Die Schöne wartet auf den Steg

Die Schöne und der Oberbürgermeister: An dieser Stelle des Inselbades trifft der geplante Lechsteg am Ostufer höhengleich auf. Fotos: Schwaiger

Es scheint als warte sie auf ihren Partner, der noch schnell über den Lechsteg gelaufen ist, um den vergessenen Sonnenhut aus dem Auto zu holen. Da es den neuen Steg zwischen Mutterturm und Inselbad noch nicht gibt, schlüpft kurzerhand Oberbürgermeister Ingo Lehmann in die Rolle des Liebenden. Er reicht der „Schönen Landsbergerin“ das Objekt der Begierde exakt an jener Stelle der Liegewiese, an der der geplante Holzsteg höhengleich auftreffen soll. Während die Puppe inzwischen wieder Ba­de­mode in ihrem Schaufenster präsentiert, veranschaulichen Markierungen und ein Seil über den Lech die nächsten Zeit die Lage der Brücke und deren Anbindung.

Das Stadtoberhaupt hatte für Donnerstag zum Rundgang mit der Presse geladen. Es galt, Details des Vorhabens vor Augen zu führen und mit strittigen Aussagen der Brückengegner auf­zuräumen. An Lehmanns Seite unter anderem Landschaftsarchitektin Pia Becker, Tiefbaureferatsleiter Hans Huttenloher und Stadtwerke-Vorstand Norbert Köhler sowie Feuerwehrkommandant Karl-Heinz Novy. Letzterer ließ von einigen seiner Floriansjünger auftragsgemäß ein Seil über den Lech spannen, das den Verlauf des Holzsteges aufzeigt. Die Aktion verlief glatt, das zum Schutz von Mensch und Vogelgetier mit rot-weißen Banderolen bestückte Tau werde bis auf Widerruf installiert bleiben. Selbiges gilt auch für die Markierungen an der Westseite des Inselbades. Zwei rote Stangen sind am Zaun befestigt, exakt in Brückenbreite. Hier könne jeder sehen: die Brücke treffe höhengleich auf und der Weg werde auf diesem Niveau fortgeführt. Lehmann: „Es kann somit keine Rede davon sein, dass man den Badenden auf den Bauch sehen kann.“ Vor allem UBV-Stadtrat Christoph Jell nimmt es der OB übel, dass dieser wider besseren Wissens auch in weiteren Punkten „Anderes behaupte“. 225 m2 weniger Im nächsten Atemzug verweist das Stadtoberhaupt auf die weißen Linien auf der Liege­wiese. Sie markieren den vier Meter breiten Geh- und Radweg vom Brückenkopf zum Platz hinter dem Skateboardbahn und der Turnhalle Lechstraße. Dort soll die Anbindung ans bestehende Wegenetz stattfinden, wobei der gesamte Bereich inklusive Vorplatz Inselbad noch zu überarbeiten sei. Von den 7140 Quadratmeter Liegewiese gehen nach aktueller Planung 255 Quadratmeter verloren. „Das ist weniger als wir vor sechs Jahren im Zuge der Tiefgaragenerweiterung auf der anderen Seite beim Trampolin stillschweigend dazu bekommen haben“, rechnet Lehmann auf. Im Übrigen beweise eine Fotodokumentation, dass die Liegewiese im Nordwesten des Inselbades kaum genutzt werde. Ein paar hundert Meter weiter nördlich versucht der OB die Alternative des Bürgerbegehrens zu entkräften. Der bestehende Lechsteg sei allein für den IKG-Schülerstrom zu schmal und als Geh- und Radwegbrücke nicht geeignet. Und auf dem Gehweg der Von-Kühlmann-Straße hegt er große Zweifel an Jells Vorschlag: „Hier müssten die Gymnasiasten Händchen haltend in Zweierreihen marschieren, das funktioniert nicht!“ Kein Baum fällt Im schattigen Herkomer-Park räumen Landschaftsarchitektin Pia Bauer und OB Lehmann mit dem nächsten Gerücht auf: „Der Park wird nicht zerstört und kein einziger Baum muss fallen.“ Der Landschaftsplaner habe den Auftrag erhalten, den Charakter des idyllischen Parks zu schonen und die Eingriffe so gering wie möglich zu halten. Vorab seien die Mitglieder des Finanzausschusses im Rahmen einer nichtöffentlichen Ortsbesichtigung darüber informiert und befragt worden. Lehmann: „Es gab keine Einwände – auch nicht von UBV-Stadtrat Jell.“ Der Geh- und Radweg führt vom direkt hinter dem Mutterturm ebenerdig auflaufenden Brückenkopf in Schlangenlinie und über zwei Stege durch den Herkomer-Park zur Nordwest-Ecke des Parkplatzes „Papierfleck“. Die dortige Zufahrt werde laut Lehmann im Zuge einer Umorganisation der wenig attraktiven Parkfläche geschlossen. Auf einem Fußgängerüberweg und über den rückwärtigen Parkplatz des Landratsamtes wird der Schülerstrom dann zum Busbahnhof geführt. Spätestens in der kommenden Woche soll der Plan des Landschaftsarchitekten auf dem Tisch des Oberbürgermeisters liegen. Schnellstmöglich möchte Lehmann danach die geplante Umgestaltung des Herkomer-Parks der Öffentlichkeit präsentieren – im Rahmen einer Ausstellung.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Töpfermarkt am Limit
Töpfermarkt am Limit
Polizei bremst führerloses Auto auf der B17 bei Denklingen aus
Polizei bremst führerloses Auto auf der B17 bei Denklingen aus
Geschlossen über die Ziellinie
Geschlossen über die Ziellinie

Kommentare