Aktion auf dem Dorfmarkt

Schondorf sucht nach neuen Ideen

Ideensammlung Schondorf Verkehr
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Auf Vorschläge freut sich beim Freitag-Dorfmarkt Stadtplaner Klaus J. Schulz (links). Beim ersten Termin diskutierte auch Gemeinderätin Helga Gall (rechts) mit den Bürgern.
  • Dieter Roettig
    VonDieter Roettig
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Schondorf – Jetzt ist die Meinung der Schondorfer zum Dauerproblem Staatsstraße St2055 gefragt. Nachdem sich Verkehrsplaner und Gemeinderäte ausführlich und immer wieder damit beschäftigt haben, können nun die Bürger in ungezwungener Atmosphäre Verbesserungsvorschläge an den Fachmann bringen. Und zwar auf dem Dorfmarkt im Bahnhofareal. Zum zweiten Mal steht am Freitag, 6. August, von 15.30 bis 18 Uhr zwischen Brathendln, Gemüse und Käse ein Stand des Architekten und Stadtplaners Klaus J. Schulz. Er klärt Interessenten über das bisherige Prozedere auf und sammelt Ideen, wie man das Verkehrsaufkommen in der Gemeinde bändigen kann.

Mit bis zu 17.000 Autos täglich ist die durch Schondorf führende Staatsstraße St2055 die meist frequentierte Straße am Ammersee-Westufer. Wer von Raisting, Dießen oder Utting zur Autobahn A 96 will, muss notgedrungen mitten durch den Ort, der unter der stetig zunehmenden Verkehrslast leidet. Wahrscheinlich ist die Zahl noch höher, denn die Verkehrserhebung fand in Pandemie-Zeiten statt, als bereits viele Berufspendler im Homeoffice tätig waren.

Dass der zeitweise unerträgliche Ist-Zustand im Ortskern verbessert werden müsse, zeigte die Umfrage von Planer Klaus Schulz bei den Gemeinderäten. Aber für Vorschläge wie Geschwindigkeitsbegrenzung, Tempotunnel, mehr Querungshilfen, Rechts-vor-Links-Lösungen, Bedarfsampeln, breitere Gehsteige oder begrünte Fahrbahnteiler braucht man die Zustimmung des Straßenbauamtes. Ein Okay hierzu ist sehr unwahrscheinlich, da an einer Staatsstraße so gut wie nie „rumgedoktert“ werden darf. Trotzdem versucht die Gemeinde die eine oder andere Verbesserung als Aufwertungsmaßnahme.

Die Vorschläge der Bürger werden laut Bürgermeister Alexander Herrmann Bestandteil und wichtige Grundlage für die neuen städtebaulichen, verkehrs- und landschaftsplanerischen Entwicklungskonzepte Schondorfs sein. Diese werden in einer Bürgerversammlung in der Turnhalle der Grundschule am Donnerstag, 23. September, vorgestellt. (Beginn 19 Uhr).

Statt an der Staatsstraße „rumzudoktern“, kam von Fachgutachter Prof. Dr.-Ing. Harald Kurzak in einer der Gemeinderatssitzungen der Vorschlag einer großzügigen Ortsumfahrung mit Abstufung der Staatsstraße St2055 zur normalen Ortsdurchgangsstraße. Je nach Variante der Ortsumfahrung würden täglich zwischen 7.000 und 9.000 Pkw, Lkw und Motorräder weniger auf der Staatsstraße durch Schondorf fahren. Bürger und direkte Anlieger könnten aufatmen, aber Handel und Gewerbe würden den „langsamen Tod sterben“, wenn es zu ruhig wird im Dorf.

Das gab auch die grüne Gemeinderätin Helga Gall zu bedenken, die bei der ersten Bürger-Diskussionsrunde auf dem Dorfmarkt dabei war. Da eine Umgehungsstraße von der Planung bis zur Fertigstellung Jahrzehnte dauern kann, seien zeitnahe und realistische Schritte gefragt.

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