Galerieverein Landsberg mit neuer Ausstellung

Schöne Aussichten in Landsbergs Zedergalerie

Ausstellung bellevue Zedergalerie
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„Ansbach-Katterbach“ heißt dieses dreigeteilte Bild von Victor Kraus. Eine genaue Ortsbezeichnung und damit ein konkreter Ausgangspunkt, den Kraus abstrahiert und zu „seinem Bild“ verwandelt. Davor „Als der Wind sich erhob“ von Ariane Kipp, von der auch ein Werk im Treppenaufgang der Berufsschule Landsberg zu sehen ist.
  • VonAndrea Schmelzle
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Landsberg – „Bellevue“ heißt die aktuelle Ausstellung des Galerievereins Landsberg in der Zedergalerie – mit Arbeiten des Malers Victor Kraus und der Bildhauerin Ariane Kipp. Die Themen: die Landschaft, der Naturgedanke, der Moment, die Empfindung. 

„Die beiden Künstler verbindet mehr miteinander, als man auf den ersten Blick erkennen kann“, sagt Helmut Hager, der zusammen mit Silvia Großkopf für den Galerieverein Landsberg die Ausstellung kuratiert hat. Mehr verrät er zunächst nicht. Vielleicht lässt es sich herausfinden.

Das Spektrum des Münchner Künstlers Victor Kraus sei riesig, sagt Hager. „Für unsere Ausstellung haben wir uns für seine Landschaftsbilder entschieden, einfach, weil sie uns spontan so gut gefallen haben.“

Interessant sei bei Kraus, dass all seine Werke ganz konkrete Titel haben. Das Motiv verwandle er durch eigenes Empfinden zu der jeweiligen Situation dann so, dass es fast in der Abstraktion lande. Somit kann „Realität zur Magie mutieren“, so formuliert es Kraus selbst. Die Magie spürt man. Die Stimmung des Moments kommt an. Etwa die Wärme, die ein riesiges, gelbes Feld ausstrahlt. Oder aber die Kälte der blauen Pinien.

Nicht nur der Akt des Malens, sondern auch die Lust am Malerischen stehen bei ihm im Mittelpunkt. Ein Wechselspiel von Intuition, erstem „Hinausschleudern“ subjektiver Befindlichkeit einerseits, sowie reflexiver Arbeit andererseits. Malen und Übermalen, Schicht für Schicht, Collagieren. Expressiv und sehr gestisch. Spontan und impulsiv.“

Der Grundgedanke der ausgestellten Werke der Bildhauerin Ariane Kipp aus Nürnberg: Form schaffen durch Aneinanderreihung einzelner gleicher oder ähnlicher geometrischen Elemente – Stäbe, Ringe, Stahl-Dreiecke. Dabei sei ihr die daraus entstehende Leichtigkeit wichtig, erklärt die Künstlerin. „Die Arbeiten müssen für mich entweder schwerelos, wie eingefroren, im Moment, oder dynamisch wirken“, sagt sie. Wie Mikadostäbchen, die man zunächst bündelt und dann fallen lässt, erklärt Hager. Oder Blätter, die im Wind aufsteigen. Oder Ähren, die durch die Luft gewirbelt werden. Die Arbeiten sind dabei sehr reduziert und einfach. Trotz des Materials – Metall – wirken sie „filigran, leicht und weiblich“, sagt Kipp. Und erzeugt mit ihnen eine Bewegung, die im Moment innezuhalten scheint, vielleicht nur für den Bruchteil einer Sekunde.

Damit wird sie erkennbar, die Gemeinsamkeit: Beide Künstler gehen von einem konkreten Anlass aus und geben die Empfindung eines kurzen Momentes wieder. Beide „entziehen sich der Erdenschwere“, so Hager. Kipp über das Objekt, Kraus über sein Inneres. Beide haben einen Bezug zu Italien. Kraus durch viele Reisen, Kipp hat hier studiert. Vereint sind sie nun in Landsberg, in der Zedergalerie, noch bis zum 25. September.

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