Klage gegen den Beschluss

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Kein Schmuckstück im Dorfbild ist der 1898 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Güterschuppen am Bahnhof in Schondorf. Jetzt klagt die Gemeinde gegen den vom Landratsamt untersagten Abriss.

Schondorf – Die Klage wurde fristgerecht eingereicht, jetzt muss das Bayerische Verwaltungsgericht über die Zukunft des Güterschuppens am Schondorfer Bahnhof mitentscheiden. Hintergrund ist ein Bürgervotum von 2014 für den Abriss des unschönen Klotzes, das aber durch einen kürzlich erst erlassenen Beschluss des Landratsamtes gekippt wurde.

Die Ablehnung des Abbruchs wurde vom Bauordnungsamt damit begründet, dass „der Güterschuppen ein geschichtlich und künstlerisch wichtiges Denkmal darstellt.“ Für die Absicht der Gemeinde, nach dem Abriss die Verkehrssicherheit in der Bahnhofstraße mit einer Busspur, mit Parkplätzen für Behinderte oder Wartezonen für Schüler zu verbessern, fehle laut Landratsamt die Planungshoheit der Gemeinde für dieses Bahngrundstück.

Legitimes Mittel

Da außerdem bis dato keine konkreten Pläne für die Verbesserung der Verkehrssicherheit nach einem eventuellen Abriss vorliegen und der Schuppen im Verzeichnis der Baudenkmäler des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege aufgeführt ist, habe das Landratsamt entsprechend entscheiden müssen, so Landrat Thomas Eichinger im Gespräch mit dem KREISBOTEN. Die Klage der Gemeinde sehe er aber durchaus als legitimes Mittel, die Sache in ihrem Sinne weiter voran zu treiben.

Hätte die Gemeinde Schondorf den Bescheid nämlich akzeptiert und keine Klage eingereicht, so würde sie stillschweigend die Denkmalschutzeigenschaft des Schuppens anerkennen. Mit elf zu vier Stimmen sprach sich das Gremium für die Klage aus. Da das Bayerische Verwaltungsgericht für sein Urteil wegen Überlastung bis zu drei Jahre braucht, wird wenigstens wertvolle Zeit gewonnen, um die Verkehrsplanungen endlich in die Wege zu leiten. Hier wolle man zweigleisig vorgehen: Eine Variante nach einem Abriss und eine Variante mit Einbeziehung des Güterschuppens.

Auch soll beim Denkmalschutz eine schriftliche Stellungnahme eingeholt werden, wie man den Güterschuppen künftig nutzen könne, sollte der Abriss endgültig abgelehnt werden. Gemeinderätin Helga Gall, Mitglied im Ausschuss für Dorfentwicklung, plädierte für eine weitere Einbeziehung der Bürger für künftige Planungen mit dem Güterschuppen.

Vorbild Oberfranken

Da Besucher während einer Gemeinderatssitzung kein Rederecht haben, kam im Anschluss die Schondorferin Waltraud Kamm-Willy (Initiative Ammersee-Mücken) auf den KREISBOTEN zu. Sie ist für den Erhalt des Güterschuppens und verwies auf ein nahezu baugleiches Gebäude am Bahnhof im oberfränkischen Warmensteinach. Hier habe man den ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Schuppen behutsam und liebevoll restauriert und in das Rathaus-Ensemble in ehemaligen Bahnhof einbezogen. Die Gemeinde habe dafür sogar den ersten Preis im Ortsverschönerungswettbewerb des Landkreises Bayreuth gewonnen. Waltraud Kamm-Willy em­pfahl den Gemeindevertretern, einmal nach dem Güterschuppen in Warmensteinach zu googeln.

Dieter Roettig

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