Schnell noch ein paar Pflöcke

Muss aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand versetzt werden. Bürgermeister Dr. Klaus Bühler.

Für manch jüngeren Kauferinger mag es gar nicht vorstellbar sein, dass es überhaupt einmal einen anderen Bürgermeister geben wird als Dr. Klaus Bühler, zumal er bis 30. April 2014 gewählt war. Jetzt ist es allerdings überraschend plötzlich so weit: nachdem sein Hausarzt ihm empfohlen habe, in den Ruhestand zu treten, ließ sich Bühler, der seit langem mit gesundheitlichen Problemen kämpft, auch vom Amtsarzt untersuchen. Die Diagnose lautete auf „chrono­- logische Erkrankung aus dem neurologischen Formenkreis“, die rechtliche Konsequenz: Versetzung in den Ruhestand.

Zwei Tage vor seinem 67. Geburtstag ging Bühler vergangene Woche mit der Nachricht an die Presse. Voraussichtlich schon im März 2012 wird es in Kaufering zu Bürgermeister-Nachwahlen kommen. Bühler selbst erläutert das Prozedere: Bereits in der nächsten Marktgemeinderatssitzung soll das Thema behandelt werden, die Mitglieder müssen über die Versetzung in den Ruhestand abstimmen, sind dabei aber an das Gutachten des Amtsarztes gebunden. Dieser Beschluss wird Bühler dann zugestellt, „nach drei weiteren vollen Monaten ist meine Amtszeit dann vorbei.“ Und das nach 25 Jahren, in denen er eine stürmische Entwicklung Kauferings entscheidend mitgeprägt hat, die allerdings so nie geplant waren. „Ich habe mir 1987 nur gedacht, ich probiere das mal, ob ich das besser kann. Kein Mensch geht doch davon aus, dass er so etwas dann so lange macht, egal, welche Aufgabe man angeht“, erinnert sich Bühler. Dass der Ruhestand dem „Workaholic“ Bühler nicht so recht passen dürfte, liegt auf der Hand – sein Arbeitsstil und -tempo sind bemerkenswert, manche Entscheidung fällt für einige seiner Gemeinderäte hin und wieder sogar zu schnell. „Der Mann legt immer ein unglaubliches Tempo vor“, hörte man immer wieder aus der Mitte des Gemeinderates. So dürfte auch klar sein, dass Bühler seine letzten Wochen („So viele sind das ja nicht mehr, wenn man an Resturlaub und solche Dinge denkt.“) im Amt intensiv nutzen wird. Ein paar wichtige Projekte möchte der 67-Jährige auf jeden Fall noch auf den Weg bringen. Dazu gehört die neue Lechbrücke südlich der Leopoldstraße. „Das ist ein mittelfristiges Projekt, aber jetzt müssen finanziell die Pflöcke einge­- rammt werden. Ich bilde mir ein, dass ich ganz gut weiß, wo ich die Fördermittel dafür locker machen könnte.“ Außerdem auf seiner Agenda: Der Kindergarten Regenbogen und der Bahnhof in Kaufering, bei dem er bereits seit längerem an einer Verbesserung der Zugangssituation arbeitet und jetzt mit dem CSU-Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Goppel zusammen versucht, an den entscheidenden Stellen die Mittel dafür loszueisen. Wenn seine Amtszeit dann tatsächlich abgelaufen ist, „wird es mir sehr, sehr schwer fallen, das aufzugeben“, sagt Bühler. „Aber ich habe die selten gewordene Eigenart, den Fachleuten zu glauben. Ich bin nicht schlauer als meine Ärzte und wenn mir jeder von denen den selben Rat gibt, folge ich dem.“

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