Schranke hielt ihn nicht auf – 48-Jähriger Banker verging sich an Parkschranke

Wegen seines rabiaten Vorgehens an der Ausfahrtschranke der Tiefgarage Schlossberg hat sich ein 48-jähriger Bankkaufmann vergangene Woche vor dem Amtsgericht Landsberg verantworten müssen. Er hatte es an einem Sonntagmorgen im April so eilig nach Hause zu kommen, dass er die Schranke heruntertrat, um sich Ausfahrt zu verschaffen. Eine Überwachungskamera zeichnete alles auf.

Obwohl der Mann, der in leitender Funktion bei einer hiesigen Bank arbeitet, für die Tat gegenüber der Stadt Landsberg schon mit 250 Euro aufgekommen ist, bestand das Gericht wegen des „besonderen öffentlichen Interesses“ an der Straf­ver­folgung. Der eilige Ausparker muss nun zudem eine Geldauflage von 250 Euro an eine gemeinnützige Ein­rich­tung bezahlen. „Der Tritt gegen die Schranke war nicht gerade fein“, hatte Richterin Beate Kreller erklärt und dem Angeklagten ein „gewisses rabiates Vorgehen“ unterstellt. Kreller war aber einverstanden, dass Verfahren gegen die Zahlung eines Geldbetrages einzustellen. Der Verteidiger des Bankkaufmannes, Rechtsanwalt Joachim Feller aus Landsberg, hatte den Vorwurf der Sachbeschädigung überhaupt in Frage gestellt. Sein Mandant habe gedacht, der Schrankenarm klemme und habe ihn deswegen „nur nach unten gefedert“. Das große öffentliche Interesse, weshalb die Sache verfolgt wurde, nannte er „ein großes Geheimnis“. „Peng!“, so der Angeklagte, habe es dann an der Schranke gemacht und das Halteseil sei gebrochen. Der 48-Jährige trat noch einmal dagegen, dann war die störende Schranke aus dem Weg geräumt. Als Motiv, warum er an besag­tem Sonntag gegen 6.15 Uhr so überaus dringend „ausparken“ wollte, hatte der Banker sein Asthma-Leiden genannt. „Ich habe bei einer Bekannten übernachtet“, berichtete der Angeklagte. Frühmorgens sei er auf­- gewacht und habe Atemnot verspürt. Schnell wollte er nach Hause, um sein Asthma-Spray zu nehmen. In der Schlossberggarage aber funktionierte der Parkautomat nicht, das Ticket sei immer wieder ausgespuckt worden. An der Schranke beging der 48-Jährige schließ­lich die von der Staatsanwaltschaft, vertreten durch Thomas Kolbe und Dominik Mader, vorgeworfene Sachbeschädigung. „Mir war bewusst, dass ein Video läuft“, räumte der Beschuldigte ein. Er beteuerte, den Schaden am Montagmorgen sofort gemeldet zu haben. Negativ stieß Verteidiger Feller das Verhalten der Polizisten auf, die zum Arbeitsort des Bankers in die Landsberger Innenstadt kamen und sich dort wohl etwas unsanft nach dem Angeklagten erkundigt hätten. Aufgrund der Video-Aufzeichnungen hatte ein Polizeiober- meister, der als Zeuge auftrat, den 48-Jährigen ermittelt. Mit dem Firmenwagen mit Münchener Kennzeichen war dieser in der Tiefgarage gewesen.

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