Tipps für den Politik-Neuling

+
Oberbürgermeister Mathias Neuner gab dem Schongauer CSU-Bürgermeistekandidaten Robert Stöhr (rechts) Nachhilfe in Stadtpolitik.

Schongau/Landsberg – In Landsberg, da weiß man, wie man einen Sozialdemokraten aus dem Chefsessel im Rathaus hebt, da können ein paar Tipps für den CSU-Kandidaten in der südlichen Lechstadt nicht schaden.

Da Robert Stöhr im Frühjahr gerne Nachfolger von SPD-Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl in Schongau werden möchte, hatte der dor­tige CSU-Ortsverband Oberbürgermeister Mathias Neuner zu einer Informations­- stunde ins Brauhaus geladen. Ebenso wie Neuner geht auch Stöhr als Politik-Neuling ins Rennen.

Das Landsberger Stadtoberhaupt reflektierte, dass er als selbstständiger Bauingenieur fürwahr keinen leichten Einstieg ins Amt hatte. Turbulente Zeiten wegen der Derivat-Affäre, die derzeit in eine Klage gegen ein Bankhaus gipfelt, hohe Verschuldung, die Umstellung der Buchführung auf die Doppik und stolze 87 Anträge der Stadtratsfraktion, die aufgearbeitet werden mussten, forderten Neuner gleich zu Beginn seiner Amtszeit immens.

Sein Rezept gegen die Verschuldung der Stadt habe nicht gerade den Beliebtheitsgrad gefördert: Steuern erhöhen, freiwillige Leistungen streichen und mehr Eigeninitiative aus der Bevölkerung sichern. So seien, um den Haushalt auf vernünftige Füße zu stellen, etwa die Grund- und Hundesteuer, sowie die Wasser- und Parkgebühren erhöht worden. Neuner: „Am meisten Kritik gab es bei der Hundesteuer.“ Zusätzlich wurden freiwillige Leistungen für Krippenplätze in Höhe von 20 Prozent der Kosten und die Sportförderung gestrichen.

Beim städtischen Personal habe es einen Einstellungsstopp gegeben, das Herkomer-Museum sei geschlossen worden. Dessen notwendige Grundsanierung sei inzwischen durch eine neu gegründete Bürgerinitiative gesichert, berichtete Neuner seinen Schongauer Parteifreunden. Er erwähnte dabei auch, dass der Lechstrand am Lechwehr inzwischen von einem Verein in Eigenleistung aufgekiest worden sei. Auch auf das Thema Heilig-Geist-Spital geht der Landsberger OB kurz ein. Die 900000 Euro Defizit für 69 Pflegeplätze wolle er durch die Kooperation mit einem privaten oder öffentlichen Betreiber und im Zuge dessen den Bau eines neuen Pflegeheims mit 120 Plätzen aus der Welt schaffen.

Autos raus, Umsatz hoch

Besonders hellhörig wurden Schongaus Christsozialen, als es um die Altstadt ging. Um deren Attraktivität zu fördern, sei die Bewirtungszeit auf Freischankflächen bis 22.30 Uhr verlängert worden, bis 23 Uhr dürfe nun draußen gesessen werden, so Neuner. Die Mobilität in der Stadt werde durch Auslagerung der Parkplätze, eine zusätzliche Buslinie, erlaubtes Fahrradfahren in der Fußgängerzone und entgegen der Einbahnstraßenrichtung erreicht. Applaus erhielt Neuner von Stadträtin Bettina Buresch (Alternative Liste) für seine Feststellung: „Wenn sie die Autos aus der Stadt rausdrängen, kommen die Leute. Haben Sie nicht Angst davor, verdrängen Sie das Auto und der Umsatz steigert sich.“

Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortete Neuner Fragen des CSU-Bürgermeister­kandidaten. Stöhr wollte etwa wissen, wie man Geschäfte in der Stadt halte. „Das regelt letztendlich der Markt“, entgegnete Neuner. Und wie steht Landsberg zur Fuchstalbahn? Dafür sehe Neuner wenig Hoffnung, die Anbindung durch die Straße sei wichtiger. Zudem sei es in Landsberg ein Problem, dass die Bahnlinie direkt durch die Stadt führt. Wo könnten sich Schongau und Landsberg zusammentun? „Vielleicht auf dem touristischen Sektor, bei den Radwegen.“

Abschließend empfahl Neuner Robert Stöhr als „hervorragenden“ Kandidaten: „Er ist ein junger, dynamischer Mann von 33 Jahren. Seine Berufserfahrung als Lehrer gibt ihm die Routine, im Stadtrat seinen Mann zu stehen.“

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Geister steigen aus dem See
Geister steigen aus dem See
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto

Kommentare