"Scholli" ist immer dabei

Der HC Landsberg kann bei seinen Spielen stets auf ein engagiertes Team vom Klinikum Landsberg bauen (von links): Oberarzt Dr. Steffen Vennemann, Alexandra Giersberg, Dr. Nadine Schuberth, Dr. Petra Soldo, Andreas Schollenberger und Dr. Viola Siegmund. Foto: Krivec

Wer Fußball spielen will, braucht eine Wiese und einen Gegner. Wer Eishockey spielen will, hat es um einiges schwerer: Neben einer Eishalle muss unter anderem medizinisches Personal zur Verfügung stehen, ansonsten pfeift der Schiedsrichter erst gar nicht an. Der HC Landsberg hat das Problem elegant gelöst – er hat Andreas Schollenberger. Der passionierte Eishockeyfan aus der Notfallambulanz des Landsberger Klinikums ist seit dem ersten Spiel ehrenamtlich für die Riverkings da.

In der Bezirksliga stand Schollenberger (41) oft noch einsam zwischen den Mannschaftsbänken, inzwischen sind die Aufgabe, das Team und die Ausstattung in einmaliger Art und Weise gewachsen: Immer mehr seiner Kollegen engagieren sich in ihrer Freizeit für den Verein. Eine derartige medizinische Versorgung dürfte kaum ein Eishockeyklub unterhalb des Profibereichs vorzuzeigen haben: Ärzte und Assistenzärzte stehen, meist mit Schollenberger und seinen Kollegen und Kolleginnen, an der Bande parat für den Fall, dass es zu Verletzungen kommt. Selbst Oberarzt Dr. Steffen Vennemann aus der Unfallchirurgie in Landsberg hat sich von „Scholli“ anstecken lassen und seine Freizeit in der abgelaufenen Saison genauso geopfert wie viele seiner Kollegen, die teilweise aus dem Münchner und Augsburger Um­land eigens zu den Spielen anfahren. Der EV Landsberg musste einst die entsprechenden Zeiten der Sanitäter beim Roten Kreuz buchen und bezahlen, der HCL ist in der glücklichen Lage, dass er genügend ehrenamtliche Unterstützer hat, um sich diese erhebliche Ausgabe bei der ersten Mannschaft sparen zu können. Noch dazu hat man meistens auch einen Arzt im Stadion. „Das ist alles andere als selbstverständlich und wir wissen das sehr zu schätzen“, sagt HCL-Vorsitzender Markus Haschka. „Vielen ist das vielleicht gar nicht klar, welches große freiwillige Engagement da dahintersteckt, dass wir immer dieses qualifizierte Personal an der Bande stehen haben, und das auch noch ehrenamtlich, da danke ich jedem einzelnen.“ Es sei sagenhaft, wie „Scholli“ den Laden organisiere, ohne dass sich die HCL-Führung um irgend etwas kümmern müsse. Seitens der Gelobten kommt inzwischen noch ein weiteres Angebot. „Details müssen wir noch besprechen, aber wir würden für den HCL als An­sprech­partner bei allen unfallchirur­gischen Problematiken zur Verfügung stehen“, so Dr. Steffen Vennemann. Und das sind im Eishockey bekanntlich nicht gerade wenige.

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