Bahnhofsareal mit Pfiff

Bleibt der Güterschuppen auf dem Schondorfer Bahnhofsgelände?

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Wird das Schondorfer Areal um Bahnhof und Güterschuppen auf der einen Seite sowie Rathaus und Jungendzentrum auf der anderen Seite bald ein attraktiver „Shared Space“, wo alle Verkehrs­teilnehmer gleichberechtigt sind (siehe EU-Verkehrsschild)?

Schondorf – Nicht gerade einladend sieht das direkte Umfeld des Schondorfer Bahnhofs gegenüber Rathaus und Jugendzentrum aus. Vor allem der heruntergekommene Güterschuppen aus dem Jahr 1898 erregt seit Jahren die Gemüter. Für einen Abriss plädierte bereits 2014 die Mehrheit der Schondorfer bei einem Bürgerentscheid. Für sie ist der ungenutzte Schuppen ein „Schandfleck“, für das Landesamt für Denkmalschutz aber ein erhaltenswertes Gebäude. Es stelle ein „geschichtlich und künstlerisch wichtiges Denkmal“ dar. Nur gewichtige Gründe würden eine Ausnahmegenehmigung für den Abriss rechtfertigen.

Die sind vielleicht bald gegeben, wenn die Gemeinde im Rahmen der Städtebauförderung ernst macht mit der großflächigen Neugestaltung des Areals rund um den Bahnhofsplatz. Dazu wurde eine Vorstudie in Auftrag gegeben, die Landschaftsarchitektin Monika Treiber und Straßenplanerin Stefanie Drischberger vom Ingenieurbüro Neudert den Gemeinderäten vorstellten. Bürgermeister Alexander Herrmann wollte damit den Dialog zu einem ergebnisoffenen Verfahren starten. Beide präsentierten Varianten – einmal mit und einmal ohne Güterschuppen – wurden nach der Planungsphilosophie „Shared Space“ entwickelt. Hierbei beruht die Verkehrsraumgestaltung auf der Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer. Autoverkehr, Radfahrer und Fußgänger sowie räumliche Funktionen werden ins Gleichgewicht gebracht und verbessern so die Lebens- und Aufenthaltsqualität.

Die Bahnhofstraße im Bereich der Bushaltestellen müsste dabei so verbreitert werden, dass Autos am wartenden Bus vorbeifahren können. Zwischen Bahnhof und Güterschuppen könnte man mit einem Glasdach einen Unterstand als Wartezone realisieren und mit Sitzmöbeln vor dem Schuppen das Parken hier verhindern.

Eine Menge Ideen

Gut kam bei den Gemeinderäten der Vorschlag einer zweistöckigen Fahrradgarage für 80 Drahtesel an. Der damit verbundene Wegfall von bis zu acht Parkplätzen würde durch einen gewagten Vorschlag mehr als kompensiert: Über dem

Edeka-Parkplatz wäre ein zweites Parkdeck für 60 Autos möglich, wobei hier allerdings der Marktbetreiber das letzte Wort hat. Bei einem Abriss des Güterschuppens würden Bushaltestelle und Fahrradgarage näher an den Bahnhof rücken. Diskutiert wurde auch die Möglichkeit, den Rathauspark wieder zu öffnen und mit einem durchgängigen Fußweg zu erschließen.

Alles in allem brachte die Präsentation der Vorplanung eine Menge an gestalterischen Ideen, die von den Gemeinderäten durchweg positiv aufgenommen wurden. Die Vorschläge will man demnächst mit den Schondorfern im Rahmen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts ISEK diskutieren.

Dieter Roettig

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