Schonfrist für Dudek-Werke

Denkbar knapp fiel am Mittwoch eine Abstimmung des Gemeinderats aus, die den Erhalt der Betonkunstwerke im Summerpark fürs Erste gewährleistet. Mit 8:7 Stimmen sprach sich das Gremium dafür aus Stelen, Herz und Ei „bis auf Weiteres“ an ihrem Standort am See zu belassen. Der Gemeinderatsbeschluss vom 14. Januar, der Abbau, Versteigerung und gegebenenfalls Entsorgung der gigantischen Skulpturen vorsieht, wird vorübergehend ausgesetzt.

Damit, so Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) sei den Bürgern Zeit gegeben, die aktuelle Kunstdebatte fortzuführen und gegebenenfalls durch ein Bürgerbegehren ein klares Meinungsbild einzuholen. 478 Unterschriften hatte die Interessengemeinschaft „Ein Herz für Utting“ binnen sechs Wochen für den Erhalt der Arbeiten des Künstlers Bernd Dudek vorgelegt. „Die Meinung der Uttinger ist eindeutig“, heißt es in der Antragsbegründung. „Abriss, Schreddern und Renaturieren würde geschätzte 20 000 Euro oder sogar mehr kosten, dieses Geld könnte in der Gemeinde besser anderweitig eingesetzt werden.“ Pahlke betonte auch den Symbolcharakter der Skulpturen: So stehe das „Herz“ für die Deutsche Einheit, das „Stelen-Labyrinth“ für „Irrungen und Wirrungen“ und das „Ei“ mit dem daraus hervor wachsenden Baum stelle das entstehende Leben dar. Rückenwind bekam der Antragsteller insbesondere aus den Reihen der CSU. Alexander Noll (CSU) regte an, für die Sanierung der zum Teil maroden Kunstwerke einen Leader-Zuschuss zu beantragen und Karl Sauter wies darauf hin, dass 478 Unterschriften bei einer Einwohnerzahl von etwas mehr als 4000 sehr beachtlich sei. „Aber auch die anderen Meinungen zählen“, meinte Petra Herzog (FW) und Helmut Schiller (SPD) sah im Gegensatz zur Horst Schnappinger (CSU) keinen Grund anzunehmen, dass die Stimmung in den letzten Jahren zugunsten der Dudek-Kunst gekippt sei. Wie berichtete stehen die Werke nun schon seit mehr als zehn Jahren gegen den Willen der Gemeinde im Summerpark. „Der Weg durch die Instanzen war eben sehr lang. Doch nun ist die Entfernung rechtmäßig möglich und spätestens in einem Jahr sollte alles weg sein“, betonte Schiller.una

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