Die falsche Leiche einbetoniert?

Die Ammersee Actors brillieren mit "Le Pavillon"

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Zwei Stunden beste Laune und Lachsalven-Garantie verspricht die Komödie „Le Pavillon“ der Ammersee Actors im Schondorfer Gasthof Drexl. Unser Bild zeigt Hauptdarsteller und Regisseur Chris Filser (rechts) mit Stephanie Scherer (links) und Michael Sibert (Mitte).
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Schondorf – Die Theaterfreunde am Ammersee-Westufer werden gut bedient: Gleich vier hochkarätige Laien-Bühnen inszenieren regelmäßig Programme, die weit über das Niveau eines dörflichen Bauerntheaters hinausgehen. Nach der Jakobsbühne Schondorf, der Seebühne Utting und der Commedia Dießen haben sich die Ammersee Actors spätestens mit ihrem aktuellen Stück „Le Pavillon – Peng Peng tu le tues“ einen festen Platz im Veranstaltungskalender gesichert.

Kein Wunder, dass nach dem erfolgreichen Debüt mit „Tschurangrati“ die aktuelle Premiere im Saal des Gasthofs Drexl restlos ausverkauft war. Chris Filser, Initiator, Regisseur und Hauptdarsteller in Personalunion, strahlte freundlich ob der vielen Vorschusslorbeeren seiner Fans. Aber nur solange, bis er auf der Bühne stand.

Mit französischem Akzent und der zappelnden Gestik eines Louis de Funès, bisweilen auch mit dem wahnwitzigen Blick eines Klaus Kinski, brillierte er in der Rolle des Schriftstellers Eduard Richard. Der ist pleite und will sein Landhaus am Ammersee verkaufen, weil er zudem auch noch erpresst wird. Als Kriminalautor kennt er sich mit Mord aus und lockt den Erpresser in eine Falle. Er erschießt ihn und betoniert die Leiche in das Fundament des Pavillons ein, den ihm seine Frau zum Geburtstag geschenkt hat.

Doch dann wird der tote Erpresser in seiner Schwabinger Wohnung aufgefunden. Die Kripo taucht trotzdem bei Eduard auf, weil sein Name auf der Erpresserliste des Toten stand. Jetzt wird Eduard nervös. Wessen Leiche liegt denn nun im Garten unter dem Pavillon?

Die skurrile Komödie des Australiers Alec Coppel bietet von der rasanten Handlung bis zu den humorvollen und teils in die Irre führenden Dialogen Lachsalven-Garantie. Natürlich auch, weil Chris Filser den verstörten Autor so authentisch und intensiv spielt, als hätte er wirklich eine Leiche im Beton. Neben ihm brillieren im Ensemble vor allem zwei Schauspieler: Michael Sibert als knorriger Kommissar Kessel und Stephanie Scherer als Eduards Ehefrau Julia, die ihre Rolle im wahrsten Sinne des Wortes „ausfüllt“. Die anderen Darsteller könnten auch anders, sind aber vom Skript her leider eingeschränkt. Wie Werner Dollansky als Rechtsanwalt, Georg Glasemann als Architekt oder Susanne Liebsch als Spusi-Leihgabe von der Kripo Wien. Eine andere Rolle ist gar aus Gips. In einer Nacht- und Nebelaktion hat Eduard Richard nämlich eine Skulptur seiner Großmutter geschaffen. Ist darin jetzt vielleicht die Leiche versteckt? Mehr zur Handlung wird nicht verraten.

Selten wurde im Saal des Gasthofs Drexl soviel gelacht und Beifall geklatscht wie bei der Premiere von „Le Pavillon“. Ein Komödien-Klassiker, der schon am Broadway erfolgreich gespielt wurde, funktioniert nun auch am Ammersee. Weitere Vorstellungen finden am 27. und 28. April sowie am 4. und 5. Mai statt. Infos und Kartenreservierung bei den Ammersee Actors unter Telefon 08807/8976. 

Dieter Roettig

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