Antrag der CSU Schondorf auf Verkehrs- und Parkraum-Management

Schondorf will dem Autokollaps vorbeugen

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Selbst im Winter ist die Seestraße zugeparkt. Um dem sommerlichen Parksuchverkehr vorzubeugen, will die Gemeinde ein Verkehrs- und Parkraum-Management entwickeln.

Schondorf – Die mit nur 6,5 Quadratkilometern flächenmäßig kleinste Gemeinde am Ammersee-Westufer hat ein massives Verkehrs- und Park-Problem. Täglich wälzen sich circa 15.000 Autos über die Staatstraße 2055 durch den knapp viertausend Einwohner großen Ort. Parkplätze sind überall knapp und speziell in den Sommermonaten herrscht rund um die Seeanlagen ein nicht endender Suchverkehr nach einer Lücke.

Die ständig wachsende Autoflut und die begrenzte Ressource für den ruhenden Verkehr war Anlass für den CSU-Ortsverband, im Schondorfer Gemeinderat einen entsprechenden Antrag zu stellen. Man schlug einen nicht offenen Ideenwettbewerb vor für „ein Konzept zur zukunftsweisenden und verträglichen Freizeitnutzung und Verkehrslenkung in der Seeanlage bis zum Wilhelm-Leibl-Platz“. Um den Antrag ausführlich behandeln zu können, berief Bürgermeister Alexander Herrmann eine Sondersitzung des Ausschusses für Dorfentwicklung ein.

Im Antrag heißt es, der Wilhelm-Leibl-Platz „als Ortsmitte des Herzens“ und die attraktive Seeanlage mit Uferpromenade, Spielschiff und Gastronomie übe für Schondorfer und Besucher nicht nur an schönen Tagen eine große Anziehungskraft aus. Eine umfassende Planung in den angrenzenden Straßenräumen für den fließenden und stehenden Verkehr sei dringend geboten. Auch um die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge sowie ein sicheres Fortkommen für Fußgänger und Radfahrer zu gewährleisten. Die Planungen sollen auch die in diesem Umgriff vorhandenen Geschäfte, Gastronomie- und Gewerbebetriebe berücksichtigen. Wichtig sei, dass die Parkplätze bei der Wasserwacht für Rettungsfahrzeuge immer frei gehalten werden.

In der lebhaften Diskussion wurden diverse Vorschläge erörtert wie Parkuhren und Parklizenzbereiche für Anwohner sowie die Schaffung von weiter entfernen größeren Parkplätzen. Auch eine mögliche Nutzung der Parkflächen bei der Heilig-Kreuz-Kirche oder bei Edeka-Schmidt wurden erörtert. Die Seestraße könnte in eine Spielstraße umgewidmet und zur Flaniermeile werden. Herrmann kann sich auch ein intelligentes Parkleitsystem vorstellen, das zu freien Stellplätzen hinführt. Man einigte sich in dieser „Ideen-Phase“ schließlich auf die Einschaltung eines professionellen Planers, der „mit Feingefühl“ ein Verkehrs- und Parkraum-Management ausarbeiten soll.

Im Zusammenhang mit den Seeanlagen wurde moniert, dass es weder mit der beschlossenen Erneuerung der hölzernen Uferbefestigung noch mit der Sanierung der maroden Ufermauer weitergehe. Hier warte man laut Bürgermeister Herrmann auf die Zuschusszusage der Städtebauförderung. Wobei Herrmann befürchtete, dass statt der Sanierung eine vollständige Erneuerung mit „anständiger Fundamentierung“ sinnvoller sei.

Die Förderung der örtlichen Wassersportvereine wurde im CSU-Antrag ebenfalls angesprochen. So brauche der Ruderclub Wilde Woge dringend einen Platz zur Bootslagerung. Spontan kam die Idee auf, den Kiosk auf dem Minigolfplatz zu vergrößern und im hinteren Bereich Platz für die Ruderboote zu schaffen. Über eine Öffnung in der Ufermauer könnte man die Boote zu Wasser lassen. Die Themenbereiche Verkehrskonzept, Ufermauer und Kiosk sollen in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen weiter vertieft werden.
Dieter Roettig

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