Im Schneckentempo nach Südtirol

Gleicher Jahrgang: Josef Lichtenstern und sein Traktor sind je 59 Jahre alt. Foto: Osman

Er ist 59 Jahre alt und fährt kaum schneller als 15 Stundenkilometer. So mancher Besitzer würde mit dem Allgaier Bulldog, Baujahr 1951, vielleicht gerade noch zum Oldtimer-Treffen tuckern. Nicht so Josef Lichtenstern. Der Walleshausener möchte mit seinem Traktor eine Tour von sage und schreibe 1000 Kilometern machen, einmal nach Südtirol und zurück. Mit der Aktion will er Spenden für die Regens-Wagner-Stiftung in Holzhausen sammeln.

Am kommenden Samstag soll es losgehen. Auf Nebenstrecken will Lichtenstern über Schwifting, Weilheim, Mittenwald, Seefeld und Innsbruck, Sterzing und Brixen bis nach Kastelruth fahren und dort das Spatzenfest besuchen, ein großes Open-Air-Konzert der Kastelruther Spatzen. Ein Transparent mit der Aufschrift „Benefizfahrt nach Kastelruth für schwerbehinderte Erwachsene“ soll den vielen neugierigen Blicken, die er zweifellos ernten wird, den Sinn der Schleichfahrt erklären. Seit einem Jahr schon bereitet sich Josef Lichtenstern, selbst zu 50 Prozent gehbehindert, auf seine Tour vor. Er hat Karten studiert und ungefähre Streckenabschnitte geplant, den Traktor, der noch aus der elterlichen Landwirtschaft stammt, auf Vordermann gebracht. „Der ist genauso alt wie ich“, schmunzelt der 59-Jährige. Für die lange Fahrt, zweifellos die längste Strecke im Leben des Allgaier, hat er den Bulldog gründlich durchgecheckt, Öl gewechselt, und zum ersten Mal nach 59 Jahren neue Reifen aufgezogen. Für alle Fälle kommt ein Fahrrad auf den frisch montierten Gepäckträger, damit Lichtenstern Hilfe holen kann, sollte er irgendwo auf einsamer Landstraße liegen bleiben. „Ein bisschen Abenteuer soll schon dabei sein“, freut sich der Walleshausener, der in München am Arbeitsgericht als Pförtner tätig ist und für die Aktion einen Gutteil seines Jahresurlaubs genommen hat. Jeweils fünf Tage plant er für die Hin- und Rückfahrt, außerdem fünf Tage Aufenthalt in Kastelruth. Je nach Witterung möchte er täglich acht bis neun Stunden fahren. Ein wasserdichter Overall soll gegen Regen, Wind und Kälte schützen. Übernachtet wird in Gasthäusern oder auf Bauernhöfen. Ein Schreiben des Geltendorfer Bürgermeisters Wilhelm Lehmann, der als Schirmherr der Aktion fungiert, soll bei Bedarf die Türen in Rathäusern und Behörden öffnen und auch die Spendenbereitschaft ankurbeln. Lichtenstern hofft, auf diese Weise 5000 Euro zusammenzubekommen, die er der Regens-Wagner-Stiftung für ein Bewegungs-Therapiegerät für Rollstuhlfahrer spenden wird. „Das Gerät ist gut für den ganzen Körper, baut Muskulatur auf und fördert die Verdauung“, erklärt er. Je nach Verfassung des Patienten kann das Gerät so eingestellt werden, dass es die Bewegung komplett übernimmt, sie unterstützt oder den Benutzer aktiv trainieren lässt. „Wenn pro gefahrenem Kilometer fünf Euro gespendet werden, müsste der Betrag zu schaffen sein“, so Lichtenstern. Spenden können auf folgende zwei Konten eingezahlt werden: - Josef Lichtenstern, Kto.-Nr. 100 210 773, Raiffeisenbank Nordkreis Landsberg, BLZ 701 693 51 oder - Regens-Wagner-Stiftung Holzhausen, Kto-Nr. 221 390, Sparkasse Buchloe, BLZ 734 500 00, Verwendungszweck Förderstätte – Spendenaktion – Motomed.

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