Spaziergang unter erschwerten Bedingungen

Holzpalisade schützt das Schondorfer Seeufer

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Die hölzerne Uferpalisade in der Schondorfer Seeanlage wurde aufwändig erneuert. Der niedrige Pegelstand des Ammersees erwies sich von Vorteil bei den Arbeiten vom Wasser aus. Die Kiesschüttung des Uferweges sorgt im Moment noch für Ärger.

Schondorf – Sie gehörte die letzten Jahre nicht gerade zu den Schmuckstücken in der Schondorfer Seeanlage: Die hölzerne Uferbefestigung war sichtbar in die Jahre gekommen, marode und an einigen Stellen schon gebrochen. Rechtzeitig zur Sommersaison wurde die Palisade jetzt erneuert. Nachgebessert werden muss aber noch die zu hohe Feinkiesaufschüttung. Mit Rollator, Kinderwagen oder auch mit Absatzschuhen haben Spaziergänger ein knirschendes Problem.

Mit der Erneuerung der Holzpalisaden hatte der Gemeinderat die Zimmerei Papperger beauftragt. Bereits in dritter Generation ist der Familienbetrieb unter anderem auf Wasserbauten wie Stege oder Bootshäuser spezialisiert. Die komplizierte Arbeit vom Wasser aus ist nur durch ein Spezialfloß mit Kran möglich. Für Zimmerer- und Tiefbauarbeiten der Uferbefestigung hatten die Gemeinderäte 73.000 Euro bewilligt.

Die Schlösser- und Seenverwaltung gab den Austausch mit unbehandeltem Eichenholz vor, so dass kein wasserrechtliches Genehmigungsverfahren nötig war. Bei einer längerfristigen Lösung mit anderen Materialien –die neue Uferpalisade wird etwa 25 Jahre halten – wäre es ähnlich kompliziert geworden wie bei der historischen Ufermauer südlich des Dampfersteges.

Die bröckelt weiter vor sich hin. Ob und wann die Mauer originalgetreu und „denkmalpflegerisch“ saniert werden kann und ob es dafür staatliche Zuschüsse gibt, ist noch in der Klärungsphase. Der Schondorfer Kreis für Kultur und Landschaftspflege bemüht sich jedenfalls schon seit längerem, die historische Mauer unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Das Problem: Bei Mauern geht das nur in Zusammenhang mit Gebäuden.

Gebaut wurde die bis zur Krone schräge Ufermauer aus Stampfbeton mit Kiesel etwa um 1920 herum nach den Plänen des Künstlers und Architekten Max Joseph Gradl. Er hat viele Häuser entworfen, die heute unter Denkmalschutz stehen. So auch 1928 in Nähe der Ufermauer ein Bade- und Bootshaus, das heute noch in Betrieb ist. Vielleicht schafft es der Schondorfer Kreis, damit einen Zusammenhang herzustellen, damit die Mauer zumindest „denkmalsnah“ eingestuft werden kann.

Die Sanierung der Schondorfer Ufermauer war bereits mehrmals Thema im „alten“ Gemeinderat und wird jetzt an das neu gewählte Gremium weiter gereicht. Über die notwendige Sanierung sind sich alle einig. Bis auf die Frage, wie man saniert, um das historische Bild der Seeanlage beizubehalten. Im Kaufvertrag des Geländes von 1926 zwischen dem Freistaat Bayern und Unterschondorf heißt es nämlich, die Gemeinde müsse die Seeanlage „ordnungsgemäß dauernd instand halten und ästhetischen Rücksichten Rechnung tragen“.
Dieter Roettig

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