"Synergie" für zehn Jahre

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Blutspendedienst-Geschäftsführer Georg Götz (rechts) nahm den Schlüssel des BRK-Kreisgeschäftsführers Andreas Lehner (links) entgegen: Der Blutspendedienst mietet für zehn Jahre Räumlichkeiten im Neubau des BRK im Frauenwald.

Landsberg – „Jetzt ist hier endlich ein bisschen Leben drin“, freute sich der Kreisgeschäftsführer des BRK, Andreas Lehner. Er übergab den symbolischen Schlüssel an den Blutspendedienst, der künftig Mieter in den neugebauten BRK-Räumlichkeiten im Frauenwald ist (der KREISBOTE berichtete). Zwei Blutspendeteams sowie Innendienstmitarbeiter gehen hier ihrer Arbeit nach.

Seit dem 15. September ist der Blutspendedienst (BSD), Tochter des BRK, offiziell Mieter des westlichen Gebäudeteils. Nachdem die Bauarbeiten nun fertiggestellt wurden, hat der BSD die Räumlichkeiten bezogen und freut sich über die dazugewonnene Flexibilität. Christian Kohl, Leiter Marketing&Kommunikation erklärt, dass bislang vier der 21 bayerischen Blutspendeteams in Augsburg ihren Standort gehabt hätten. Zwei davon seien inzwischen nach Landsberg umgezogen, um künftig die Fahrtwege zu den Einsätzen zu reduzieren. Schließlich erstrecke sich das Gebiet, in dem die Landsberger Teams Blut entnehmen, von den südlichen Grenzen Münchens über Schongau bis ins Allgäu. Reichlich Kilometer also, die von Landsberg ausgehend bearbeitet werden.

Blutspendedienst-Geschäftsführer Georg Götz erklärte, die 23 Mitarbeiter des Blutspendedienstes in Landsberg verteilen sich auf zwei mobile Entnahmeteams sowie den Innendienst. Ein Trupp für die Entnahme bestehe jeweils aus etwa sieben Leuten, richte sich bei einem Blutspende-Event aber letztendlich nach der Anzahl an Spendern und der Größe der Veranstaltung, sodass die Mitarbeiterzahl pro Einsatz variiere. Fix ist, dass immer ein Arzt, meist ein Freiberufler, mit an Bord ist. Christian Kohl klärt auf: „Vor jeder Blutentnahme gibt es ein ärztliches Gespräch.“ Darin werde beispielsweise abgefragt, ob der Spender sich kürzlich tätowieren hat lassen oder in eine Region verreist ist, in der Malaria verbreitet ist. Hat der Blutspender alle K.O.-Kriterien bestanden und die Entnahme wurde durchgeführt, wird das Blut in Beuteln konserviert. Ab diesem Zeitpunkt ist das Zeitfenster begrenzt – lediglich 24 Stunden braucht das Blut vom Spender über Zwischenstationen bis zum Empfänger und nimmt dabei künftig auch den Weg über die Lechstadt. Wenn die Außendienstteams mit den Blutkonserven nach erfolgreichen Entnahmen in ihrem neuen Domizil in Landsberg aufschlagen, werden die Entnahmen anschließend ins unterfränkische Wiesentheid weitergeschickt. Im dortigen BSD-Produktionszentrum gilt es in der Nacht, das Blut in seine Zellbestandteile zu zerlegen, wodurch es in der Folge für bis zu drei verschiedene Zwecke verwendet wird – am häufigsten für die Krebstherapie.

Landsberg wird mit seinem neuen Standort also eine durchaus wichtige Rolle einnehmen. Andreas Lehner freut sich, „eine derartige Synergie im Frauenwald geschaffen“ zu haben. Mindestens für die nächsten zehn Jahre wird der Blutspendedienst nun einen Teil des 5.400 Quadratmeter großen Geländes für sich beanspruchen.

In den Rest des Gebäudes gewährten Andreas Lehner und Projektleiter Peter Zeitler ebenfalls Einblick: Unmittelbar neben den Materialräumen des Blutspendedienstes führt der Weg in eine Fahrzeughalle mit acht Rettungsfahrzeugen inklusive mehrerer Anhänger. Diese Halle dient ferner für den Katastrophenschutz, weshalb sie mit Heizaggregaten und einer Notstromversorgung versehen ist.

Ansonsten sind in dem Gebäude Lager- und Büroräume des BRK sowie Ausbildungsräume und das Zimmer des Jugendrotkreuzes zu finden – jedoch noch alles recht provisorisch eingerichtet, wie Andreas Lehner betont. Deshalb freue sich das BRK über Spenden, mit denen die finale Einrichtung realisiert werden könne. Ansonsten sei das größte Manko derzeit noch der DSL-Anschluss, der die Internetnutzung zu „einer echten Herausforderung“ mache.

Die Kosten für das Gebäude seien im angepeilten Rahmen geblieben. Lediglich die Erdarbeiten hätten Probleme bereitet, was die Plankosten von 2,1 Millionen Euro leicht erhöht habe. Als Einweihungstermin hat Lehner den 8. Mai im Visier – den Weltrotkreuztag.

Marco Tobisch

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