzw. Vierzügigkeit umgewandelt werden. „Zukunftsmusik“, so Ingo Lehmann, „und eine Sache, die einmal andere zu entscheiden haben werden“, seien Überle­- gungen die derzeit auf zwei Standorte verteilte Grundschule am Spitalplatz mit der in der Pössinger Straße künftig auf dem Schlossberg zusammenzufassen. Die Erkenntnisse der Nürnberger Studie werden wohl schon in die anstehenden Haushaltsberatungen einfließen – dann nämlich, wenn es um die Finanzierung der dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen an den beiden Mittel­schulen gehen wird.

Auch interessant

Meistgelesen

Töpfermarkt am Limit
Töpfermarkt am Limit
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Stadtwerke Landsberg steigern ihren Gewinn
Die Stadtwerke Landsberg steigern ihren Gewinn
Eresing zelebriert sein 950-Jähriges
Eresing zelebriert sein 950-Jähriges

Kommentare