Schon außer Reichweite?

TSV-Trainer Sven Kresin (links) war diesmal selbst im Einsatz, doch auch zusammen mit Benjamin Hauke (rechts) gelang der Sieg gegen Fürstenfeldbruck nicht. Fotos: Krivec

Der TSV Landsberg hat den wichtigen Platz acht in der Fußball-Landesliga Süd erst einmal aus den Augen verloren. Im Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten Fürstenfeldbruck kassierte die Lechstädter eine erneut unnötige 0:2-Niederlage. Gegen eine in der offensiven Spielanlage bessere Mannschaft kamen sie über 90 Minuten zu den klareren Chancen, bestrafte sich allerdings wieder selbst durch individuelle Fehler.

Trainer Sven Kresin hatte auf die schwache Leistung in Eching reagiert: Sowohl Stefan Strohhofer als auch Neuzugang Bajram Nebihi, die beide zuletzt unter ihren Möglichkeiten geblieben waren, fanden sich zunächst auf der Ersatzbank wieder. Da Marco Leszczinsky nach seiner Roten Karte gesperrt war, fehlte dem TSV ein etatmäßiger Mittelstürmer – Markus Happerger rückte in die Sturmspitze, Kresin selbst lief diesmal wieder selbst in der Innenverteidigung auf. Die Offensivkraft der Landsberger schien an diesem Tag nicht nur wegen der Personalprobleme begrenzt. In der ersten Halbzeit fanden im Mittel­feld weder Salemovic noch Bonfert in die Partie, die Bälle nach vorne wurden fast allesamt zu schnell weggegeben. Fürstenfeldbruck hatte zunächst mehr vom Spiel, die besseren Chancen erarbeiteten sich nach und nach trotzdem die Gastgeber. Ünlü setzte mit seinem knackigen Freistoß aus 30 Metern eine erste Duftmarke (18.), Happergers Schuss aus 18 Metern blockte ein Verteidiger kurz vor der Linie (38.) und als Bonfert per Kopf traf (44.), wunderten sich nicht wenige, dass der Schiedsrichter-Assistent auf Abseits entschied. Dem standen zwei Gelegenheiten der Gäste gegenüber, die diese aber recht kläglich vergaben. Nach der Pause regierte dann kurzzeitig das Prinzip „Offenes Visier“, beide Mannschaften drängten vehement auf den Führungstreffer, vor allem Bonfert machte nun mehr und mehr auf sich aufmerksam. Landsbergs Spreitzer fiel der Ball vor die Füße, aus 14 Metern verzog er nach oben links (46.), auf der Gegenseite lenkte Obermayer einen Schuss von Neumeyer gerade noch über die Latte (56.). Danach setzen sowohl Salemovic als auch der eingewechselte Strohhofer den jetzt wesentlich agileren Sebastian Bonfert zweimal gut in Szene – der konnte allerdings weder mit seinem spektakulären Seitfallschuss (62.) als auch mit einem Versuch in der 67. Minute aus halbrechts den Torhüter überwinden. Besser machten das dann die Gäste. 68 Minuten waren gespielt, als sich die beiden Landsberger Viererketten auf einem Raum von nicht einmal fünf Metern an der Strafraumgrenze zusammendrängten und den Gegner nicht attackierten. Die Angreifer konnten sich den Spielzug damit lange genug überlegen und schickten letztlich Patrick Feicht über rechts durch eine der Nahtstellen. Dessen Querpass hätte schon Neumeyer in der Mitte verwandeln können, der überließ jedoch dem gerade erst einge­- wechselten Lokietz auf links, der ins leere Tor zum 0:1 einschob. Kresin ließ wenig später den „6er“ Hauke auswechseln und brachte für ihn Nebihi für das offensive Mittelfeld, und das Risiko schien sich zunächst bezahlt zu machen. Der TSV eroberte sich die Platzhoheit zurück und kam noch zu mehreren Chancen. Nach einem schönen Spielzug über vier Stationen kam Spreitzer von halbrechts frei zum Schuss, Fürstenfeldbrucks ausgezeichneter Torhüter Welzmüller entschärfte aber auch diesen Versuch (83.). Nach dem folgenden Eckball setzte erneut Bonfert seinen Kopfball knapp links vorbei, Welzmüller hätte in diesem Fall keine Chance mehr gehabt, den Ball noch zu parieren. Während die Landsberger den Druck zusehends erhöhten, blieben die Gäste nur noch bei Kontern gefährlich. Als der Ausgleich in der Luft zu liegen schien, brachte einer der Gegenstöße die Entscheidung. Einen gefährlichen Ball in den Strafraum versuchte Nichelmann zu klären, sein Querschläger landete aber direkt bei Patrick Feicht, der trocken rechts unten zum 0:2 einschoss (84.). Als dann noch Arek Wochnik auf der rechten Landsberger Abwehrseite drei Minuten vor Schluss die Gelb-Rote Karte sah, waren die Messen endgültig gelesen. Der Abstieg dürfte für den TSV Landsberg dank zehn Punkten Vorsprung kein Thema mehr sein. Will man sich aber zumindest die theoretische Chance auf den Aufstieg erhalten, müssen nach der erneuten Niederlage jetzt am Samstag in Wolfratshausen (15 Uhr) drei Punkte her. Die Isarwinkler stehen da, wo die Landsberger gerne hinwollten: auf Platz acht.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
"So nicht, Herr Erdogan!"
"So nicht, Herr Erdogan!"
Vier Neue am Vogelherd
Vier Neue am Vogelherd

Kommentare