Mordfall mit spannendem Showdown

Schondorfer Jakobsbühne brilliert mit „Zeugin der Anklage“

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Mit dem Agatha Christie-Evergreen "Zeugin der Anklage" hat die Schondorfer Jakobsbühne zum 20-jährigen Jubiläum ein bis zum Finale spannendes Stück ins Programm genommen. Die Schauspieler, allesamt Laien-Darsteller, zeichnen sich durch überzeugende Spielfreude aus.
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Mit dem Agatha Christie-Evergreen "Zeugin der Anklage" hat die Schondorfer Jakobsbühne zum 20-jährigen Jubiläum ein bis zum Finale spannendes Stück ins Programm genommen. Die Schauspieler, allesamt Laien-Darsteller, zeichnen sich durch überzeugende Spielfreude aus.
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Mit dem Agatha Christie-Evergreen "Zeugin der Anklage" hat die Schondorfer Jakobsbühne zum 20-jährigen Jubiläum ein bis zum Finale spannendes Stück ins Programm genommen. Die Schauspieler, allesamt Laien-Darsteller, zeichnen sich durch überzeugende Spielfreude aus.
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Mit dem Agatha Christie-Evergreen "Zeugin der Anklage" hat die Schondorfer Jakobsbühne zum 20-jährigen Jubiläum ein bis zum Finale spannendes Stück ins Programm genommen. Die Schauspieler, allesamt Laien-Darsteller, zeichnen sich durch überzeugende Spielfreude aus.
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Mit dem Agatha Christie-Evergreen "Zeugin der Anklage" hat die Schondorfer Jakobsbühne zum 20-jährigen Jubiläum ein bis zum Finale spannendes Stück ins Programm genommen. Die Schauspieler, allesamt Laien-Darsteller, zeichnen sich durch überzeugende Spielfreude aus.
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Mit dem Agatha Christie-Evergreen "Zeugin der Anklage" hat die Schondorfer Jakobsbühne zum 20-jährigen Jubiläum ein bis zum Finale spannendes Stück ins Programm genommen. Die Schauspieler, allesamt Laien-Darsteller, zeichnen sich durch überzeugende Spielfreude aus.
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Mit dem Agatha Christie-Evergreen "Zeugin der Anklage" hat die Schondorfer Jakobsbühne zum 20-jährigen Jubiläum ein bis zum Finale spannendes Stück ins Programm genommen. Die Schauspieler, allesamt Laien-Darsteller, zeichnen sich durch überzeugende Spielfreude aus.
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Mit dem Agatha Christie-Evergreen "Zeugin der Anklage" hat die Schondorfer Jakobsbühne zum 20-jährigen Jubiläum ein bis zum Finale spannendes Stück ins Programm genommen. Die Schauspieler, allesamt Laien-Darsteller, zeichnen sich durch überzeugende Spielfreude aus.

Schondorf – Wie keine andere hat es Agatha Christie verstanden, Mord zum „Kunstwerk“ zu stilisieren. Die Mutter aller Kriminalautoren verkaufte über zwei Milliarden (!) Bücher und ihre erfolgreich verfilmten Theaterstücke wie „Tod auf dem Nil“, „Mord im Orient-Express“ oder „Zeugin der Anklage“ werden noch heute auf der ganzen Welt aufgeführt. So wie Letzteres zum 20-jährigen Jubiläum der Schondorfer Jakobsbühne, einer Spielgruppe des Vereins „Theater Schondorf“, im Theatersaal des Landheims Ammersee.

Wobei Regisseur Alex Dorow bei diesem Gerichtsdrama als Wiederholungstäter gilt. Schon zum Zehnjährigen inszenierte er das Stück mit fast identischer Besetzung. Was damals für ausverkaufte Vorstellungen sorgte, scheint auch diesmal zu klappen. Premiere und erste Sonntagsaufführung waren bis auf den letzten Platz besetzt.

Was sicher an der prominenten Besetzung, aber auch an der ausgeklügelten Story liegt. Regisseur Alex Dorow (MdL) entführt die Zuschauer als Quasi-Geschworene mit in den Gerichtssaal sowie in die Kanzlei des kauzigen Staranwalts Sir Wilfrid Robarts (Peter Förg) in das London der 50er-Jahre. Der soll den smarten Gelegenheitsjobber und Schneebesen-Erfinder Leonard Vole (gespielt von Landrat Thomas Eichinger) vom Mordvorwurf an einer vermögenden Witwe freipauken. Die Tatsache, dass ihn die Dame kurz vor ihrem gewaltsamen Ableben zum Alleinerben bedacht hat, liefert ein lupenreines Tatmotiv. Er beteuert treuherzig seine Unschuld und benennt seine Ehefrau Christina (Alexa Dorow) zur Entlastungszeugin. Doch die treibt ein böses Spiel und wandelt sich von der Alibi-Beschafferin zur „Zeugin der Anklage“.

Die Spannung entwickelt sich bei der Verhandlung im Duell des Staatsanwalts Robin Myers (gewohnt präsent Holger Schmidt-Lutz) mit Sir Wilfrid bei der Vernehmung der Zeugen. Trotz der todernsten Lage – der Galgen wartet auf Leonard Vole – sorgen die Zeugen und die Juristen mit ihren Perücken und Roben für Lacher im Publikum, ohne aber das spannende Stück der Lächerlichkeit preiszugeben. Plötzliche Wandlungen und überraschend auftauchende Indizien sorgen für einen völlig unerwarteten Showdown im Gerichtssaal. Der sich nach der Urteilsverkündung in der Kanzlei fortsetzt und zu einem wahrlich furiosen Finale mit Gänsehautstimmung führt. Das Theaterstück zählt wohl auch deshalb zu den Meisterwerken seiner Gattung, weil es die Spannung bis zum letzten Moment aufrechterhält.

Bei der Schondorfer Besetzung brillieren vor allem Peter Förg als herzkranker und nörgelnder Sir Wilfrid mit seinem Sidekick Simone Elsässer als spritzig-dominante Krankenschwester. Thomas Eichinger überzeugt als verzweifelter Angeklagter und verbirgt seinen wahren Charakter bis zum Finale. Alexa Dorow, die vor zehn Jahren bereits seine deutsche Ehefrau Christine mimte, treibt souverän-cool ein doppeltes Spiel und tritt zudem in einer Doppelrolle als schnoddrige Berlinerin auf. Ihre Kaltschnäuzigkeit geht in Tränen über, als im Showdown Kristina Klocke als verliebte Komplizin ihres Mannes auftaucht.

In weiteren Rollen: Martin Rempfer und Michael Schulz als Anwälte, Andreas Hackenberg als Richter, Rainer Jünger als Chefinspektor sowie Joseph Linden, Ariane Casagrande und Annette Schneider.

Alles in allem ein sehr unterhaltsames, bis zuletzt spannendes und empfehlenswertes Theaterstück, das noch sechsmal aufgeführt wird: am 29., 30. und 31. März im Landheim Ammersee-Schondorf, am 14. April im Stadttheater Landsberg und zum Abschluss am 27. und 28. April im Theatersaal des Augustinums Dießen.

Dieter Roettig

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