Schondorfer B-Pläne machen Sorgen – Debattenreiche Bürgerversammlung

Zwei Stunden vergingen bei der diesjährigen Bürgerversammlung wie im Flug, während Bürgermeister Peter Wittmaack (SPD) die zahlreichen Ereignisse der letzten zwölf Monate zusammenfasste und auf das Kommende blickte. Nachfragen gab es seitens der Bürger im anschließenden Gespräch unter anderem zum Bebauungsgplan „Leitenweg-West“, zum geplanten Funksendemasten am Sportplatz und zum Bebauungsplan „St. Jakob“.

„Einige Kinder haben mir geschrieben, dass sie gerne ihren Schlittenberg behalten möchten“, berichtete der Bürgermeister in Sachen Leitenweg-West. Allerdings stünden die Chancen dafür sehr schlecht. Der Bebauungsplan „Leitenweg-West“ schaffe unterhalb der St. Anna-Kirche kein neues Baurecht, sondern ordne lediglich vorhandenes Recht. Wenig Chancen rechnet sich Wittmaack auch für Mobilfunkgegner aus: „Wir sind an den Mobilfunkpakt gebunden. Die Gemeinde kann Funkmasten nicht verbieten, sondern nur Standortvorschläge machen.“ Eine Studie habe zudem ergeben, dass die Strahlenbelastung im gesamten Ortsbereich weit unter der Höchstgrenze liege. Mit Nachdruck meldete sich auch der Schondorfer Kreises für Kultur- und Landschaftspflege zu Wort. Der Kreis habe schon viel „Segensreiches“ für die Gemeinde bewirkt und sehe sich gezwungen, nun zugunsten der Jakobs-Kirche aktiv zu werden, betonte Dorothee Mayer-Tasch. Gegenstand der Rechtsaufsichtsbeschwerde bei der Regierung von Oberbayern gegen den von der Gemeinde aufgestellten Bebauungsplan „St. Jakob“ ist in erster Linie die vorgesehene Dimensionierung und Gestaltung des geplanten Gästehauses. Es soll Ersatzbau für die Remise hinter der Jakobskirche sein. Es sei zu erwarten, fügte Wolfgang Schramml hinzu, dass der Baukörper mit den vorgesehen Gauben die „würdige Monumentalität“ des Baudenkmals St. Jakob beeinträchtigen und dem Ortsbild schweren Schaden zufügen werde. Schon in seinem Jahresbericht hatte der Bürgermeister betont, dass es sich der Gemeinderat mit der Entscheidung für den mittlerweile rechtsgültigen Bebauungsplan nicht leicht gemacht habe: „Keiner“, so Wittmaack zu den Vertretern des Schondorfer Kreises, „sollte dem Gemeinderat das Recht und die Tiefe absprechen, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen.“ Nach dem jüngsten Ortstermin stehe die Stellungnahme der Regierung von Oberbayern noch aus. „Wenn dieser Bebauungsplan zu Fall gebracht würde“, mahnte Wittmaack, „dann wären wir wieder da wo wir vor ein paar Jahren angefangen haben, bei § 34 Baugesetz“. Und dann wäre am Jakobsplatz erneut „fast alles möglich“. Der Schondorfer Kreis veranstalttete zum Thema Bebauungsplan „St. Jakob“ am gestrigen Dienstag, nach KREISBOTEN-Redaktionsschluss, eine Podiumsdiskussion im Pfarrsaal. Eine frohe Botschaft hatte Bürgermeister Wittmaack mit Blick auf das Konjunkturpaket II zu verkünden: 720100 Euro hat die Gemeinde daraus erhalten. Sie sollen unter anderem in die energetische Sanierung des Rathauses sowie in den Bau eines Jugendhauses fließen, das voraussichtlich schräg gegenüber vom Bahnhof entstehen soll. Das dort bislang befindliche alte Waschhaus der Bahn kann, so Wittmaacks Prognose, aufgrund seiner schlechten Bausubstanz hierfür voraussichtlich nicht mehr verwendet werden. Blumen und viel mehr Blumen, einen hübsch gerahmtes Schondorf-Motiv, Applaus und vor allem ein herzliches Dankeschön im Namen der ganzen Gemeinde gab es für den Vorsitzenden des Vereins „Gemeinsam“, Peter Raithel und für die Eleonore Weindl, die langjährige Kuratorin des Gestaltarchivs-Hans Herrmann. In den frühen 60er Jahren kam Weindl als Kunst- und Handarbeitslehrerin nach Schondorf. In den frühen 70er Jahren baute sie mit dem bedeutenden Kunstpädagogen Hans Hermann das gleichnamige Archiv in der Landsberger Straße auf, das bis heute Studenten und Kunsterzieher nach Schondorf zieht. Aus ihrem unerschöpflichen Fundus, in dem sie Kinderkunstwerke aus mehreren Jahrzehnten aufbewahrt, arrangiert die 87-Jährige Jahr für Jahr beeindruckende Ausstellungen die dokumentieren, wie Kinder und Jugendliche die Welt durch kreatives bildnerisches Schaffen beschreiben und begreifen. Raithel wiederum engagiert sich seit 13 Jahren im Vorstand des heutigen Vereins „Gemeinsam“, der aus dem evangelischen Kirchenverein, hervorging, insbesondere für Jugendliche und Senioren. Zu den bekanntesten „Gemeinsam“-Projekten gehört das Sozialmobil. Es steht älteren oder behinderten Menschen umsonst oder zu einem günstigen Tarif für notwendige Fahrten zur Verfügung. Peter Raithel nutzte die Gelegenheit, um darauf aufmerksam zu machen, dass sein Verein derzeit damit beschäftigt sei, eine karitative Stiftung ins Leben zu rufen, die noch weitere Stiftungsmitglieder sucht.

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