Schnell die Zahlen korrigieren

Hans-Jürgen Böttcher sieht den EVL wieder auf einem guten Weg. Foto: Krivec

Der EV Landsberg trägt hält die Rote Laterne der Oberliga-Tabelle fest im Griff und auch finanziell ist die Lage angespannt. Dennoch verbreitet Vorsitzender Hans-Jürgen Böttcher viel Optimismus. Im KREISBOTEN-Interview erklärt er, warum er sich derzeit wenig Sorgen ums Geld macht und sich bereits auf die nächste Saison freut.

Verstärkung wäre dringend notwendig, damit wieder mehr Zuschauer ins Stadion kommen? Böttcher: „Naja, man kann sich auch fragen, ob ich lieber 700 Zuschauer habe oder 300 und dafür jeden Monat 15000 bis 20000 Euro weniger für die Mannschaft ausgeben muss.“ Dennoch ist es ja wohl kürzlich sehr eng geworden? Böttcher: „Absolut. Im November waren wir kaputt. Ich habe zwar lange und viel aus der eigenen Tasche reingebuttert, aber irgendwann ist da eben auch Ende. Vier Spieler wären auf dem Weg zum Anwalt gewesen, wenn ich nicht das Geld von einigen mittelständischen Unternehmern aufgetrieben hätte, dann wäre Schluss gewesen. Gottseidank habe ich es geschafft, dass die Leute inzwischen merken, dass ein Herr Böttcher seriös und ehrlich ist. Dadurch geht es auch langsam wieder aufwärts mit dem Verein.“ Ist denn die Saison jetzt gesichert? Böttcher: „Schwierig ist es immer nur im November und Dezember. Wir werden die Saison anständig zu Ende bringen und für die nächste sieht es schon sehr viel besser aus.“ Woher kommt die plötzliche Entspannung? Böttcher: „Wir planen etwas mit einer Firma, von der 100 neue Mitglieder kommen werden, die ihren Beitrag schon im November bezahlen. Damit wären die November-Gehälter zum großen Teil schon einmal gesichert. So kommen wir nicht wieder in Verzug. Außerdem muss ich unserem Steuerberater einmal sagen, dass er unsere Zahlen korrigiert, von über 400000 Euro Schulden kann gar keine Rede mehr sein.“ Wieviel ist es denn noch? Böttcher: „Durch Vergleiche und Verzichte sind es noch 200000 Euro. Außerdem werden wir vom Finanzamt 20000 Euro zurückbekommen, die wir zuviel bezahlt haben.“ Dabei war das Verhältnis zum Finanzamt doch lange Zeit nicht so gut. Es wurde sogar mit Aberkennung der Gemeinnützigkeit gedroht, wenn die erste Mannschaft wieder ein Minus macht. Ist das auch vom Tisch? Böttcher: „Davon gehe ich aus. Seitdem der Herr Dr. Goppel den Brief an das Finanzamt schreiben lassen hat, habe ich von denen nichts mehr gehört. Das hat außerdem nur der Steuerberater so scharf ausgedrückt. Wir machen aber ohnehin in dieser Saison kein Minus, weil wir den großen Einbruch bei den Zuschauer- und Sponso­ren­geldern eben durch das Geld der Unternehmer aufgefangen haben.“ Aber Spenden und Mitgliedsbeiträge dürfen doch nicht für die erste Mannschaft verwendet werden? Böttcher: „Das sind auch keine Spenden, sondern Privateinlagen von Leuten, die mir vertrauen.“ Es ist also nichts dran, dass man besser Insolvenz anmelde? Böttcher: „Nein, auch wenn Freunde zu mir immer wieder sagen, ,sperr‘ doch den Laden zu und geh‘ wieder zu deinen Pferdln‘. Aber ich weiß, wann man zusperren muss, ich habe das vor zehn Jahren beim EVL ja auch gemacht. Aber da waren noch zwei Millionen Schulden aus der GmbH hintendran, nicht wie jetzt 200000 Euro.“ Noch eine Frage zum Fall Wolsch: Wie ist da der Stand? Böttcher: „Ich habe weiterhin nichts von ihm gehört und nichts von seinem Anwalt, keine Mahnung, nichts. Ich denke nicht, dass da noch etwas kommt. Der ist nicht sonderlich ehrlich, er gibt ja nicht einmal zu, dass ich ihm eine SMS geschickt habe.“ Zurück zum sportlichen. Der Trainer plant ja schon für die kommende Saison. Sie auch? Böttcher: „Ja, und ich freue mich darauf, weil wir eine gute Truppe zusammenbekommen werden. Ich denke, wir sollten auch einige junge Spieler aus der Nähe verpflichten, auch in der Bayernliga wildern, ich habe das mit Dave Rich schon besprochen. Aber ich sage ausdrücklich: Ich stelle keine Mann­- schaft mehr zusammen – das ist Trainersache. Wobei er jetzt ja die Spieler hat, die er wollte. Klar ist auch, dass wir die gestandenen Spieler halten wollen. Wenn ich den Barz sehe, das ist ein vorbildlicher Kapitän, wie es ihn in Landsberg noch nicht gegeben hat.“ Naja, Fritz Gayer vielleicht? Böttcher: „Das waren andere Zeiten.“ Soll Marc Hemmerich bleiben? Böttcher: „Er hat einen guten Charakter und wird ein Angebot bekommen. Allerdings muss er zuvor bei Dr. Lohscheidt auf die Waage und dann bekommt er eine Zielvorgabe für die nächste Saison, davon wird das Angebot abhängen.“ Bei all diesen Planungen ist aber der Klassenerhalt vorausgesetzt? Böttcher: „Wenn wir in die Play-Downs müssen, bin ich mir ganz sicher, dass wir diese letzten Spiele gewinnen. Wir haben ja jetzt gesehen, dass die Mannschaft die Qualität dazu hat. Außerdem gehe ich ohnehin nicht davon aus, dass es in dieser Saison einen Absteiger aus der Oberliga geben wird.“

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